Es ist wie ein Dorf, aber in einem Gebäude kondensiert – das Haus St. Bonifatius der St.-Hedwig-Stiftung. Am Burgring 5 in Bakum sollen zum 1. Oktober 2021 die ersten Mieter einziehen können. Im Erd- sowie im Obergeschoss entsteht eine Wohngemeinschaft (WG) mit jeweils 12 Appartements. Jedes hat eine Größe von 20 Quadratmetern und verfügt über ein eigenes barrierefreies Badezimmer. Lebensmittelpunkt werden die Wohnküche sowie die Lounge oder das Wohnzimmer sein.
24 ältere und pflegebedürftige Menschen können sich hier also zusammenfinden, um gemeinsam ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu führen. Sie würden ihren Alltag selbst gestalten und sich über eine Gemeinschaftsvereinbarung organisieren. „Das Konzept der ambulanten Wohngemeinschaft bietet eine familiäre Alternative zur klassischen stationären Versorgung“, erklärt Peter Schulze, Geschäftsführer der Sozialstation Nordkreis Vechta. Helmut Themann, der den Kooperationspartnern Sozialstation Nordkreis Vechta und Willibald Meistermann beratend zur Seite stand, sagt: „Wir müssen Pflege neu denken, sie regionalisieren und vor Ort haben.“
Mietverhältnis über mindestens 10 Jahre
Die Sozialstation wird Generalmieter der Immobilie von Investor Willibald Meistermann. Das Mietverhältnis wurde über einen Zeitraum geschlossen, mit dem die Einrichtung verlässlich planen kann – also mindestens über 10 Jahre. Die Sozialstation Nordkreis Vechta wird nämlich ihren Pflegestützpunkt von der Kirchstraße 2 an den Burgring verlagern und plant zum 1. September dort einzuziehen. „Wir freuen uns riesig darauf“, sagt Pflegebereichsleiterin Nicole Höne, „meine Kollegen sind begeistert von den Räumlichkeiten“. Zwar hätten sie jetzt etwas weniger Platz, aber bessere Arbeitsbedingungen – beispielsweise durch einen abschließbaren Dokumentationsraum und eine eigene Toilette. Der Stützpunkt wird direkt unter dem Dach untergebracht sein.
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Eingangsbereich Haus St. Bonifatius: Jede WG verfügt über einen eigenen Eingang. Grafiken: Agnes Bornhorst Innenarchitektur
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Das dörfliche Ambiente und die entsprechende Atmosphäre finden sich in der Gestaltung des Innenbereichs wieder.
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Breite, kurze Wege verbinden die Appartements. Hier sind auch immer wieder Sitzgelegenheiten eingestreut.
Aktuell versorge dieser mit 13 Mitarbeitenden etwa 100 Patienten pro Tag in der ambulanten Pflege, so Peter Schulze, und fährt fort, dass etwa 20 Angestellte hinzukommen werden, um eine entsprechende Betreuung im Haus St. Bonifatius sicherzustellen – und zwar rund um die Uhr, 7 Tage die Woche. Die ersten Pflegekräfte seien bereits eingestellt und würden mit der pflegerischen Philosophie und dem Konzept vertraut gemacht. Pro WG sei mindestens 1 Präsenzkraft zwischen 6 und 20 Uhr vor Ort. Hinzu komme der Nachtdienst.
"So, wie schon früher 'Meistermanns Saal', wird jetzt die 'Dorfstube' ein Treffpunkt für die Mieterinnen und Mieter der Wohnanlage ebenso wie für Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bakum sein."
Peter Schulze, Geschäftsführer Sozialstation Nordkreis Vechta
Es geht in den ambulanten WGs um ein selbstbestimmtes Leben in einer Gemeinschaft. Gemeinsame Aktivitäten und Unternehmungen sollen den Zusammenhalt stärken und für ein lebendiges Miteinander sorgen. Aber nicht nur unter den Bewohnern, sondern auch mit der Nachbarschaft und den Bakumer Bürgern. Diesem Zweck dient die „Dorfstube“ unter dem Dach. Ein Veranstaltungsraum, der jedem offen stehen soll, um gemeinsam etwas zu erleben. Ausgestattet wird der Raum mit Möbeln von Willibald Meistermann. "So, wie schon früher 'Meistermanns Saal', wird jetzt die 'Dorfstube' ein Treffpunkt für die Mieterinnen und Mieter der Wohnanlage ebenso wie für Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Bakum sein", so Peter Schulze.
Am letzten Septemberwochende soll es einen Tag der offenen Tür geben
Baustart war 2019. Über die Investitionssumme möchte Willibald Meistermann keine Angaben machen. Corona und der schlechte Baugrund verzögerten die ganzen Arbeiten. So wurden 73 Pfähle 9,5 Meter tief in das Erdreich des ehemaligen Bakumer Baches getrieben, um die Basis für das Gebäude zu legen. Teilweise konnte während der Pandemie nur ein Gewerk auf einer Etage arbeiten – normalerweise geschieht hier vieles parallel, berichtet Willibald Meistermann. Doch nun ist ein Ende in Sicht und der Rohbau wird Anfang nächster Woche den Nachbarn gezeigt werden. Neugierige müssen sich bis zum letzten September-Wochenende gedulden. Sofern die Pandemie es zulässt, soll es einen Tag der offenen Tür geben.
- Info: Für weitere Informationen können sich Interessenten an Peter Schulze (Telefon 04441/9777-416) oder Nicole Höne (Telefon 04446/988980) wenden.