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Spannendes Szenario: Blindgänger explodiert während des Löschangriffs

Die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Vechta probt auf dem Muna-Gelände im Raum Damme den Ernstfall. Bei der Übung spielt die Kommunikation eine entscheidende Rolle.

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Knifflige Aufgabe: Die Feuerwehrkräfte mussten bei ihrer Übung in Damme zunächst das den verunglückten Wagen in der Rampe sichern, bevor sie den Fahrer befreien und an die Malteser übergeben konnten. Foto: Speckmann

Knifflige Aufgabe: Die Feuerwehrkräfte mussten bei ihrer Übung in Damme zunächst das den verunglückten Wagen in der Rampe sichern, bevor sie den Fahrer befreien und an die Malteser übergeben konnten. Foto: Speckmann

Manfred Kathmann ist die Ruhe selbst. Er gesellt sich in die zweite Reihe, verfolgt einen Löschangriff und plaudert nebenbei mit seinen Enkelkindern Leah und Johan. Dass der 65-jährige Lohner an diesem Nachmittag so entspannt wirkt, hat gleich zwei Gründe: Erstens handelt es sich nur um eine Übung und zweitens ist es sein letzter Tag an der Spitze der Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Vechta.

Etwa 185 Kräfte aus dem Kreis Vechta im Einsatz

Der Kreisbereitschaftsführer durfte am Samstagnachmittag in die Zuschauerrolle schlüpfen, als sich ein Großaufgebot der Feuerwehr zu einer Übung traf. Daran waren etwa 185 Kräfte aus 20 Ortsfeuerwehren beteiligt. Sie hatten sich bereits im Laufe des Vormittags an mehreren Sammelstellen im Kreisgebiet eingefunden, um sich dann in vier Zügen auf den Weg nach Damme zu begeben.

Treffpunkt war das Schulzentrum an der Schützenstraße. Dort hatte es fast auf den Tag genau vor 40 Jahren einen Großeinsatz der Feuerwehr gegeben. Damals war ein Großteil der Hauptschule durch vorsätzliche Brandstiftung zerstört worden. Diesmal brauchte die Feuerwehr ihre Schläuche nicht in der Schule auszurollen. Stattdessen führte der Weg auf die Muna-Gelände Damme und Scheelenhorst.

Gute Spürnase: Hundeführerin Samira Hillebrand (Mitte) und ihre Kollegen Nico Zwicker und Sophie Stüve waren stolz auf Vierbeiner Leo. Foto: SpeckmannGute Spürnase: Hundeführerin Samira Hillebrand (Mitte) und ihre Kollegen Nico Zwicker und Sophie Stüve waren stolz auf Vierbeiner Leo. Foto: Speckmann

Die Zugführer Hubertus Meyer, Stefan Hitz, Ralf Bürger und Arnold Moormann hatten ein realitätsnahes Szenario ausgearbeitet, das die verschiedensten Aufgabenbereiche des Feuerwehrwesens abdeckte. Das Spektrum reichte von Flächen- und Gebäudebränden über Unfälle mit Verletzten bis hin zur Personensuche. Es war eine ideale Gelegenheit für die ehrenamtlichen Kameraden, ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen.

"Das Zusammenspiel von Kräften auf übergeordneter Ebene wird noch mehr an Bedeutung gewinnen.“Udo Schwarz, stellvertretender Kreisbrandmeister des Landkreises Vechta

Stellvertretender Kreisbrandmeister Udo Schwarz wies am Rande der Übung darauf hin, wie wichtig solche Proben für den allgemeinen Katastrophenschutz sind. Die Unwetterlagen würden weiter zunehmen. Die Auswirkungen von Starkregen und Stürmen erforderten größere Einsatzlagen. „Das Zusammenspiel von Kräften auf übergeordneter Ebene wird noch mehr an Bedeutung gewinnen“, erklärte Schwarz.

Aufgrund der Corona-Pandemie hätten die Feuerwehren im vergangenen Jahr nicht in gewohnter Form ihre Übungen durchführen können. Die Kreisfeuerwehrbereitschaft habe zuletzt im Jahr 2019 in Bassum den Ernstfall geprobt. Nun müsse es für alle Beteiligten darum gehen, die Routine zurückzugewinnen, so Schwarz weiter. „Eine Übung pro Jahr mit allen vier Zügen ist das Minimum.“

Aber für die Feuerwehrkräfte ging es am Samstag nicht nur darum, den Blick auf die praktische Arbeit zu richten und dabei gleich mehrere schwierige Szenarien zu bewältigen. Mindestens genauso wichtig war die Abstimmung und Kommunikation unter den Mitgliedern aus den verschiedenen Ortsfeuerwehren und Zügen, die sonst nur in einem begrenzten Rahmen zusammenarbeiten.

Gäste verfolgen das Zusammenspiel der Züge

Dass der Austausch im Katastrophenschutz nicht an den Kreisgrenzen endet, zeigte die Anwesenheit von zahlreichen Gästen aus dem Oldenburgischen Feuerwehrverband. Sie verfolgten aufmerksam das Zusammenspiel der Züge, die mit Hilfe einer fast zwei Kilometer langen Schlauchleitung einen inszenierten Flächenbrand bekämpften und dabei von der vorgetäuschten Explosion eines Blindgängers überrascht wurden.

Die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Vechta hat am Samstag eine groß angelegte Übung im Raum Damme durchgeführt. Fotos: Speckmann
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Das Szenario reichte von Flächen- und Gebäudebränden über Unfälle mit Verletzten bis hin zur Personensuche. 
Fotos: Speckmann
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Besonders knifflig war die Rettung eines Autofahrers aus einem Unfallwagen. „Er ist im Fußraum eingeklemmt. So wird das nichts“, rief ein Helfer beim ersten Bergungsversuch. Schließlich gelang es der Truppe, die Puppe zu befreien und dem Rettungsdienst zu übergeben. Die Malteser waren auch mit ihrer Rettungshundestaffel im Einsatz. Innerhalb von 30 Sekunden spürte Vierbeiner Leo eine vermisste Person auf.

Tag endet mit Abschiedsfeier für Manfred Kathmann

Nach etwa dreieinhalb Stunden hatten die Einsatzkräfte alle Szenarien bewältigt. Der arbeitsreiche Tag klang in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Vechta mit einer großen Feier für Manfred Kathmann aus, der nach 21-jähriger Tätigkeit von seinem Stellvertreter Peter Runnebohm abgelöst wird. „Ein bisschen Wehmut ist dabei“, meinte der scheidende Kreisbereitschaftsführer.

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