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Schützenverein Lutten möchte weiterhin den Flutopfern helfen

Das Hochwasser im Ahrtal hat für viel Leid gesorgt. Mit den Folgen kämpfen die Betroffenen vor Ort nach wie vor. Klaus Bohmann und seine Vereinskameradinnen und -kameraden unterstützen, wo sie können.

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Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ist heftig von der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer getroffen worden. Foto: dpa/Frey

Die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler ist heftig von der Flutkatastrophe im vergangenen Sommer getroffen worden. Foto: dpa/Frey

Rehbraten, Wildbratwurst, Hähnchenkeulen und Hähnchenbrust sowie frische Champignons, Getränke und Tischdekoration – Mario Ellert, Klaus Bohmann und Gerda Meyer vom Schützenverein Lutten hatten alles für ein festliches Essen im Gepäck, als sie am vergangenen Wochenende zum fünften Mal in das Ahrtal fuhren. Seit der verheerenden Flutkatastrophe im Juli 2021 engagiert sich der Verein für die Opfer des Unglücks.

Am Sonntag kreierte ein Koch, der seit vielen Wochen ehrenamtlich für Helfende und Betroffene vor Ort kocht, im Versorgungszelt in Walporzheim (Bad Neuenahr-Ahrweiler) das Festessen. Die Idee dazu hatte ursprünglich Klaus Bohmann, wie er erzählt. „Das wäre mal etwas Besonderes“, fand er. Der Koch vor Ort sei sofort begeistert davon gewesen. Damit habe er ein anderes Menü als üblich servieren können. Unterstützung erhielt der Schützenverein Lutten dafür unter anderem vom Hegering Goldenstedt, dem Jagdrevier Norddöllen sowie hiesigen Unternehmen.

Für die gute Sache im Einsatz: Gerda Meyer (von links), Mario Ellert und Klaus Bohmann vom Schützenverein Lutten reisten am vergangenen Wochenende nach Walporzheim und hatten unter anderem Wildfleisch im Gepäck. Foto: Baustoffzelt Kaiser WalporzheimFür die gute Sache im Einsatz: Gerda Meyer (von links), Mario Ellert und Klaus Bohmann vom Schützenverein Lutten reisten am vergangenen Wochenende nach Walporzheim und hatten unter anderem Wildfleisch im Gepäck. Foto: Baustoffzelt Kaiser Walporzheim

Das Essen sei gut im Zelt angenommen worden, berichtet Bohmann von der Rückmeldung: „Für viele war das wie ein Restaurant-Besuch.“ Gut essen, mal 2 Stunden lang die Zeit genießen und nicht an die vielen Sorgen denken – das war die Intention des Schützenvereins Lutten. Um das Wildessen noch abzurunden, spielte das Jagdhorn-Bläsercorps Ahrtal die passende Musik.

Die Abordnung des Schützenvereins hatte darüber hinaus noch weitere Hilfsgüter mitgebracht. Holzbriketts und eine Vielzahl an Lampen – gestiftet unter anderem von hiesigen Unternehmen – wurden dem Baustoffzelt Kaiser in Walporzheim übergeben. Hier können Betroffene der Flutkatastrophe in einem 1000 Quadratmeter großen Zelt die gespendeten Materialien kostenlos entgegennehmen, wie der Schützenverein Lutten in einer Mitteilung erklärt. Vom Ofen über Zement bis zur Badewanne gebe es dort alles, was benötigt wird.

Und Hilfe sei nach wie vor notwendig, sagt Klaus Bohmann. Er habe am Wochenende wieder viele bewegende Geschichten von Betroffenen gehört. „Das ist schon heftig.“ In Walporzheim sei es derzeit so, dass im Großteil der Häuser das Erdgeschoss nicht bewohnbar sei. Überall laufen die Bautrockner. Der Wiederaufbau werde noch viel Zeit in Anspruch nehmen. Hilfe jeglicher Art werde vor Ort dankbar angenommen, beobachtet Klaus Bohmann.

Viele private Kontakte helfen bei der Organisation

Der Schützenverein Lutten verfüge mittlerweile über zahlreiche Kontakte, um die Unterstützung auch bedarfsgerecht gestalten zu können. Über „offizielle Stellen“ sei das schwierig, beklagt Klaus Bohmann. Die Koordinierung der Spenden stelle nach wie vor ein Problem dar. Ohne private Kontakte funktioniere das nicht. Es sei eine „mühselige Netzwerk-Pflege“, sagt Bohmann, der kritisiert, dass von behördlicher Seite zu wenig passiere. Er wünscht sich mehr unbürokratische Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe.

Die Folgen des Unglücks sind medial immer weniger präsent. Hat das auch Auswirkungen auf die Hilfsbereitschaft? Um die Weihnachtszeit und Neujahr sei es etwas weniger gewesen, lässt Bohmann an seinen Erfahrungen teilhaben. Aber es sei nie wirklich abgerissen. Aktuell ziehe die Spendenbereitschaft sogar wieder an. Die Anfragen beim Schützenverein Lutten seien auf konstantem Niveau, berichtet er. Interessierte könnten sich weiterhin jederzeit an den Verein wenden - beispielsweise an den Vorsitzenden Mario Ellert per E-Mail: ellert@vodafone.de.

Die nächste Fahrt sei schon geplant. Der sechste Transport finde Mitte Februar statt, sagt Klaus Bohmann. Die Holzmühle Westerkamp aus Norddöllen stelle rund zehn Tonnen Holzbriketts und -pellets zum Heizen zur Verfügung. Den Transport übernehme die Spedition Brinkmann aus Holdorf. Er ist dankbar für diese Rückendeckung aus der Region. Und solange die noch vorhanden ist und die Hilfe gebraucht wird, wolle er sich auch weiterhin für das Ahrtal engagieren, sagt Bohmann. „Wer einmal da war, kann nicht aufhören.“ Die Motivation sei nach wie vor hoch. „Ich weiß, dass wir von Lutten aus das Ahrtal nicht retten können, aber wir können das Leid etwas lindern.“

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