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Schüler der Handelslehranstalten Lohne möchten kreisweit Mitfahrbänke aufstellen

Die Klasse 12a der Fachoberschule Wirtschaft hat ambitionierte Ziele. Ihr Projekt soll den öffentlichen Personennahverkehr ergänzen und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten.

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Die neue Art des Trampens: Schüler der Fachoberschule Wirtschaft der Handelslehranstalten Lohne möchten kreisweit Mitfahrbänke aufstellen – unter anderem auch an der Berufsschule selbst. Foto: Timphaus

Die neue Art des Trampens: Schüler der Fachoberschule Wirtschaft der Handelslehranstalten Lohne möchten kreisweit Mitfahrbänke aufstellen – unter anderem auch an der Berufsschule selbst. Foto: Timphaus

Ob wöchentlicher Einkauf, Arztbesuch oder Stadtbummel: Für Menschen, die kein eigenes Auto haben oder aus Gründen des Klimaschutzes darauf verzichten möchten, sind das gerade in ländlichen Regionen wie dem Landkreis Vechta oft große logistische Herausforderungen. Schüler der Handelslehranstalten (HLA) Lohne möchten nun als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) kreisweit sogenannte Mitfahrbänke aufstellen.

Eine Mitfahrbank ist eine speziell beschilderte und gekennzeichnete Bank, die an zentralen Orten und Verkehrsachsen aufgestellt wird. Menschen, die in eine bestimmte Richtung fahren möchten, können Platz nehmen und ihren Zielort über die fest installierten Schilder signalisieren. Wer mit dem Auto in diese Richtung unterwegs ist, kann die wartende Person mitnehmen.

Die Zwölftklässler der Fachoberschule Wirtschaft haben sich auf Anregung ihres Lehrers Volker Lampe in den vergangenen Wochen intensiv mit dem Thema beschäftigt. Hintergrund war nach Angaben von Anne Frilling das Nachhaltigkeitsprojekt "Alternative Mobilitätskonzepte im ländlichen Raum", dem sich die Klasse im Rahmen des Erasmus-Programms widmete.

Mit einem Fremden im Auto ergibt sich schnell ein Dialog

Vorteile von Mitfahrbänken sind laut Leopold Dieker der Beitrag zum Klimaschutz, die Stärkung der soziale Teilhabe, die Aufwertung des ÖPNV und die Schaffung von Begegnungsräumen. "Wenn man mit einem bisher Fremden im Auto sitzt, ergibt sich rasch ein Dialog."

Wie Furkan Kocdogan ausführt, haben die Schüler in mehreren Gruppen potenzielle Standorte für Mitfahrbänke in den Städten und Gemeinden des Landkreises eruiert. Anschließend kontaktierten sie alle Bürgermeister und Fraktionsspitzen in den Kommunen, um für das Projekt zu werben.

"Ohne die Städte und Gemeinden kriegen wir das nicht hin."Devrim Zayci, Schüler der Fachoberschule Wirtschaft der Handelslehranstalten Lohne

Den Anfang machte ein Treffen mit dem Vechtaer Landrat Tobias Gerdesmeyer, der sich laut den Schülern gegenüber der Idee aufgeschlossen zeigte. Es folgten Gespräche mit Lohnes Allgemeinem Vertreter Gert Kühling, Vechtas Bürgermeister Kristian Kater und Dammes Verwaltungschef Mike Otte. Im Januar 2023 sind dann voraussichtlich die Verwaltungsspitzen von Visbek, Neuenkirchen-Vörden und Bakum an der Reihe. Bei den weiteren Kommunen läuft die Terminabsprache.

Aus Dinklage haben die jungen Erwachsenen bereits ein ermutigendes Signal erhalten. Andreas Windhaus (CDU) teilte der Klasse auf Anfrage mit, dass die Stadt im Haushalt 2023 einen Betrag von 2500 Euro für das Vorhaben bereitstelle.

Sicher ist nach Angaben von Viktoria Schiller schon, dass auf dem Parkplatz der HLA eine Mitfahrbank aufgestellt wird. Sowohl die Vechtaer Stiftung der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) als auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) unterstützen dies mit jeweils 500 Euro. Mit der Aufstellung wollen die Schüler noch bis zur Runde der Hauptverwaltungsbeamten des Landkreises im Februar warten. Denn ihnen ist bewusst, dass sie bei der Umsetzung des Vorhabens auf die Kommunen angewiesen sind. "Ohne die Städte und Gemeinden kriegen wir das nicht hin", sagt Devrim Zayci.

Zielgruppe beschränkt sich nicht nur auf Ältere

Aber warum soll es die Mitfahrbänke überhaupt kreisweit geben? Dieker gibt an, dass es darum gehe, bei den Touren sowohl den Hin- als auch den Rückweg zu gewährleisten.

Die Schüler haben sich bereits Gedanken über viele Details gemacht. So soll es sich bei der Mitfahrbank um ein Stahlmodell mit integriertem Schild "Mitfahrbank" handeln. Diese werde einfach im Pflaster verankert. "Wichtig ist uns die Einheitlichkeit", sagt Tobias Feldkamp. Die Zielgruppe beschränkt sich laut Jonas Kalwa nicht nur auf ältere Menschen. Auch für Jüngere sei die neue Form des Trampens attraktiv.

Die Schüler verweisen auf Regionen, in denen Mitfahrbänke erfolgreich funktionieren. "Schon eine Fahrt spart Geld und CO2", sagt Diyar Saytoali.

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