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Photovoltaik-Anlagen müssen nicht unbedingt auf die Südseite

Über die Stromerzeugung aus erneuerbarer Energie ging es bei einer Veranstaltung in der Dammer Bauerschaft Osterfeine. Experten informierten das rund 50-köpfige Publikum auch über Fördermöglichkeiten.

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Experten für Solarenergie: In Osterfeine informierten über das Thema "Photovoltaik" (von links) Knud Vormschlag, Roman Fehler, Katrin Mattes, Kerstin Biestmann und Dimitrij Scherer. Foto: Röttgers

Experten für Solarenergie: In Osterfeine informierten über das Thema "Photovoltaik" (von links) Knud Vormschlag, Roman Fehler, Katrin Mattes, Kerstin Biestmann und Dimitrij Scherer. Foto: Röttgers

"Jeder Hausbesitzer kann selber schauen, ob und wie gut sein Gebäude für Photovoltaik geeignet ist", erklärte Knud Vormschlag im Saal Fangmann in Osterfeine. Der Geschäftsführer und Solarfachberater vom Beratungsbüro "BEKS EnergieEffizienz" stellte rund 50 Interessierten im Rahmen der "Energetischen Quartierssanierung Damme-Ost" bei einer von der Dammer Stadtverwaltung organisierten Veranstaltung vor, wie "Photovoltaik auf meinem Dach" platziert werden kann.

Über das "Solardachkataster des Landkreises Vechta" könne jedes Gebäude erfasst und mittels einer Farbskala bewertet werden. Interessierte müssten dafür einfach nur ihre eigene Adresse eingeben. Das Programm belege die Dachflächen automatisch. "Dunkelrot ist am besten, dann ist die Sonnenscheinausbeute optimal", erläuterte Vormschlag. Im Ergebnis seien die CO₂-Einsparung, die Rendite und der Eigenstromanteil sofort ablesbar.

Auch auf der Ost- oder Westseite kann es respektable Ergebnisse geben

Die zentrale Frage war, wie sich per Photovoltaik (PV) erzeugter Strom zur Eigenstromversorgung nutzen lässt. Dabei zeigte der Fachmann am Ertrag auf, dass es "nicht immer nur PV-Anlagen gen Süden" sein müssten. Generell ließen PV-Anlagen zwar auf der Südseite die höchsten Erträge erzielen, aber auch Anlagen auf der West- oder der Ostseite lieferten ganz respektable Ergebnisse.

Auf großes Interesse stieß bei den Zuhörern die Vergütung von Solarstrom. Dazu sagte Knud Vormschlag: Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) erhielten Hausbesitzer von PV-Anlagen bis zu 10 Kilowatt-Piek (kWp) 8,6 Cent je Kilowattstunde (kWh), für Anlagen von 10 bis 40 kWp seien es noch 7,5 Cent, für Großanlagen von 40 bis 100 kWp 6,2 Cent. "Größere Anlagen über 100 kWp müssen ihren Strom direkt an der Strombörse anbieten", sagte Vormschlag, der allerdings schon auf die "Absenkung der Vergütung" ab kommendem Jahr hinwies.

Insgesamt gibt es keine Wahnsinnsrenditen

Anhand einer Beispielrechnung für einen 3-Personen-Haushalt am Mühlenberg erläuterte der Solarexperte, ob sich PV-Anlagen zur Eigenstromversorgung, mit Nutzung einer Wärmepumpe oder mit Wärmepumpe und einem E-Auto rentiere. "Insgesamt gibt es zwar keine Wahnsinnsrenditen, doch lässt sich etwas sparen und für das Klima tun", bilanzierte Vormschlag, dass ein einzelner Haushalt bis zu 3 Tonnen CO₂ im Jahr einsparen könne.

Die finanzielle Seite beleuchtete Dimitrij Scherer. Der Master of Science für Stadt- und Regionalentwicklung bei "BIG-Bau Projekt- und Stadtentwicklung" erläuterte den Steuervorteil sowohl für Vermieter, Eigennutzer und für den Erhaltungsaufwand. "Nicht jeder kennt die Sonderabschreibung", erinnerte Scherer daran, dass Eigenheimbewohner über 10 Jahre 90 Prozent an Sonderabschreibung vornehmen könnten. "Bei Vermietern sind es sogar über 12 Jahre hinweg 100 Prozent."

Dimitrij Scherer erwartet 2024 neue Förderprogramme

Nachdem ein Förderprogramm des Bundes mit einem Volumen von 300 Millionen Euro bereits nach einem Tag ausgeschöpft war, verwies Scherer auf die Förderprogramme des Landes Niedersachsen im Rahmen des Klimaschutzes für Hauseigentümer. Er ging davon aus, dass "es in 2024 weitere Fördergelder geben werden müsse".

In einer anschließenden Fragestunde, die Katrin Mattes moderierte, wollte ein Anwohner wissen, ob er auch senkrecht an die Wand PV-Anlagen anbringen könne. "Der Fantasie sind fast keine Grenzen gesetzt", erklärte dazu Vormschlag. Es gelte lediglich, auf die Ausrichtung und auf möglichen Schattenwurf achten. Selbst Glaselemente für einen Wintergarten hat der Solarexperte nach eigenen Angaben bei einem Kunden bereits verbaut. Eine PV-Anlage sei schließlich auch eine "Wertsteigerung der eigenen Immobilie".

  • Info: Weitere Auskünfte erteilt als Klimaschutzmanager der Stadt Damme Roman Fehler, Telefon 05491/66253, E-Mail roman.fehler@damme.de; die Beispielrechnungen und der Vortrag "Photovoltaik auf meinem Dach" finden sich auf der Internetseite der Stadt Damme.

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