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Null-Diät: Wundermittel oder Nullnummer?

Mach' mal (Mittags-)Pause: So heißt unsere neue Reihe. Wobei: Wieso nicht einfach nichts essen und schon purzeln die Pfunde?! Die OM-Medien haben sich schlau gemacht.

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Nur Wasser: Darauf setzt die Null-Diät. Symbolfoto: dpa

Nur Wasser: Darauf setzt die Null-Diät. Symbolfoto: dpa

Das vergangene Jahr hat sich mit einer Kalorienschlacht rund um Plätzchen und Braten verabschiedet. Jetzt ist der Vorsatz dran, die Pfunde purzeln zu lassen. In diesem Jahr scheint die Null-Diät besonders angesagt. Doch kann sie halten, was sie verspricht? Die OM-Medien haben bei Sabrina Wewer, Ernährungsberaterin, Diätassistentin und Köchin aus Cloppenburg, nachgefragt.

Was ist eine Null-Diät?
Bei der Null-Diät, auch unter dem Namen Wasserfasten geläufig, nimmt man keine festen Nahrungsmittel zu sich. Lediglich Wasser und auch ungesüßter Tee werden dem Körper zugeführt. Nicht einmal kräftigende Getränke, wie Säfte oder Suppen, sind erlaubt. Schließlich ist das Ziel, möglichst schnell Gewicht zu verlieren.

Ist die Null-Diät zu empfehlen?
Sabrina Wewer findet das nicht. „Es wird nicht verbrannt, was man verbrennen möchte“, sagt sie. Und meint damit das Fett. Denn zunächst geht es den Kohlenhydraten und den Proteinen an den Kragen. Erst ganz zum Schluss ist das Fett an der Reihe.

Warum ist das schlecht?
Das größte Problem ist laut Wewer der Muskelabbau. Der erfolgt bereits nach 24 bis 48 Stunden. Muskulatur ist aber für den Stoffwechsel entscheidend. Es sei, als ob man einen Kamin nicht befeuert. Ohne Kohlenhydrate kann der Kamin, also die Muskulatur, nicht brennen. Bei jeder Diät wird Muskulatur abgebaut und damit verschlechtert sich der Stoffwechselhaushalt. „Der Körper braucht Energie, um Fett zu verbrennen – nicht Hunger“, bringt es Wewer auf den Punkt.

Hält nicht viel von der Null-Diät: Ernährungsberaterin Sabrina Wewer. Foto: KöhneHält nicht viel von der Null-Diät: Ernährungsberaterin Sabrina Wewer. Foto: Köhne

Gibt es neben dem Muskelabbau noch weitere Nachteile der Null-Diät?
Ernährungsberaterin Wewer tischt gleich eine ganze Reihe von Minus-Punkten auf. Neben dem Muskelabbau und der Stoffwechselverlangsamung wären das Nährstoffmängel, hormonelle Störungen, Leistungsabfall und Konzentrationsstörungen. Außerdem gibt es den gefürchteten Jojo-Effekt, da der schnelle Gewichtsverlust hauptsächlich auf Wasser- und Muskelverlust zurückzuführen ist. Gepurzelte Pfunde sind rasch wieder da.

Hat die Diät-Form auch etwas Positives?
Nach der Null-Diät kann die Achtsamkeit für das Essen erhöht sein. Die Insulinsensitivität verbessert sich kurzfristig. Das bedeutet, die Körperzellen reagieren schneller auf das Hormon Insulin, um Blutzucker (Glukose) aufzunehmen. Der Gewichtsverlust kann nur am Rande genannt werden, da der Effekt nicht nachhaltig ist. Medizinisch kann er aber in Ausnahmefällen sinnvoll sein, muss dann aber streng kontrolliert werden.

Sollte man mit seinem Arzt Rücksprache halten, wenn man eine Null-Diät machen möchte?
Unbedingt, sagt Sabrina Wewer. Ohne medizinische Begleitung sei eine Null-Diät für die meisten Menschen eher ein Risiko als eine Lösung. Nicht geeignet ist die Null-Diät für Schwangere und Stillende, für Menschen mit Essstörungen, Diabetiker, ältere Menschen und sportlich Aktive.

Was wird jetzt ohne Null-Diät aus dem Vorsatz, leichter ins neue Jahr zu starten? Gibt es eine gute Alternative?
Sabrina Wewer rät dazu, regelmäßig zu essen. Dabei sollte man Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel reduzieren. Das bedeute keinen Verzicht. Gleichzeitig sollte man den Anteil von Eiweiß und Gemüse erhöhen. Auch ausreichend zu schlafen, sei wichtig. Und natürlich Bewegung. Spaziergänge sind ein guter Start. Sie eignen sich für jeden und regen den Stoffwechsel an. Ein weiterer Tipp der Ernährungsexpertin ist, sich realistische Ziele zu setzen. Schon Kleinigkeiten zu ändern, bedeutet eine Veränderung. Und bei all dem solle man nicht vergessen: „Essen ist etwas Wunderschönes.“

Info: Jedem stehen bis zu zwei zertifizierte Präventionskurse im Jahr zu, die von den Krankenkassen bezuschusst werden. Angeboten werden Kurse zu Ernährung, Bewegung, Entspannung und zur Suchtprävention.

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