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Planung für den Weihnachtsmarkt in Vechta läuft weiter

Politik, Verwaltung und Beschicker stehen geschlossen hinter der Durchführung. Aber das Konzept lässt noch einige Fragen offen.

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Weihnachtliches Flair am Europaplatz: Ein dichtes Gedränge wie im vergangenen Jahr bei der SgH-Aktion „Swinging Christmas“ wird es in Zeiten von Corona nicht mehr geben. Foto: Schikora

Weihnachtliches Flair am Europaplatz: Ein dichtes Gedränge wie im vergangenen Jahr bei der SgH-Aktion „Swinging Christmas“ wird es in Zeiten von Corona nicht mehr geben. Foto: Schikora

Der Wille in der Stadt Vechta ist deutlich zu spüren: Politik, Verwaltung und Schausteller stehen geschlossen hinter der Durchführung eines Weihnachtsmarktes. Die Planung gestaltet sich allerdings äußerst schwierig. Die neue Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen lässt solche Veranstaltungen zwar grundsätzlich zu, konkrete Vorgaben gibt es hingegen noch nicht.

Bürgermeister Kristian Kater (SPD) hat sich in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Wirtschaftsförderung und Marktwesen klar positioniert. Schausteller und Gastronomen hätten in den vergangenen Monaten Erfahrungen im Umgang mit Hygiene- und Abstandsregeln gesammelt. Warum sollte es nicht auch möglich sein, ein „Weihnachtsmarkt light“-Konzept auf die Beine zu stellen, meint der Verwaltungschef.

Markt würde Handel und Schausteller unterstützen

„Unser Ziel ist es, auch in diesem Jahr einen Weihnachtsmarkt in die Innenstadt zu bringen, der, versehen mit einem entsprechenden Hygienekonzept, auch während der Corona-Pandemie den Menschen in unserer Region Weihnachtsfreude bereitet“, sagt Kater. Aber es gehe nicht allein um eine schöne Atmosphäre und um Traditionen. „Wir unterstützen damit auch aktiv unseren Einzelhandel und unsere Schausteller, die von der Pandemie besonders schwer getroffen wurden.“

In der am Donnerstag veröffentlichten Landesverordnung werden Weihnachtsmärkte rechtlich als Spezialmärkte oder Jahrmärkte definiert, berichtet Herbert Fischer, Leiter der Stabsstelle Presse/Öffentlichkeitsarbeit, Kultur und Marktwesen. Es gebe jedoch noch einige Punkte, die der Konkretisierung und Klarstellung seitens der kommunalen Spitzenverbände und der zuständigen Behörden bedürfen, etwa hinsichtlich der Dokumentationspflicht, des Alkoholausschanks und der Abgrenzung einzelner Regelungen.

Ausschank von Alkohol nur bis 22 Uhr?

Das vom Niedersächsischen Städtetag erarbeitete Rahmenhygienekonzept liegt seit einigen Tagen vor – jedoch nur in einer Entwurfsfassung. Demnach führt an der Abstandsregelung von eineinhalb Metern kein Weg vorbei. Ebenso eine Maskenpflicht, die stets in solchen Bereichen gilt, wo die Besucher die vorgeschriebene Distanz nicht einhalten können. Der Konsum von Alkohol soll erlaubt sein, könnte aber bis 22 Uhr begrenzt werden.

„Wir wollen den Weihnachtsmarkt in möglichst identischer Form zum Vorjahr durchführen“, erklärte Marktmeister Jens Siemer in der Ausschusssitzung am Mittwochabend. Allerdings dürfte sich das Gesicht aufgrund der Vorgaben ändern. Es wird – wenn überhaupt – nur ein stark eingeschränktes Unterhaltungsprogramm geben.

"Wir hoffen einfach, dass es klappt. Das ist unsere letzte Perspektive für dieses Jahr."

Marvin Stratmann, Marktbeschicker und Vorstandsmitglied Verein reisender Schausteller Vechta

Das Event soll sich vom 26. November bis 30. Dezember im Bereich Alter Markt/Europaplatz abspielen. Um die erforderlichen Abstände zu wahren, könnte der Raumbedarf jedoch steigen. „Da der Weihnachtsmarkt nicht mehr befahrbar ist, haben wir schon im letzten Jahr Veranstaltungsfläche hinzugewonnen. Wenn wir auf eine Bühne verzichten, gewinnen wir weiteren Platz hinzu“, so die Verwaltung.

Die Schausteller stehen bereits Gewehr bei Fuß: „Wir hoffen einfach, dass es klappt. Das ist unsere letzte Perspektive für dieses Jahr“, sagt Marvin Stratmann, Marktbeschicker und Vorstandsmitglied des Vereins reisender Schausteller Vechta. Man müsse abwarten, welcher Rahmen konkret erlaubt sei. Dass sich ein Corona-konformes Konzept umsetzen lasse, habe seine Branche im Freizeitpark Vechta gezeigt.

Die Verwaltung will jetzt einen Plan entwerfen und diesen in den kommenden Wochen dem Ausschuss vorstellen. Dieser hat in seiner öffentlichen Sitzung ein eindeutiges Signal für die weitere Planung und Durchführung des Weihnachtsmarktes gesendet. Vorsitzende Anja Sommer (SPD) brachte es auf den Punkt: „Wir hoffen, dass wir unseren Glühwein dort trinken können. Der kann ja auch ohne Schuss sein.“


Kommentar zum Thema von Thomas Speckmann (Reporter):

Fantasie

Es braucht schon ein bisschen Fantasie, um sich in der aktuellen Phase der Corona-Pandemie, insbesondere bei den hohen Infektionszahlen im Oldenburger Münsterland, einen Weihnachtsmarkt vorzustellen. Ob sich die Pläne realisieren lassen, wird die Entwicklung in den nächsten Wochen zeigen. Fest steht bereits jetzt: So gesellig, kuschelig und feucht-fröhlich wie in den Vorjahren wird der Markt nicht werden. Der Weg führt nur über die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln. Das muss die Stadtverwaltung im Schulterschluss mit den Beschickern bei der Erarbeitung des Konzeptes gewährleisten. Eine echte Herausforderung!

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