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Stadt Vechta bekommt die "Nette Toilette"

8 Geschäfte und Lokale an der Einkaufsmeile bieten eine kostenlose Nutzung der Sanitäranlagen an. Dafür zahlt die Kommune eine Aufwandsentschädigung.

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Markanter Hinweis an der Eingangstür: Die „Nette Toilette“ gibt es bereits in mehr als 270 Städten und Gemeinden. Dabei ist die Nutzung der Sanitäranlagen, wie hier in einem Lokal in Dortmund, auch für Nicht-Kunden kostenlos. Foto: Speckmann

Markanter Hinweis an der Eingangstür: Die „Nette Toilette“ gibt es bereits in mehr als 270 Städten und Gemeinden. Dabei ist die Nutzung der Sanitäranlagen, wie hier in einem Lokal in Dortmund, auch für Nicht-Kunden kostenlos. Foto: Speckmann

Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Marktwesen hat in dieser Woche einen Beschluss gefasst, der manche Menschen im wahrsten Sinne des Wortes erleichtern dürfte. Es geht um die Einführung der „Netten Toilette“ in Vechta. An 8 ausgewiesenen Standorten in der Innenstadt haben die Bürger in Zukunft die Möglichkeit, das stille Örtchen zu besuchen, ohne dafür bezahlen zu müssen.

Angebot startet Anfang des neuen Jahres

Die teilnehmenden Geschäfte und Lokale entlang der Einkaufsmeile werden zu Beginn des neuen Jahres ein rotes Hinweisschild an den Eingängen anbringen, um die Besucher auf die kostenfreie Nutzung der Toiletten aufmerksam zu machen. Im Gegenzug erhalten die Betriebe von der Kommune eine Aufwandsentschädigung, die sich je nach Ausstattung der Sanitäranlagen auf 30 bis 60 Euro pro Monat beläuft.

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) hat bereits bei der ersten Vorstellung des Projektes im Februar dafür geworben, neben den öffentlichen Toiletten im Rathaus und in der Mobilitätsstation weitere Angebote in der Innenstadt zu schaffen, ohne große Investitionen zu tätigen. Schließlich sei es für manche Menschen eine Hürde, in einem Laden nach der Toilette zu fragen, wenn sie kein Kunde seien.

Verwaltung hat bei 150 Betrieben angefragt

Mit Blick auf Ortslage und Öffnungszeiten hat die Verwaltung eine gezielte Abfrage gestartet. „Wir haben bei etwa 150 Betrieben schriftlich angefragt“, berichtet Nicole Helis. Sie sei etwas verwundert gewesen, dass nur 8 Betriebe ihre Bereitschaft signalisiert hätten, zumal in vielen Häusern ohnehin schon reger Besucherverkehr herrsche. „Aber sie haben ihre Gründe. Man kann niemand zwingen.“

Die 8 Standorte erstrecken sich vom Bremer Tor über die Große Straße bis hin zur Münsterstraße. Mit von der Partie sind Bäckerei Südbeck, Charivari, China-Imbiss Wok, Hotel Bremer Tor, Juwelier Weiss, Lotta und Leander, Bioladen Sola und Tapas Bar. Einige Häuser verfügen neben normalen Damen- und Herrentoiletten über behindertengerechte Ausstattungen und Wickelmöglichkeiten.

Laufende Kosten betragen knapp 4000 Euro pro Jahr

Nach Angaben der Verwaltung summieren sich die laufenden Kosten auf knapp 4000 Euro pro Jahr. Hinzu kommt eine einmalige Zahlung in Höhe von 3200 Euro. Damit sind die Werbematerialen und die Lizenzgebühr für die Agentur Studioo in Aalen abgedeckt. Sie besitzt die Rechte für die Marke „Nette Toilette“, die bundesweit bereits in mehr als 270 Städten und Gemeinden bekannt ist.

„Das ist eine gute Geschichte“, erklärt CDU-Ratsherr Thomas Frilling zustimmend. Auch sein Gegenüber von der SPD, Sam Schaffhausen, findet das Konzept ganz smart, zumal die damalige Anregung aus seiner Ratsgruppe stammt. Er könnte sich vorstellen, dass sich neben Gewerbebetrieben auch andere Einrichtungen beteiligen. Die Sozialdemokraten würden ihr Büro an der Münsterstraße gerne zur Verfügung stellen, so der Fraktionschef.

Nach Auffassung der Verwaltung ließe sich das Angebot durchaus noch erweitern. Maximal 10 Standorte in der Innenstadt wären sinnvoll, erklärt Helis. Zusätzlichen Bedarf könnte es beispielsweise noch in den frühen Morgenstunden geben, meint Ratsherr Stephan Sieveke (VCD) und denkt dabei vor allem an die Besucher des Wochenmarktes. Die meisten Geschäfte würden nämlich erst gegen 9.30 Uhr ihre Türen öffnen.

"Es ist noch keiner mit nasser Hose durch die Stadt gelaufen."Ausschussmitglied Bernhard Schwarting (Grüne)

Der Verwaltungsausschuss muss die Einführung der „Netten Toilette“ noch absegnen. Der Beschluss dürfte nach dem klaren Votum im Fachausschuss reine Formsache sein. Nur Ratsherr Bernhard Schwarting hat sich der Stimme enthalten. Er findet, dass die Bürger auch ohne das kostenlose Angebot in den Betrieben nach der Toilette fragen könnten. „Es ist noch keiner mit nasser Hose durch die Stadt gelaufen“, sagt der Grüne.

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