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Quakenbrücker planen eigene Geburtsstation

Mit dem gynäkologischen Angebot will das Christliche Krankenhaus eine drohende Versorgungslücke schließen. Darüber freuen dürften sich auch Frauen aus den Kreisen Vechta und Cloppenburg.

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Doppeltes Glück: Die in Quakenbrück geplante Geburtsstation kann auch für Schwangere aus den Kreisen Vechta und Cloppenburg interessant sein. Foto: dpa

Doppeltes Glück: Die in Quakenbrück geplante Geburtsstation kann auch für Schwangere aus den Kreisen Vechta und Cloppenburg interessant sein. Foto: dpa

Im Christlichen Krankenhaus Quakenbrück sollen demnächst wieder Kinder geboren werden. Geplant ist, im kommenden Jahr eine Gynäkologie mitsamt Geburtshilfe einzuführen, bestätigt Pressesprecherin Dr. Jutta Böning.

Die Entscheidung kommt überraschend und hat mit Veränderungen im Marienhospital Ankum-Bersenbrück zu tun. Das Krankenhaus soll in ein regionales Gesundheitszentrum umgewandelt und die Zahl der Belegbetten deutlich reduziert werden. Stattdessen werden die ambulanten fachärztlichen Leistungen gebündelt und ausgebaut. Für die Geburtshilfe und die Frauenheilkunde besteht in dem Konzept kein Platz mehr. Weil mit ihrem Wegfall jedoch eine Versorgungslücke entsteht, sei es kurzfristig zu Gesprächen zwischen den Häusern gekommen. "Das ging alles ziemlich schnell", bestätigt Dr. Böning.

Derzeit finden in Ankum pro Jahr rund 800 Geburten statt. "Das ist für uns eine ungefähre Größe, die wir auch anstreben", erklärt die Pressesprecherin. Die Einführung müsse jedoch zunächst genehmigt werden. Dazu fänden im Dezember die notwendigen Gespräche statt. Dann stelle sich die Frage, welche Klinikräume als Geburtsstation genutzt werden sollen. "Es werden einige Veränderungen im Haus 1 stattfinden müssen", sagt Dr. Böning. Außerdem müsse qualifiziertes Personal gewonnen werden. Woher die Gynäkologen, Kinderpflegerinnen und Hebammen kommen, ist ebenfalls noch offen. 

Zusage könnte im Dezember erfolgen

Aus Sicht der Klinikleitung investiert das Christliche Krankenhaus mit dem neuen medizinischen Schwerpunkt in die Zukunft. "Wir halten es für unverzichtbar, dass im Osnabrücker Nordkreis weiterhin ein stationäres Behandlungsangebot für Gynäkologie und Geburtshilfe besteht und haben uns daher entschlossen, diesen Versorgungsauftrag zu übernehmen", erklärt CKQ-Geschäftsführer Matthias Bitter: "Zudem erfüllen wir mit diesem zusätzlichen Angebot alle gesetzlich vorgeschriebenen Kriterien für ein sogenanntes Schwerpunktkrankenhaus. Dies sichert den Krankenhausstandort Quakenbrück nachhaltig und langfristig.“

Die Geschäftsführung wird nun einen Antrag auf die Übernahme der Versorgung beim Niedersächsischen Krankenhausplanungsausschuss stellen.  "Zwar haben wir noch keine definitive Zusage, doch ich bin sehr optimistisch, dass wir diese bekommen", sagt Bitter. Der Ausschuss wird sich in seiner Sitzung im kommenden Monat mit dem Thema beschäftigen.

Die mit dem Christlichen Krankenhaus verbundene St.-Anna-Klinik Löningen ist von den Plänen nicht betroffen. Das neue Angebot dürfte jedoch für Frauen im Cloppenburger Südkreis sowie in den benachbarten Vechtaer Gemeinden interessant sein. Sie entbinden derzeit überwiegend in Cloppenburg und Vechta, teilweise auch in Sögel. Im Marien-Hospital Friesoythe war die Geburtsstation vor einem Jahr geschlossen worden. Die Bevölkerung vor Ort und in den angrenzenden Landkreisen werde das Angebot einer Gynäkologie und Geburtshilfe in Quakenbrück sehr zu schätzen wissen, ist Matthias Bitter deshalb überzeugt.

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