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Staatsanwaltschaft erhebt Anklage wegen Bundeswehr-Moorbrand

Über zwei Jahre nach dem Brand auf dem Militärgelände bei Meppen, der sich auch auf das Oldenburger Münsterland ausgewirkt hat, soll der Fall juristisch aufgearbeitet werden.

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Rauchwolken stiegen beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen auf. Foto: Lars Schröer /dpa

Rauchwolken stiegen beim Moorbrand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle 91 in Meppen auf. Foto: Lars Schröer /dpa

Der wochenlange Moorbrand auf Bundeswehrgelände im Emsland hat ein juristisches Nachspiel. Nach Informationen der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen in Hannover hat die Staatsanwaltschaft Osnabrück Anklage gegen drei Bundeswehrangehörige wegen fahrlässiger Brandstiftung erhoben. Das teilte die Fraktion am Freitag mit. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte nur, dass es eine Anklage gebe. Inhaltlich äußern dürfe sich die Behörde erst, wenn allen Beteiligten die Anklageschrift ordnungsgemäß zugestellt worden sei.

Im September 2018 war bei einer Waffenübung auf dem Moorgebiet ein unterirdisch schwelendes Feuer ausgelöst worden. Auch weil die Bundeswehr seinerzeit keine funktionierende Löschgeräte hatte, breitete sich das Feuer in dem von wochenlanger Trockenheit geprägten Moorgebiet aus. Zeitweise musste wegen der dichten Rauchsäule Katastrophenalarm für die umliegenden Gemeinden ausgerufen werden.

Feuerwehren und THW-Helfer aus ganz Niedersachsen rückten aus

Die Rauchsäule war vom Weltall aus zu sehen und in vielen Regionen Nordwestniedersachsens zu riechen. Auch Feuerwehren aus ganz Niedersachsen und das Technische Hilfswerk mussten die Bundeswehr bei der Brandbekämpfung unterstützen. Erst im Oktober konnte das Feuer gelöscht werden.

Der Brand auf dem Gelände der Wehrtechnischen Wehrstelle 91 verursachte schwere ökologische Schäden. Der Landkreis Emsland fordert von der Bundeswehr Entschädigung für die dort entstandenen CO2-Emissionen. Der klimaschädliche Ausstoß von 637.000 Tonnen CO2-Äquivalenten ist nach Auffassung des Kreises dokumentiert und bestätigt. Die Bundeswehr sieht jedoch für einen finanziellen Ausgleich keine gesetzlichen Grundlagen.

Umweltschaden liegt laut Angaben der Grünen bei 50 Millionen Euro

Für die Grünen im Landtag kritisierte ihr stellvertretender Fraktionsvorsitzender Christian Meyer die Weigerung der Bundeswehr, für die immensen Schäden des tagelang andauernden Moorbrandes aufzukommen. Der Schaden betrage 50 Millionen Euro für Klima und Umwelt. Auch gegen die Führung der Wehrtechnischen Dienststelle und die Verantwortlichen im Bundesverteidigungsministeriums müsse ermittelt werden, nicht nur gegen kleine Beamte und Brandschutzbeauftragte. Die Bundeswehr habe immer noch nicht die Lehren aus dem Moorbrand gezogen.

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