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Niklas Brock liebt die Geschwindigkeit

Seit vier Monaten ist der 24-Jährige aus Oythe bei den FPV Lions Diepholz und fliegt Drohnen-Rennen. Am meisten fasziniert ihn dabei die Geschwindigkeit.

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Drohne, Brille und Joystick: Beim Drohnenracing wird viel Equipment benötigt. Foto: Kessen

Drohne, Brille und Joystick: Beim Drohnenracing wird viel Equipment benötigt. Foto: Kessen

Der Vechtaer Niklas Brock hat mit seinen 24 Jahren schon viel ausprobiert. Erst Modellfliegen, zwischendurch Gaming, dann Motorradfahren. Mittlerweile ist seine Leidenschaft das "Drohnenracing". Jede freie Minute verbringt der Student mit seinen vier Drohnen. Inzwischen ist er auch im Verein bei den FPV Lions Diepholz aktiv - eine Sparte des TSV Aschen.

"FPV" steht dabei für "First Person View". Brock, der bei Rennen unter dem Namen "Bullwai" (Anlehnung an eine Filmfigur) fliegt, erklärt: "Damit ist das Fliegen einer Drohne aus der Ich-Perspektive gemeint." Dafür nutzen die Drohnen-Piloten spezielle Brillen, auf die die Sicht der Drohne projiziert wird. Man würde gedanklich in der Drohne sitzen, beschreibt der Vechtaer. 

Renn-Durchgang dauert zwei Minuten

Das generelle Prinzip beim Drohnen-Rennen sei es, innerhalb einer vorgegebenen Zeit möglichst viele Runden durch einen Pacours zu fliegen. Die würden meistens auf Sportplätzen oder anderen abgesperrten Plätzen aufgebaut werden. Dort werden mehrere Durchgänge geflogen, am Ende wird die beste Zeit gewertet. "Ein Durchgang dauert meistens zwei Minuten", erklärt der gelernte Feinwerkmechaniker. Das habe vor allem damit zu tun, dass die Akkus nach circa fünf Minuten "schlappmachen" würden. Nach maximal einer halben Stunde Laden sei der Akku aber wieder voll.

Für Menschen, die mit Drohnen professionelle Videos machen möchten, gebe es das Freestyle-Racing, sagt Brock. Bei solchen Drohnen sei mehr Platz für eine Kamera. Drehorte seien zum Beispiel alte Raffinerien. "Da entstehen dann schon coole  Videos", weiß der 24-Jährige aus Oythe.

Racing-Drohnen stehen für Schnelligkeit

Racing-Drohnen könne man nicht mit herkömmlichen Freizeit-Drohnen vergleichen, erklärt Brock: Während die Freizeit-Modelle eher höher fliegen und Fotos machen könnten, seien die Racing-Modelle primär auf Schnelligkeit und Wendigkeit auslegt, sagt er. Daher seien seine Drohnen auch wesentlich kleiner. Bei den Racing-Drohnen gebe es dann nochmal verschiedene Propeller-Ausführungen, meistens zwischen drei und sechs Zoll.

Brock, der momentan Wirtschaftswissenschaften und Maschinenbau auf Lehramt in Paderborn studiert, ist vor drei Jahren zum Drohnenracing gekommen. Bei einem Krankenhausaufenthalt habe er auf Youtube "rumgedaddelt" und Videos zu dem noch recht neuen Sport gesehen. "Die Geschwindigkeit hat mich sofort fasziniert", berichtet er. Denn: Die Drohnen könnten innerhalb von zwei Sekunden auf 180 Stundenkilometer beschleunigen. Generell habe ihn Geschwindigkeit immer sehr interessiert: egal, ob beim Formel-1-Schauen, beim Motorradfahren oder eben beim Drohnen-Racing.

Seit vier Monaten ist Brock bei den FPV Lions Diepholz. "Es ist ein sehr cooles Klima dort, jeder ist willkommen." 2019 hat sich die Sparte gegründet, die Mitglieder würden vorrangig aus den Landkreisen Diepholz und Vechta kommen. Bisher nehme der Verein mit seinen Team-Piloten an sogenannten "Fun-Races" teil. "Das kann man mit Freundschaftsspielen im Fußball vergleichen", schildert Brock. Am 5. und 6. September (Samstag und Sonntag) findet in Diepholz wieder ein Fun-Race statt. In Zukunft wollen die Lions aber auch an Turnieren teilnehmen. 

Komplett auf das Fliegen fixiert: Niklas Brock steuert eine seiner Drohne im Garten. Foto: KessenKomplett auf das Fliegen fixiert: Niklas Brock steuert eine seiner Drohne im Garten. Foto: Kessen

Einsteiger sollten zunächst Simulation nutzen

Einsteigern empfiehlt Brock, zunächst mit dem Simulator zu üben. Denn am Anfang stünden hohe Kosten, um sich das nötige Equipment anzuschaffen. "Da wäre es schade, wenn man seine erste Drohne gleich zu Schrott fliegt", meint Brock. Beim Simulator hingegen könne nichts passieren, man spiele eigentlich ein Computerspiel im echten Leben. Außerdem bestehe die Möglichkeit, bei den Lions bei einem Lehrer-Schüler-Programm mitzumachen, um "einfach mal reinzuschnuppern."

"Man wird nie einen Drohnen-Racer sehen, der jemanden in Gefahr bringt."Niklas Brock, Drohnen-Pilot bei den FPV Lions Diepholz

Eines liegt dem Drohnen-Piloten besonders am Herzen: Er möchte seine Szene nicht mit "irgendwelchen Idioten" verglichen wissen, die zum Beispiel an Flughäfen oder in Nachbarschaften für Unruhe sorgen würden. "Man wird nie einen Drohnen-Racer sehen, der jemanden in Gefahr bringt", spricht Brock für sich und seine Kollegen. Das sei oberste Priorität. Deswegen nutzen er und die anderen Piloten nur ausgewiesene Flugplätze oder sehr abgelegene Gegenden.

Der angehende Lehrer berichtet, dass "quasi jeder" aus dem Drohnenracing seine Drohnen selbst zusammenbaut. "Das ist das Faszinierende: Etwas selber zu bauen und es dann auszuprobieren", schwärmt er. Und: Es benötige zwar einiges an Übung, um das Fliegen einer Drohne zu lernen, weil man sehr exakt und perfektioniert fliegen müsse. Aber nach einigen Monaten Erfahrung hätte man irgendwann den Dreh raus, erzählt Brock aus eigener Erfahrung. Und auch bei den FPV Lions Diepholz würde man sich immer über Zuwachs freuen.

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