Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

„Sport vor dem Mord“ – die Online-Strategie der Sportredaktion

Auch der klassische Heimatsport-Journalismus muss sich in Zeiten von Instagram, Facebook und Co. verändern, um attraktiv zu bleiben. Motto: Auf Bewährtes setzen und Neues wagen.

Artikel teilen:
Eins von 42 OM-Derbys in der Fußball-Landesliga: SV Bevern gegen den SV Holdorf. Foto: Mentrup

Eins von 42 OM-Derbys in der Fußball-Landesliga: SV Bevern gegen den SV Holdorf. Foto: Mentrup

Früher war alles anders. Auch besser? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Fest steht aber: In den Mannschaftslisten von früher, unabhängig von der Sportart, gab's einen Trainer, einen Co-Trainer und einen Betreuer. Das war's. Heute ist der Trainer- und Betreuerstab, gerne auch als „Staff“ tituliert, viel größer. Und es gibt ganz neue Posten zu vergeben. Wie etwa den „Social Media Manager“ oder den „Content Creator“. Es gibt Live-Ticker und Kurzvideos bei Instagram, wahlweise auch bei Facebook oder Twitter. Die Aufstellungen werden grafisch in Szene gesetzt. Und fünf Minuten nach dem Schlusspfiff werden Jubelfotos vom Platz oder aus der Kabine gepostet. Alles geht ruckzuck. Die Follower warten auf Neues. Immer mehr, immer schneller.

Die OM-Medien-Sportredaktion mit klarem Fokus auf den Sport in den Kreisen Cloppenburg und Vechta beobachtet diese Entwicklung ganz genau. Denn klar ist: Auch der klassische Heimatsport-Journalismus muss sich verändern, um attraktiv zu bleiben. Und bei diesem Prozess helfen die Erfahrungen aus dem Lokalsport-Alltag. Auch dort, in den Mannschaften und Vereinen, ist ein radikaler Umbruch am schwierigsten zu bewältigen. Es ist der Weg der kleinen Schritte, der die größten Siegchancen verspricht. Oder anders formuliert: Auf Bewährtes setzen und Neues wagen. Eine erfolgreiche Mannschaft braucht ein stabiles Gerüst - und dann können sich die Neuzugänge frei entfalten und ihre Stärken einbringen.

Eine Szene aus dem OM-Derby BV Garrel gegen den VfL Oythe. Foto: MentrupEine Szene aus dem OM-Derby BV Garrel gegen den VfL Oythe. Foto: Mentrup

Neu in der OM-Medien-Sportredaktion ist das Konzept „Sport vor dem Mord“. Keine Sorge, allen geht's gut damit. Ziel war und ist es, die „Online first“-Strategie auch an Wochenenden, wenn das Herz des Heimatsports besonders laut und schnell schlägt, mit Leben zu füllen. Kein leichtes Unterfangen, zumal es in der „Rush Hour“ am Sonntagnachmittag hoch hergeht und bei der gedruckten Montagsausgabe mit ihrem umfangreichen Heimatsport keine Abstriche gemacht werden sollten. Also: Offensiv spielen und die Defensive nicht vernachlässigen. Etwas riskieren, ohne in Konter zu laufen. Trainer sprechen gerne von der richtigen Balance.


Alle Informationen zum neuen OM-Medienhaus finden Sie auf unserer Themenseite


„Sport vor dem Mord“ - was steckt dahinter? Es ist eigentlich ganz einfach. Der „Tatort“, das TV-Heiligtum am Sonntagabend nach der 20.00-Uhr-Tagesschau, dient als Richtwert, als Deadline. Die OM-Medien-Sportredaktion hat seit der Saison 2023/24 den Anspruch, alles von größerer Relevanz vor dem Tatort online zu veröffentlichen. Leichter gesagt als getan, denn nahezu jeder Sonntag ist ein Großkampftag. Die Basketballer von Rasta Vechta in der 1. und 2. Bundesliga, BW Lohne in der Fußball-Regionalliga Nord, dazu sieben OM-Landesligisten, im Volleyball drei höherklassige Teams mit dem VfL Oythe, dem TV Cloppenburg und BW Lohne, nicht zu vergessen die bisherigen Handball-Drittligisten SFN Vechta und BV Garrel sowie Oberligist TV Cloppenburg - es gab und gibt Woche für Woche jede Menge Heimatsport mit Leuchtturm-Potenzial. Das alles muss kanalisiert und getaktet werden - auch vor dem Hintergrund, dass es ja auch noch 16 OM-Bezirksligisten und zwei Kreisliga-Staffeln gibt. Das personelle Aufgebot am Sonntag wurde dafür um einen „Channel Manager Sport“ erhöht. Auf Bewährtes setzen und Neues wagen, das geht nicht von alleine.

Ein weiterer Neuzugang in der Online-Strategie der Sportredaktion ist der Bereich „Live-Ticker“. Ein Format, das in den letzten Monaten glänzend funktioniert hat. Mehr als 30 Live-Ticker von den Heimspielen von Rasta Vechta und BW Lohne wurden vor Ort in der Halle bzw. im Stadion produziert.

Dabei wurden zwei Strategien verfolgt. Erstens: der Rasta-Ticker. Der Live-Ticker der Liga, der jede Aktion dokumentiert und von einem dreiköpfigen Scouting-Team produziert wird, läuft nahezu in Echtzeit mit, dazu gibt's einen hochprofessionellen TV-Livestream mit Kommentator und Statistiken. Unmöglich, dort mitzuhalten. Der Live-Ticker von OM-Online setzt daher auf Zusammenfassungen der Viertel, um dann kurz nach Spielende einen kompletten Spielbericht inklusive Statistik zu haben. Und das vor den Klubs, vor der Liga und vor dem TV-Sender.

Zweitens: der Lohne-Ticker. Einen verlässlichen Live-Ticker über die Liga sucht man vergebens. Natürlich gibt's bei fussball.de oder in Facebook-Gruppen vereinzelte Bemühungen, das Wichtigste eines Spiels kundzutun. Aber das war's. Der Live-Ticker von OM-Online umfasst die Aufstellungen, die Tore und Chancen, die Wechsel und Entwicklungen im Spiel. Alles kurz und knapp formuliert - und jederzeit nachlesbar.

Serien und Rubriken wie „Nachgefragt“, „Nachspielzeit“ oder „Spiel der Woche“ haben einen klaren Online-Fokus. Nicht zu vergessen die „Auszeit“, der Podcast der OM-Medien-Sportredaktion, der am letzten Donnerstag eines Monats erscheint und bereits mehr als 20 Folgen umfasst. Übrigens: Zur neuen Saison bekommt die „Auszeit“ einen kleinen Bruder. Was steckt dahinter? Abwarten. Die Trainer halten ihre Taktik ja auch möglichst lange geheim. Wir zitieren lieber Rainhard Fendrich: „Es lebe der Sport“. Auch vor dem Mord.

Danke, OM für 10.000 Digital-Abos! Lesen Sie jetzt OM-Plus ein Jahr lang für nur 8,99€ / Monat und sparen Sie so bis zu 40%. Hier geht es zum Angebot.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

„Sport vor dem Mord“ – die Online-Strategie der Sportredaktion - OM online