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„Osterglaube macht das Leben freier“

Bischof Thomas Adomeit predigt Ostersonntag in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg.

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Osterpredigt: Bischof Thomas Adomeit. Foto:  ELKiO/Hemmen

Osterpredigt: Bischof Thomas Adomeit. Foto: ELKiO/Hemmen

Während Weihnachten das Herz wärme, verwandle Ostern die Welt, betonte der Oldenburger Bischof Thomas Adomeit in seiner Predigt am Ostersonntag in der Oldenburger St.-Lamberti-Kirche. Ostern sei das größte Fest der Christenheit, größer als Weihnachten. Denn das wirklich Unerhörte geschehe nicht in der Krippe, „sondern am leeren Grab: dass Gott den Gekreuzigten von den Toten auferweckt“, so der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg in seiner Predigt.

Dass der Tod nicht das Ende bleibe – das sprenge die Erfahrung der Menschen, sagte der Bischof laut einer Mitteilung. „Erst mit Ostern wird das Wunder Gottes für uns in seiner ganzen Tiefe relevant. Erst Ostern macht aus der Geburt Jesu mehr als eine anrührende Geschichte. Erst Ostern zeigt: Dieses Kind ist gekommen, um uns durch den Tod hindurch in das Leben Gottes zu ziehen.“

„Ich muss mich nicht in diesem Leben zum König aufspielen, als hinge alles an mir.“

Bischof Thomas Adomeit

Die Auferstehung Christi sei der Mittelpunkt des Glaubens. "Ostern ist das Fest der Feste“, betonte der Oldenburger Bischof. Wenn mit diesem Leben nicht alles gesagt sei, dann müssten die Menschen auch aus diesem einen Leben nicht alles herauspressen. „Dann muss ich nicht der Erste sein, nicht der Reichste, nicht der Schönste, nicht der, der auf jeden Fall gewinnt. Ich muss mich nicht in diesem Leben zum König aufspielen, als hinge alles an mir. Der Osterglaube macht das Leben nicht kleiner, sondern freier. Er nimmt den panischen Zwang, sich selbst unsterblich machen zu müssen.“

Wer in der Gewissheit lebe, dass Gott mehr mit ihm vorhabe als die Spanne zwischen Geburt und Grab, der könne anders leben, „dankbarer, bescheidener, mutiger. Der kann teilen statt zu horten. Der kann vergeben, statt jeden Sieg auszukosten. Der kann dienen, statt sich dauernd in Szene zu setzen.“

„Wir erleben Kriege und Vertreibung. Familien verlieren ihre Heimat. Kinder verlieren ihre Sicherheit. Menschen sterben unter Bomben, auf der Flucht, in zerbrechenden Lebensverhältnissen. Und wir erleben, wie die Schöpfung unter Druck gerät, wie die Klimakrise das Leben vieler Menschen bedroht.“ Wer Ostern feiere, so Adomeit, dürfe sich mit der Macht des Todes nicht abfinden – weder auf Schlachtfeldern noch an Grenzen, weder in der Verrohung der Sprache noch in der Zerstörung der Schöpfung. „Christus ist auferweckt. Darum ist unser Glaube nicht leer. Darum ist unsere Hoffnung nicht illusionär.“

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