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Partyservices in bedrohlicher Situation

Viele Gastronomen haben weiter in der Corona-Pandemie zu kämpfen, sagt Michael Többen. Unterdessen zieht der Cloppenburger Bernd Höne eine Klage gegen die Sperrstunde in Erwägung.

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Michael Többen. Foto: © Többen

Michael Többen. Foto: © Többen

Corona macht vielen Gastronomen weiter einen Strich durch die Rechnung. So musste Michael Többen sein lange geplantes Oktoberfest unter Hygienevorschriften absagen, mit der Sperrstunde habe dies keinen Sinn mehr gemacht. 

„Wir hatten 75 Anmeldungen und alles war gut vorbereitet", erklärt der Betreiber eines Partyservices im Gespräch mit OM Online. Mit Absperrgittern hätten die Besucher eigene Bereiche für sich gehabt, verschiedenfarbige Eintrittsbänder hätten ein Aufeinandertreffen und Vermischen der Gäste verhindert. Zudem habe er schon früh mit der Werbung begonnen und sich ein Hygienekonzept erstellen lassen. „Da sind wir auch finanziell in Vorleistung getreten", sagt der Cloppenburger.

Többen hat zudem nur noch eine leise Hoffnung auf Weihnachtsfeiern in diesem Jahr: „Ich gehe nicht wirklich davon aus." Eine Möglichkeit sei, dass Essen in Firmen zu bringen, die dort zumindest ein kleines Treffen für Mitarbeiter veranstalten wollen. „Wir müssen uns etwas einfallen lassen. Irgendetwas muss ja reinkommen", sagt er. 

Für viele Kollegen in der Branche sei das aber auch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Situation sei für viele Partyservices bedrohlich, man müsse das Jahr irgendwie überstehen und dann auf eine Besserung in 2021 hoffen. „Aufholen werden wir das aber ganz sicher nicht wieder", so Többen.

Unterdessen ärgert sich Hotelier und Gastronom Bernd Höne auch eine Woche nach Verordnung einer Sperrstunde im Landkreis Cloppenburg  noch darüber. Nachdem einige Branchen-Kollegen in Berlin erfolgreich vor Gericht gezogen sind, zieht auch der Cloppenburger eine Klage in Erwägung.

Bernd Höne. Foto: © HöneBernd Höne. Foto: © Höne

„Das würde den Restaurants sehr helfen. Auch wenn ab 23 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden darf, würde uns das schon etwas bringen“, sagt Höne. So müsste er die Gäste nicht unter Druck setzen und sie könnten in Ruhe austrinken oder auch alkoholfreie Getränke bestellen. „Für die Kollegen, die eine Kneipe oder Bar betreiben, würde das natürlich noch nichts bringen. Da muss sich auch etwas tun“, stellt er klar.

Er kritisierte zudem, dass die Gastronomie immer als Sündenbock herhalten müsse. In anderen Branchen sei nicht mal eine Mund–Nasen–Bedeckung bei Mitarbeitern vorgeschrieben. Man werde in der Gastronomie oftmals ungerecht behandelt.

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