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Schausteller sind mit Freizeitpark erfolgreich

Rund 40.000 Menschen konnten die Veranstalter in Vechta begrüßen. Sie sind überzeugt, bewiesen zu haben, dass Kirmes trotz Corona möglich ist.

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Winken zum Abschied und bedanken sich bei allen Besuchern: Die Schausteller des Freizeitparks. Foto: M. Niehues

Winken zum Abschied und bedanken sich bei allen Besuchern: Die Schausteller des Freizeitparks. Foto: M. Niehues

Durch die Lautsprecher hallt ein „wir starten wieder“, dann ertönt der Signalknopf und die Fahrzeuge des Autoscooters setzen sich am Sonntag ein allerletztes Mal für dieses Jahr auf dem Stoppelmarkt in Gang. André Schneider, Betreiber des Fahrgeschäftes, schaut etwas wehmütig auf die letzten vier Wochen zurück. „Es war toll in Vechta“, sagt er. „Ich bin froh und dankbar, dass ich hier sein durfte“, betont er.

Beschicker loben gute Organisation der Vechtaer Schausteller

„Der Vechtaer Schaustellerverein hat den Freizeitpark super organisiert“, lautet seine Bilanz. Fünf Wochen lang hat er sich jetzt in Vechta aufgehalten. Für ihn, der sonst seinen Scooter auf dem regulären Stoppelmarkt immer gegenüber vom Amtmannsbult aufbaut, ist das eine unvorstellbar lange Zeit. Normalerweise ist er an fast jedem Wochenende in einer anderen Stadt. „Ich habe Vechta jetzt so gut kennengelernt, wie davor in 20 Jahren nicht“, sagt er. Vor allem ist ihm aufgefallen, wie dankbar das Publikum den Freizeitpark aufgenommen hat. Auch das ist für ihn eine „tolle Erfahrung“. Ebenso die intensive Zeit mit den anderen etwa 40 Schaustellern, die im Freizeitpark vertreten waren.

"Wir haben aufgezeigt, dass eine Kirmes trotz Corona funktioniert“Jürgen Meyer, Vorsitzender des Vereins der reisenden Schausteller Vechta

Es habe sich angefühlt wie eine große Familie, berichten viele von ihnen. Am Sonntag stellten sich auch deshalb noch einmal alle Beschicker mit ihren Familien für ein Gruppenfoto beim Kettenkarussell zusammen. Sie winken darauf ihren Besuchern und den Fans des Freizeitparks noch einmal zu, bevor abgebaut wird. Jürgen Meyer, Vorsitzender des Vereins der reisenden Schausteller Vechta, zieht als Veranstalter eine rundum positive Bilanz: „Wir haben ein Zeichen gesetzt. Wir haben aufgezeigt, dass eine Kirmes trotz Corona funktioniert“, sagt er nicht ohne Stolz. „Wir sind mit dem Verlauf rundum zufrieden.“ Rund 40.000 Besucher habe der Freizeitpark während der vierwöchigen Zeit verzeichnen können.

Mit einem normalen Stoppelmarkt sei das zwar nicht zu vergleichen. Aber mit den Einnahmen sei es möglich, den durch Corona entstandenen wirtschaftlichen Schaden der Schaustellerbetriebe etwas abzufedern. Vor allem freut Jürgen Meyer sich zusammen mit seinen Vorstandskollegen Marvin Stratmann und Johann Meyer über die positive Resonanz der Besucher. „Die waren sehr dankbar, dass wir ihnen ein Stück Normalität zurückgeben konnten“, stellt Stratmann fest. „Was uns besonders freut, ist, dass das Angebot bei den Besuchern sehr gut angekommen ist“, ergänzt Jürgen Meyer.

Schausteller spenden 1500 Euro an Kinderkrebshilfe

Sehr stark frequentiert waren nach Angaben des Vorstandes die ersten beiden Wochenenden. Mit den Erfahrungswerten des ersten Wochenendes sei noch etwas nachgebessert worden. Ab dem Zeitpunkt lief alles reibungslos“, erklärt Jürgen Meyer und freut sich, dass es gelungen ist, in einer Kreisstadt wie Vechta einen solchen Freizeitpark über den langen Zeitraum von vier Wochen mit guten Besucherzahlen erfolgreich durchzuführen. Dies sei so nur mit der guten Solidargemeinschaft aller beteiligten Schausteller möglich gewesen.

Die Gestaltung des Festplatzes und die hochkarätige Besetzung finde innerhalb der Branche bundesweit Anerkennung. „Wir danken allen Beteiligten und der Stadt Vechta“, sagt Jürgen Meyer. Dieser Dank gelte auch den Behörden für das entgegengebrachte Vertrauen. Wichtig ist den Veranstaltern zudem, dass sie mit dem Freizeitpark zeigen konnten, dass auch die für die Schausteller wichtigen Weihnachtsmärkte unter Corona-Auflagen sicher durchführbar wären.

Großzügige Spende über 1500 Euro: Die Break Dancer-Betreiberfamilie Vespermann aus Bremen und der Vorstand der reisenden Schausteller Vechta überreichen den Scheck an die Kinderkrebshilfe Vechta.Großzügige Spende über 1500 Euro: Die Break Dancer-Betreiberfamilie Vespermann aus Bremen und der Vorstand der reisenden Schausteller Vechta überreichen den Scheck an die Kinderkrebshilfe Vechta.

Während der Dauer des Freizeitparks haben die Vechtaer Schausteller und vor allem die Betreiber des Break Dancers außerdem für die Kinderkrebshilfe Vechta gesammelt. Zusammen überreichten sie gestern an den Vorstand des Vereins einen Spendenscheck über 1500 Euro. 931 Euro davon erzielte die Betreiberfamilie Vespermann aus Bremen mit dem Verkauf von Stoppelmarktpins und Fan-Artikeln des Break Dancers. 319 Euro spendete zudem die Familie. 250 Euro gab der Vechtaer Schaustellerverein dazu.

Manuela und Thomas Bröring nahmen den Scheck für die Kinderkrebshilfe entgegen und zeigten sich sehr erfreut über die großzügige Zuwendung. Claudia Vespermann, die mit dem Break Dancer immer auf dem Stoppelmarkt vertreten ist, und die Vorstandsmitglieder der Kinderkrebshilfe wollen die Zusammenarbeit künftig noch weiter ausbauen.

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