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So üben Fünftklässler das sichere Radfahren

An der Johann-Comenius-Oberschule Cloppenburg fand jetzt die Radfahrausbildung für den Jahrgang 5 statt. Es war eine Premiere, denn eigentlich gehört das Thema in die Grundschule.

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Fest im Sattel: Bei dem Parcours mussten die Fünftklässler auch Slalom fahren. Foto: Dickerhoff

Fest im Sattel: Bei dem Parcours mussten die Fünftklässler auch Slalom fahren. Foto: Dickerhoff

"Das ist wie Fahrradfahren, das verlernt man nicht." Dieses Sprichwort ist weitläufig bekannt. Aber auch das richtige Fahrradfahren muss erst einmal gelernt werden. Und da kommt wieder die Corona-Pandemie ins Spiel. Die hat nämlich dafür gesorgt, dass an vielen Grundschulen die sonst gängige Radfahrausbildung weggefallen ist. Angesichts der Tatsache, dass viele Schüler der Johann-Comenius-Oberschule in Cloppenburg mit dem Zweirad zur Schule kommen, ist das ein ernstes Problem. 

Also lag es jetzt zum ersten Mal an den Lehrkräften der Oberschule, ihre Schützlinge auf den Straßenverkehr vorzubereiten. Dafür gab es natürlich erst einmal eine Menge Theorie. Was sind überhaupt die Bestandteile eines Fahrrads? Was gehört zwingend dazu und was sollte eigentlich lieber nicht am Gefährt dran sein? Da wurden direkt die eigenen Räder genauer angeschaut, schließlich gewinnen Dinge wie Lichter und Reflektoren in der dunkleren Jahreszeit noch weiter an Bedeutung, um den Schulweg und andere Fahrten sicher zu bewältigen. Aber auch andere Bestandteile wie die Bremsen oder die Klingel wurden inspiziert. Die Herbstferien können dann genutzt werden, um alle Mängel zu beheben.

Danach ging es für die Fünftklässler dann aber in die Praxis. Erst über ein Brett fahren, dann eine Kette aufnehmen und einhändig im Kreis fahren. Anschließend ging es in die aus Klötzen geformte 8, die seit Jahrzehnten zu jeder Fahrradprüfung gehört. Danach ging es über ein abgeschrägtes Brett, durch aufgestellte Hütchen und eine Runde durch die Slalomstangen. Zum Abschluss stand dann noch eine Vollbremsung an. Spätestens hier wurden einige Mängel an den Fahrrädern der Kinder offensichtlich, wenn die Bremsen versagten und die Lehrkräfte schnell zur Seite springen mussten, um einem Zusammenprall auszuweichen. 

Viele haben zu große Fahrräder

Den einen oder anderen Sturz gab es bei dem Parcours auch. Wirklich passiert ist dabei nichts, schließlich mussten die Schüler auch einen Helm tragen. Einer der häufigsten Unsicherheitsfaktoren war die Tatsache, dass viele Fahrräder deutlich zu groß für ihre Fahrer waren. Spätestens beim Lenken durch engere Passagen kam es hier zu Problemen. Trotzdem scheinen die Jugendlichen Spaß zu haben. "Wir haben schon das Gefühl, dass großes Interesse besteht und die Kinder alles richtig machen wollen", erklärt Lehrerin Gesche Göttsche, während ihre Klasse erst einen Probedurchlauf und dann die "richtige" Runde dreht. 

Auch das einhändige Fahrradfahren wurde von den Fünftklässlern geübt. Foto: DickerhoffAuch das einhändige Fahrradfahren wurde von den Fünftklässlern geübt. Foto: Dickerhoff

Am Ende wird für jedes Kind, das den Parcours durchfährt, mitgezählt, wie viele Fehler es macht. Mal wird ein Hütchen umgefahren oder die Vollbremsung zieht sich über mehrere Meter. Doch im Grunde geht es natürlich nicht darum, darauf zu schauen, was nicht geklappt hat. Vielmehr sollen die Kinder ein Bewusstsein für das Fahrradfahren entwickeln und merken, wo sie besonders aufpassen müssen. Und wenn sich jetzt alle Fünftklässler sicher mit dem Zweirad fortbewegen können, wird es nach den Herbstferien sicher deutlich weniger Eltern geben, die ihren Nachwuchs mit dem Auto zur Schule bringen.

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