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Sprache ist ein Schwerpunkt des Konzeptes

In der neuen Kindertagesstätte an der Antoniusstraße in Vechta kommen viele Nationalitäten zusammen. Die Unterbringung in der ehemaligen Liobaschule könnte mehr als eine Übergangslösung sein.

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Unterhaltsames Singspiel zur Einweihung: Bürgermeister Kristian Kater und Einrichtungsleiterin Isabelle Herrmann freuten sich über den Vortrag von Daniel, Nabela, Darya und Abel (von links). Dabei leistete Erzieherin Santana Alheidt etwas Unterstützung. Foto: Speckmann

Unterhaltsames Singspiel zur Einweihung: Bürgermeister Kristian Kater und Einrichtungsleiterin Isabelle Herrmann freuten sich über den Vortrag von Daniel, Nabela, Darya und Abel (von links). Dabei leistete Erzieherin Santana Alheidt etwas Unterstützung. Foto: Speckmann

Ein kleines Krokodil kann ganz schön verfressen sein. Den Beweis haben Daniel, Nabela, Darya und Abel am Freitagmittag in der städtischen Kindertagesstätte an der Antoniusstraße geliefert. Mit ihrem kurzen Singspiel unterhielten die 4 Kinder aus der Ganztagsgruppe die Gästeschar, die auf Einladung der Stadt Vechta zur offiziellen Einweihung gekommen war. Dabei ließ der Applaus für das junge Quartett nicht lange auf sich warten.

Einrichtung ist schon fast ausgebucht

Die ersten Jungen und Mädchen waren schon Anfang August zur Eingewöhnungsphase in die neue Kindertagesstätte gekommen, die in einem Gebäude der Liobaschule eingerichtet wurde und inzwischen fast ausgebucht ist. Den symbolischen Schlüssel reichte Architekt Aloys Niemann nun in einer Feierstunde an Bürgermeister Kristian Kater (SPD) und Einrichtungsleiterin Isabelle Herrmann nach.

Pastor Sebastian Kakumanu und Pfarrer Andreas Technow nahmen die Einsegnung der farbenfrohen Räume vor und lenkten dabei den Blick auf die Hauptpersonen der Gesellschaft. „Jesus stellt die Kinder in die Mitte“, betonte Technow. Die jungen Menschen seien ein Vorbild, weil sie Vertrauen hätten. Sie könnten offen für Neues und Fremdes sein sowie für jeden Menschen, unabhängig von dessen Herkunft und Hautfarbe.

Eine Abordnung des städtischen Kindergartens an der Dornierstraße sorgte für eine süße Überraschung: Robert und Sofia hatten Kuchen für die Einweihungsfeier gebacken. Foto: SpeckmannEine Abordnung des städtischen Kindergartens an der Dornierstraße sorgte für eine süße Überraschung: Robert und Sofia hatten Kuchen für die Einweihungsfeier gebacken. Foto: Speckmann

Die biblischen Worte waren vermutlich nicht ganz zufällig gewählt, denn die zweieinhalbgruppige Kindertagesstätte mit ihren insgesamt 50 Plätzen, davon 15 in der Krippe, verfügt über eine große kulturelle Vielfalt. Aufgrund der unterschiedlichen Nationalitäten stellt das Thema „Sprache“ auch einen Schwerpunkt im Betreuungskonzept dar, wie die Einrichtungsleiterin in ihrer Begrüßungsrede herausstellte.

"Wir sehen die Vielfalt als absoluten Schatz, weil wir so voneinander profitieren."Isabelle Herrmann, Leiterin der städtischen Kindertagesstätte an der Antoniusstraße

„Wir sehen die Vielfalt als absoluten Schatz, weil wir so voneinander profitieren“, erklärte Herrmann. Die inklusive Arbeit sei ihrem Team wichtig. Die Kinder und Familien sollten dort abgeholt werden, wo ihre Bedürfnisse liegen. In der gruppenübergreifenden Betreuung habe der Nachwuchs auch die Gelegenheit, in andere Bereiche hineinzuschnuppern, seine Interessen auszuleben und zusätzliche Erfahrungen zu sammeln.

Darüber hinaus hat die Einrichtung in städtischer Trägerschaft einen Kooperationsvertrag mit Diplom-Sozialarbeiterin Catrin Freese aus Vechta geschlossen. Sie konzentriert sich im Rahmen des Bundesprogramms „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung'“ auf Jungen und Mädchen, die bisher nicht oder nur unzureichend von der institutionellen Kindertagesbetreuung erreicht werden. Sie erfahren eine individuelle Starthilfe.

Mit der Startphase der neuen Einrichtung zeigte sich Herrmann sehr zufrieden. „Es läuft alles wie am Schnürchen“, berichtete die Leiterin. In welcher Umgebung das aus 8 Voll- und Teilzeitkräften bestehende Team die Kinder betreut, wurde anhand eines Videos aus dem Alltagsleben demonstriert. Anschließend konnten die Gäste einige Räume des 2-geschossigen Gebäudes besichtigen.

Umbau inklusive Ausstattung kostet 515.000 Euro

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) dankte allen Beteiligten für die schnelle Umsetzung der Pläne. Nach dem Beschluss des Stadtrates im Herbst vergangenen Jahres habe es lediglich 11 Monate bis zur Inbetriebnahme gedauert. Die Kosten für den Umbau des ehemaligen Schulgebäudes inklusive Ausstattung hätten sich auf etwa 515.000 Euro belaufen. Davon seien rund 130.000 durch Zuschüsse von Land und Landkreis abgedeckt worden.

Was in den ersten politischen Beratungen als Übergangslösung angedacht war, könnte sich nach Auffassung der Stadtverwaltung zu einer Dauereinrichtung entwickeln. Und noch mehr: Langfristig wäre an dem Standort ein Ausbau auf 5 Gruppen denkbar, erklärte Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann auf Anfrage. Die Entscheidung hänge vom künftigen Bedarf und etwaigen Zuschüssen aus dem Städtebauförderprogramm ab.

Ausreichend Platz wäre in den Gebäuden vorhanden. Der Betrieb der Liobaschule ist im Sommer offiziell ausgelaufen. Die letzten 2 Klassenverbände sind der Alexanderschule und der Martin-Luther-Schule angegliedert worden. Die beiden Grundschulen sind bekanntlich zum Schuljahresbeginn an die Antoniusstraße umgezogen, weil ihre eigenen Standorte saniert und erweitert werden.

Feierstunde in frisch renovierten Räumen: Architekt Aloys Niemann (rechts) überreichte den symbolischen Schlüssel an Einrichtungsleiterin Isabelle Herrmann und Bürgermeister Kristian Kater. Pastor Sebastian Kakumanu (links) und Pfarrer Andreas Technow sowie Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann begleiteten die offizielle Einweihung. Foto: SpeckmannFeierstunde in frisch renovierten Räumen: Architekt Aloys Niemann (rechts) überreichte den symbolischen Schlüssel an Einrichtungsleiterin Isabelle Herrmann und Bürgermeister Kristian Kater. Pastor Sebastian Kakumanu (links) und Pfarrer Andreas Technow sowie Fachbereichsleiterin Sandra Sollmann begleiteten die offizielle Einweihung. Foto: Speckmann

„Ich freue mich erst mal sehr, dass wir die Kita hier so einrichten konnten. Es sind immerhin 50 Plätze. Das ist nicht wenig“, sagte Sollmann. Wohlwissend um den steigenden Betreuungsbedarf, dem die Kommune jedes Jahr gerecht werden muss. So hält die Stadt Vechta aktuell rund 1.200 Kindergarten- und 280 Krippenplätze vor. Hinzu kommt die Großtagespflege mit 88 Plätzen, durch sogenanntes Platzsharing auf bis zu 130 Kinder erweiterbar.

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