Spritpreisanstieg verteuert auch Hilfsaktionen
Die Lastruper-Ukraine-Hilfe schickt vor Ostern gleich zwei Transporte auf die Reise. Man werde solange weitermachen, wie es finanziell möglich sei, betont Fritz Diekgerdes.
Georg Meyer | 19.03.2026
Die Lastruper-Ukraine-Hilfe schickt vor Ostern gleich zwei Transporte auf die Reise. Man werde solange weitermachen, wie es finanziell möglich sei, betont Fritz Diekgerdes.
Georg Meyer | 19.03.2026

Begehrte Fracht: Die mobilen Speicher werden in Schnelten verladen. In der Ukraine helfen sie bei der Aufrechterhaltung der Stromversorgung. Foto: Lastruper-Ukraine-Hilfe
Die Lastruper Ukraine-Hilfe setzt ihre Transporte auch im März fort. Bis Ende des Monats seien noch zwei Touren geplant, bestätigt Initiator Fritz Diekgerdes. Er muss zurzeit keinen Mangel verwalten. Das Lager in Schnelten ist randvoll. Neben Medizintechnik und haltbaren Lebensmitteln warten jetzt auch viele Süßigkeiten, darunter über 1000 Schokohasen, auf ihre Verladung. Sie sollen ukrainischen Kindern eine Osterfreude bereiten. Fahrer Pavlo steuert diesmal die Stadt Irpin an. Zu Beginn des Krieges lag sie im Zentrum des russischen Angriffs auf die Hauptstadt Kyjiw. Russische Soldaten töteten dort zwischen 200 und 300 Zivilisten, viele waren zuvor gefoltert und vergewaltigt worden. Ende März 2022 eroberte die ukrainische Armee das Stadtgebiet zurück. 4 Jahre später sind die meisten Zerstörungen zwar beseitigt. „Eine Lehrerin aus Irpin, die eine Zeit lang in Cloppenburg gelebt hat, bat uns aber um unsere Hilfe“, erzählt Diekgerdes. Neben Lebensmitteln wird der Transporter unter anderem Matratzen und Stühle geladen haben. Das größte Problem der Ukraine bleibt aber die Energieversorgung. Auf sie hatten es die Russen im zurückliegenden Winter besonders abgesehen. In den größeren Städten verfügen die meisten Häuser inzwischen wieder über Strom. Auf dem Land sehe dies aber häufig anders aus, weiß Diekgerdes. Mobile Stromspeicher seien dort nach wie vor begehrt. Mehr als 70.000 Euro hat die Ukraine-Hilfe inzwischen in die Anschaffung der Geräte investiert. Sie zu bekommen, wird allerdings immer schwieriger. Diekgerdes hat gerade erst vier Stück gekauft, eines davon trieb er in Italien auf. Die Speicher kosten jeweils um die 2600 Euro. „Einer davon versorgt, einmal aufgeladen, einen ganzen Bauernhof 20 Stunden lang mit Strom“, erklärt der frühere Unternehmer. Geld bleibt für die Helfer ein limitierender Faktor. Die seit Beginn des Iran-Krieges stark gestiegenen Spritpreise verteuern jetzt den Transport zusätzlich. Diekgerdes rechnet mit Mehrkosten von rund 250 Euro pro Fahrt. „Pavlo versucht deshalb, möglichst in Polen zu tanken, wo der Liter Diesel etwa 50 Cent günstiger ist." Ein anderes Ergebnis des Krieges macht dem Aktiven allerdings noch mehr Sorgen. So würden sich alle Augen zurzeit auf den Persischen Golf richten. „Die Gefahr ist groß, dass die Ukraine darüber in Vergessenheit gerät, doch das darf nicht passieren“, mahnt Diekgerdes.Stromversorgung vor allem auf dem Land schwierig
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