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Neustart im Kleinen Kaufhaus: Bald soll auch die "Haltestelle" wieder zum Treffpunkt werden

Leiterin Stefanie Haring und die etwa 60 Ehrenamtlichen waren während der Zwangspause nicht untätig: Der Verkaufsraum im Keller wurde renoviert, das Lager aufgeräumt, die Schaufenster umgestaltet.

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Die Türen des Kleinen Kaufhauses in Steinfeld öffnen sich wieder: Ein herzliches Willkommen sagen (von links) Agnes Bünker, Gaby Kröger, Marianne Böckmann, Stefanie Haring und Maria Tanklage. Foto: Haring

Die Türen des Kleinen Kaufhauses in Steinfeld öffnen sich wieder: Ein herzliches Willkommen sagen (von links) Agnes Bünker, Gaby Kröger, Marianne Böckmann, Stefanie Haring und Maria Tanklage. Foto: Haring

Es ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen – auch für die Kleinen Kaufhäuser im Landkreis Vechta. Mit der Aufhebung der "Bundes-Notbremse" dürfen auch die 5 Geschäfte des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) am Freitag (21. Mai) wieder öffnen. Die Steinfelder Leiterin Stefanie Haring und ihr ehrenamtliches Team freuen sich auf den Neustart. 5 Kunden gleichzeitig dürfen sich im Laden aufhalten. Ein negativer Corona-Test ist zum Einlass nicht erforderlich, die Kleinen Kaufhäuser bieten ein "Click & Meet" an. "Man kann spontan an der Ladentür einen Termin abmachen. Wir arbeiten mit der Luca-App", sagt Haring.

Im Steinfelder Geschäft hat sich während der monatelangen Zwangspause etwas getan: Der Keller erstrahlt nach einer Renovierung in neuem Glanz – und für den Treffpunkt "Haltestelle" am Rathausplatz gibt es zahlreiche Ideen.

Seit Mitte Dezember waren die Türen geschlossen. Dabei hat das Kleine Kaufhaus Steinfeld auch Babyausstattung im Angebot. Damit hätte es theoretisch öffnen dürfen. Auch ein "Click & Meet"-Service wäre zwischenzeitlich möglich gewesen. Doch wie Haring erklärt, hatten sich die Verantwortlichen des SkF bewusst dagegen entschieden. "Unsere Mitarbeiter sind überwiegend in einem gewissen Alter. Wir tragen eine Verantwortung."

Mehr Platz für schöne Wohnideen: Stefanie Haring, Leiterin des Kleinen Kaufhauses in Steinfeld, freut sich über den umgestalteten Verkaufsbereich im Keller des Ladens. Foto: TimphausMehr Platz für schöne Wohnideen: Stefanie Haring, Leiterin des Kleinen Kaufhauses in Steinfeld, freut sich über den umgestalteten Verkaufsbereich im Keller des Ladens. Foto: Timphaus

Untätig waren die Ehrenamtlichen in Steinfeld aber nicht. In Kleingruppen gestalteten sie beispielsweise die Schaufenster um – als Blickfang und Werbefläche. Gerne würde Haring, falls gewünscht, Leerstände im Ortskern bespielen – "dafür benötigen wir natürlich ein paar Puppen". Gesehen werden ist alles: Auch auf Instagram präsentieren sich die kreisweit 5 Kleinen Kaufhäuser mittlerweile.

Das Klientel hat sich im Laufe der mittlerweile 6 Jahre in Steinfeld gewandelt. Dennoch bleibt festzustellen: Besonders finanziell schwächere Menschen sind auf das Kleine Kaufhaus angewiesen. "Wir stehen im intensiven Kontakt mit der Gemeinde und der Pfarrei. Über diese Kanäle läuft trotz Corona viel", berichtet Haring. 

Kleines Kaufhaus Steinfeld zählt 60 Ehrenamtliche

Der Vechtaerin und ihrem Team fehlte die tägliche Arbeit. Dem SkF wiederum fehlten die Einnahmen für seine Projekte. Außerdem liefen die Kosten für Miete, Strom, Heizung und Müll weiter. "Alle hauptamtlichen Leitungen waren in Kurzarbeit", sagt Haring. Über kommunale Zuschüsse sowie Spenden von Privatpersonen und Service-Clubs kam zumindest ein wenig Geld in die Kasse. Es blieb aber die Frage: Wie lange können sich die Kaufhäuser so noch tragen?

Jetzt herrscht wieder Zuversicht. Dass die breite Front der etwa 60 Ehrenamtlichen in Steinfeld wegbrechen könnte, davor hatte Haring ohnehin keine Angst. "Sie sehnen sich nach Beschäftigung." Sie spricht von Langeweile bei den meisten, bei manchem auch von Vereinsamung. "Die Ehrenamtlichen haben sich bewusst für diese Aufgabe entschieden. Sie wünschen sich den Austausch." Erst kürzlich habe sie ein Gespräch mit 2 Anwärterinnen geführt, die sich im Kleinen Kaufhaus Steinfeld engagieren wollen.

Zum "Zeitvertreib", wie es die Steinfelder Leiterin formuliert, wurde eine Verschönerungsaktion im Kleinen Kaufhaus gestartet. Das Team renovierte den Verkaufsbereich im Keller und baute ihn teilweise um. Auch im Lager herrscht jetzt noch mehr Ordnung. "Nur 90 Euro hat uns die Aktion gekostet." Ein neuer Anstrich, neue Fußleisten, Möbel aus dem früheren Geschäft Leder Voßmann in Lohne – mit geringem finanziellen Aufwand haben die Ehrenamtlichen viel geschafft.

Frühstück zum Geburtstag? In der "Haltestelle"!

Und was sind die Zukunftspläne? Haring sagt, sobald es die Corona-Lage zulasse, wolle sie den Treffpunkt "Haltestelle" wiederbeleben. Dabei handelt es sich um den rückwärtigen Teil des Kleinen Kaufhauses, in Richtung Rathausplatz. Der Raum steht Gruppen und Gästen zur Verfügung. Träger ist der SkF. "Es soll ein Ort der Begegnung sein", erläutert Haring.

Sie gibt zu, dass viele Überlegungen und Ideen bislang durch das benachbarte Café Theilmann ausgebremst wurden. Nach dessen Schließung Ende August 2020 stellt sie fest: "Jetzt ist unsere Chance gekommen." In Zusammenarbeit mit Theresia Bosche möchte die Kaufhaus-Leiterin beispielsweise Geburtstagsfrühstücke in der "Haltestelle" ausrichten. Der Raum könne überdies wie vor der Pandemie für Spielenachmittage, Handarbeitstreffen und Strickaktionen genutzt werden. Anfragen nehme der SkF entgegen. 

Treffpunkt soll wieder richtig durchstarten

Haring sagt: "Die Haltestelle war gut angelaufen – und kann bald wieder durchstarten." Sie ist überzeugt, dass die Menschen gerade nach dieser entbehrungsreichen Corona-Zeit den Drang verspüren, vor die Haustür zu treten und sich zu treffen.

  • Info: Das Kleine Kaufhaus in Steinfeld ist dienstags bis freitags von 9.30 bis 12.30 Uhr sowie 14.30 bis 18 Uhr und samstags von 9.30 bis 12.30 Uhr geöffnet. Montags hat das Geschäft geschlossen. Die Warenannahme ist dienstags von 10 bis 12 Uhr und freitags von 15 bis 17 Uhr.

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