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Oberschule bangt um gymnasialen Zweig

Die weiterführende Schule in der Stadt Dinklage verzeichnet deutlich weniger Anmeldungen als noch in den Vorjahren. Wobei: Die Zahlen an den Grundschulen sind konstant.

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Droht ein Ende? Der gymnasiale Zweig der Oberschule in Dinklage kämpft ums Überleben. Im aktuellen Schuljahr wurden gerade einmal 10 neue Fünftklässler eingeschult. Foto: Scholz

Droht ein Ende? Der gymnasiale Zweig der Oberschule in Dinklage kämpft ums Überleben. Im aktuellen Schuljahr wurden gerade einmal 10 neue Fünftklässler eingeschult. Foto: Scholz

In Dinklage werden aktuell knapp 200 Kinder weniger unterrichtet, als noch vor einigen Jahren. Am stärksten ist der Rückgang im gymnasialen Zweig der Oberschule zu spüren. Wo 2019 noch 19 Schüler hier eingeschult worden sind, waren es 2020 nur gerade einmal 10 Schüler. Die Landesschulbehörde hält das für problematisch. Und auch die Kommunalpolitiker plagen Zweifel, ob der Erhalt des Zweiges Sinn macht. Das zeigte sich auf der jüngsten Schulausschusssitzung.

Insgesamt werden im Schuljahr 2020/21 in Dinklages Schulen, also der Grundschulen Kardinal-von-Galen (KvG) und Höner Mark (HM) sowie an der Oberschule, 990 Schülerinnen und Schüler betreut. Dabei hat die Schülerzahl an der Oberschule im Vergleich zum Vorjahr um 17 abgenommen. Der Grund dafür: Zum einen wurden weniger Schüler, als in den Vorjahren eingeschult und zu anderen habe es einige Schulabgänger gegeben, erklärt Alfons Echtermann von der Stadt Dinklage. 

Landesschulbehörde fordert "Kombiklassen"

Das Problem trifft den gymnasialen Zweig besonders hart. Mindestens 27 Schülerinnen und Schüler pro Jahrgang wünscht sich Landeschulbehörde Niedersachsen pro Jahrgang an einer solchen Einrichtung. Bei 20 Jugendlichen, wie es in der Vergangenheit der Fall war, sei die Behörde noch tolerant. Doch seien die 10 Schüler in diesem Jahr problematisch, räumt Echtermann ein. "Ich würde sagen: Es wurde uns nichts angedroht, sondern milder formuliert wurde die Stadt von der Landeschulbehörde auf das Problem hingewiesen", sagt Echtermann. Auch, weil der Verteilerschlüssel von Lehrkräften nicht mehr passe.

Die Forderung der Landesschulbehörde sei nun, dass es "Kombiklassen" geben müsse. Das bedeutet, dass Klasse 5 und 6  zusammen unterrichtet werden müssten. Echtermann dazu: "Das wollen wir auf jeden Fall vermeiden und wäre auch nicht Sinn des gymnasialen Zweiges." Er sagt aber auch: "Auf Dauer wird das nicht mehr gut gehen. Wir müssen uns als Stadt überlegen, was wir nun tun können." Ansonsten hieße das für den gymnasialen Zweig an Dinklages Oberschule nach 7 Jahren ein Ende.

Auch in der Schulausschusssitzung wurde das Problem, dass weniger Schüler im gymnasialen Zweig eingeschult werden, andiskutiert. Dabei wurde die Forderung laut, ob die Stadt nicht verstärkt diesen bewerben müsste. Schlussendlich kam die Diskussion zu dem Ergebnis: Der Ausschuss muss sich mit dem Thema in den nächsten Sitzungen weiter beschäftigen.

Steigende Schülerzahlen an den Grundschulen

An der Grundschule Kardinal-von-Galen hat sich die Schülerzahl im Vergleich zum Vorjahr um 10 reduziert. Zum neuen Schuljahr wurden 61 Schüler angemeldet. Den Berechnungen der Stadt Dinklage zur Folge werden demnächst aber wieder mehr Erstklässler betreut. Für das Jahr 2025 rechne man mit 71 Schulanfängern, berichtet Alfons Echtermann in der jüngsten Schulausschussitzung. Basis der Berechnung sind die Geburtenzahlen. Damit würde bis 2025 die Anzahl an benötigten Klassenräumen von aktuell 11 auf 13 steigen. Diese stehen laut Echtermann aber zur Verfügung stehen.

Ein ähnliches Bild zeigt sich an der Grundschule Höner Mark. Hier hat sich die Schülerzahl im Vergleich zum Vorjahr um 5 erhöht. Insgesamt wurden im Jahr 2020 59 Erstklässler angemeldet. Wie auch an der Kardinal-von-Galen Schule geht die Stadt Dinklage von einem Plus an Schulanfängern aus. Im Jahr 2025 rechnet die Stadt mit 73 Erstklässlern. 13 Klassen werden dann benötigt; die seien vorhanden, sagt Echtermann. 

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