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Pohlmann warnt vor einem Kliniksterben

Der Vechtaer Honorarprofessor hat bei einer Protestaktion in Hannover gesprochen. Auch mehrere Hundert Teilnehmer aus dem Oldenburger Land waren dabei.

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Sprach in Hannover vor 2500 Demonstranten: Der Vechtaer Professor Dr. Martin Pohlmann. Foto: Kattinger

Sprach in Hannover vor 2500 Demonstranten: Der Vechtaer Professor Dr. Martin Pohlmann. Foto: Kattinger

Mit eindringlichen Worten hat am Mittwoch Honorarprofessor Dr. Martin Pohlmann erneut vor einem Kliniksterben in Niedersachsen gewarnt. Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geplante Krankenhausreform „werden viele Kliniken nicht mehr miterleben“, kritisierte Pohlmann laut einer Mitteilung stellvertretend für 60 frei gemeinnützige Krankenhäuser in Niedersachsen auf dem Hannoveraner Opernplatz.

Innerhalb einer bundesweiten Protestaktion der Deutschen Krankenhausgesellschaft hatte die Niedersächsische Krankenhausgesellschaft (NKG) unter dem Motto „Alarmstufe Rot“ in die Landeshauptstadt eingeladen. Rund 2500 Personen sind erschienen, auch mehrere Hundert Mitarbeiter aus Kliniken im Oldenburger Land kamen dazu in die Landeshauptstadt.

„Diese Kliniken werden bis dahin von der Bildfläche verschwunden sein, weil der Bundesgesundheitsminister Kosten- und Tarifsteigerungen der Krankenhäuser derzeit wider besseres Wissen ignoriert“, so Pohlmann. „Das macht mich und uns fassungslos.“ Das sei, als ob man neben einem blutenden Patienten stehe und nichts tue. Pohlmann: „Das ist unterlassene Hilfeleistung.“ Mitarbeiter würden in den Burn-Out getrieben, „weil sie permanent den eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden können“.

NKG fordert Inflationsausgleich

Zentrale Forderung der NKG sind, so die Mitteilung, ein Inflationsausgleich sowie die vollständige Finanzierung von tariflichen Steigerungen der Lohnkosten.

Vor dem Verschwinden der stationären Versorgung im ländlichen Raum warnte etwa der Geschäftsführer des St.-Bernhard-Hospitals in Brake, Ingo Penner, im Vorfeld des Protestes. Aber es ginge auch um Arbeitsplätze. Ohnehin seien Häuser wie das in der Wesermarsch durch die Corona-Krise wirtschaftlich bereits sehr belastet.

Als „Tropfen auf den heißen Stein“ hat Johannes Grelle, Geschäftsführer des Clemens-August-Stifts in Neuenkirchen-Vörden, die bisherigen Bundeshilfen bezeichnet. Gebraucht werde aber „eine verlässliche Perspektive“.

Dass Krankenhäuser ein Teil der Daseinsvorsorge sind und vom Bundesgesundheitsminister nicht „in eine unkontrollierte Insolvenzwelle manövriert werden dürfen“, hat Matthias Bitter, Geschäftsführer des Christlichen Krankenhauses Quakenbrück, scharf kritisiert.

Für Hubert Bartelt, Verwaltungsdirektor des Krankenhauses Johanneum Wildeshausen, „ist ein vollständiger Inflationsausgleich sowie die vollständige Finanzierung von tariflichen Lohnkostensteigerungen dringend notwendig“.

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