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Neues Parkhaus am Lohner Hospital bietet Platz für 302 Fahrzeuge

Am Montag erfolgte der offizielle Spatenstich. Die Stadt investiert 4,132 Millionen Euro. Für das Großprojekt zeichnet das Unternehmen Goldbeck verantwortlich. Die Bauzeit beträgt nur 6 Monate.

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Hier fliegt der Sand fürs neue Parkhaus: Am offiziellen Spatenstich nahmen (von links) St.-Franziskus-Hospital-Geschäftsführer Thomas Meyer, Lohnes Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, Viktoria Begel (Assmann-Gruppe Münster) und Martin Sehlleier (Goldbeck Nord, Niederlassung Münster) teil. Foto: Timphaus

Hier fliegt der Sand fürs neue Parkhaus: Am offiziellen Spatenstich nahmen (von links) St.-Franziskus-Hospital-Geschäftsführer Thomas Meyer, Lohnes Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, Viktoria Begel (Assmann-Gruppe Münster) und Martin Sehlleier (Goldbeck Nord, Niederlassung Münster) teil. Foto: Timphaus

In wenigen Tagen geht es in Nachbarschaft zum St.-Franziskus-Hospital in Lohne in die Höhe: Dann beginnt der Bau für das neue Parkhaus. Mit dem offiziellen Spatenstich am Montag (1. März) hat die Stadt Lohne jetzt die heiße Phase des Großprojekts eingeläutet.

Für das Vorhaben zeichnet die Niederlassung Münster der Firma Goldbeck verantwortlich. Das größte Bauunternehmen in deutscher Hand hat als Totalunternehmer den Zuschlag erhalten und die Abwicklung übernommen – von der Planung bis zur Umsetzung. Die Stadt investiert 4,132 Millionen Euro für das schlüsselfertige Parkhaus.

Die Hochgarage soll zur Entlastung bei der angespannten Parksituation im Umfeld der Klinik und des Ärztehauses sowie Gesundheitszentrums beitragen. Durch den jüngst gestarteten Bau der Pflegeschule steigt der Bedarf in den kommenden Jahren sogar noch weiter an. Nach Fertigstellung des Parkhauses verdreifacht sich die Zahl der Parkplätze von bisher etwa 100 auf exakt 302. 

Engpässe vorprogrammiert: Während der Bauphase stehen nur 52 Parkplätze zur Verfügung

Lohnes Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer nannte das Vorhaben "eine Investition in die Zukunft unserer Stadt". Er betonte die Wichtigkeit eines guten Parkangebots in zentraler Lage. Angesichts der Pläne für den Bau des Zentralklinikums Vechta-Lohne wiederholte der Bürgermeister, was er im Vorfeld schon mehrfach gesagt hatte: "Ob die Zentralklinik realisiert werden kann, ist noch nicht gewiss. Und selbst wenn dieses Projekt gelingt, braucht es noch 8 bis 10 Jahre zur Fertigstellung. So lange können wir nicht warten." Zudem versicherte er, dass unter Berücksichtigung einer späteren medizinisch-pflegerischen Nachnutzung des Gebäudes und der Lage immer Stellplätze benötigt würden.

Das Parkhaus mit 7 Ebenen wird nach dem Split-Level-Konzept erstellt. Das bedeutet: Die Parkebenen verspringen um jeweils ein halbes Geschoss, diese werden durch kurze Rampen überbrückt. Nach Unternehmensangaben wird die Hochgarage in Systembauweise spätestens bis Ende August schlüsselfertig übergeben. 

Ein Großteil des ebenerdigen Parkplatzes am Lohner Krankenhaus ist bereits Geschichte. In den vergangenen zwei Wochen rückten die Bagger an und bereiteten das rund 3.000 Quadratmeter große Grundstück für die weiteren Arbeiten vor.

Während der etwa 6-monatigen Bauzeit stehen im vorderen Teil des Bereichs Marienstraße/Franziskusstraße etwa zwei Drittel der Parkflächen nicht zur Verfügung. Die weiteren 52 Stellplätze im hinteren Bereich sind während der Bauphase über die Franziskusstraße zu erreichen. Es gilt eine Einbahnstraßenregelung.

Thomas Meyer freut sich: Der Geschäftsführer des St.-Franziskus-Hospitals erhielt wie alle Teilnehmer des offiziellen Aktes von der Firma Goldbeck einen personalisierten Spaten. Foto: TimphausThomas Meyer freut sich: Der Geschäftsführer des St.-Franziskus-Hospitals erhielt wie alle Teilnehmer des offiziellen Aktes von der Firma Goldbeck einen personalisierten Spaten. Foto: Timphaus

Der Bedarf an Parkflächen steigt: Im Umfeld entsteht derzeit eine Pflegeschule mit 187 Plätzen

Die Stadt verweist auf die zahlreichen Ausweichmöglichkeiten, nur wenige Gehminuten entfernt, rund um die Fußgängerzone. Insgesamt weist die Stadt derzeit nach eigenen Angaben rund 1.500 Parkplätze in der Innenstadt aus.

Thomas Meyer, Geschäftsführer des St.-Franziskus-Hospitals, nannte das Parkhaus eine "gute Ergänzung unserer Infrastruktur". Um die Sinnhaftigkeit zu verdeutlichen, verwies Meyer darauf, dass beim Krankenhaus sowie dem benachbarten St.-Elisabeth-Haus und der Sozialstation etwa 750 Mitarbeiter beschäftigt seien.

Hinzuzählen müsse man dann noch das Facharztzentrum mit seinen 17 niedergelassenen Ärzten sowie die Patienten und Besucher, die täglich in den Einrichtungen ein und aus gehen. Durch die im Bau befindliche Pflegeschule mit ihren 187 Plätzen, die "ein ganz wichtiger Baustein" für die Ausbildung von Fachkräften sei, werde der Bedarf im Umfeld des Hospitals weiter steigen, sagte Meyer.

Großzügig bemessen: Jeder Parkplatz im neuen Parkhaus ist 2,60 Meter breit

Mit dem offiziellen Spatenstich startet Goldbeck nun mit den Fundament- und Kanalarbeiten. "Nach Fertigstellung im Sommer erhält die Stadt eine hochfunktionale und zugleich optisch ansprechende Anlaufstelle in zentraler Lage", sagt Goldbeck-Projektleiter Andreas Wermelt. "Mit dem Parkhaus schaffen wir nicht nur mehr Stellfläche, sondern setzen in der engen Bebauung einen neuen optischen Akzent."

Auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern realisiert Goldbeck ein Parkhaus mit 302 Parkplätzen. Während die Tiefebene laut Mitteilung des Unternehmens auf halber Höhe untergeschossig liegt, wechseln sich Voll- und Zwischengeschosse bis zu einer Höhe von 13 Metern ab. Jeder Parkplatz misst 2,60 Meter und ist damit breiter als gesetzlich vorgegeben.

Das Parkhaus besteht aus Stahlstützen, Systembetonplatten als Zwischendecken sowie einer Stahlblechfassade. Diese ist nach Angaben von Goldbeck in einem dezenten rötlichen Muster gehalten, das das Unternehmen gemeinsam mit der Stadt und dem Hospital entwickelt hat. Alle Gebäudeteile werden vorgefertigt und vor Ort montiert. Eine Aufstockung ist theoretisch möglich.

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Parkgebühren sind vorgesehen: Über die Modalitäten berät demnächst die Politik

Goldbeck-Verkaufsingenieur Martin Sehlleier lobte die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Lohne. Anschließend nannte er imposante Zahlen: So werden in der Hochgarage etwa 3 Kilometer Stahlbeton verbaut und rund 80 Kilometer Kabel verlegt. "Wir haben 4.380 Stunden Zeit, bis das Parkhaus im August steht."

Das Parkhaus setzt laut Goldbeck nicht nur visuell Akzente. Die Technik zur künftigen Bewirtschaftung der Hochgarage – wie zum Beispiel die Kassenautomaten oder Schrankanlagen – wird direkt integriert, ebenso die Videotechnik. Im Klartext: Wer nach Fertigstellung sein Auto im Parkhaus abstellt, muss eine Parkgebühr bezahlen. Über die genauen Modalitäten berät demnächst die Politik.

Über einen Aufzug sind alle Etagen barrierefrei erreichbar. 3 behindertengerechte Parkplätze stehen nach der Übergabe zur Verfügung. Darüber hinaus bietet das Parkhaus 5 Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Perspektivisch ist ein Ausbau möglich. Am Gebäude entsteht zudem eine Fahrradstation mit 50 Stellplätzen.


Fakten

  • Die Firma Goldbeck baut europaweit Gewerbeimmobilien; Industrie- und Logistikhallen, Bürogebäude, Parkhäuser und sogar Schulen.
  • Das Unternehmen mit Sitz in Bielefeld hat sich auf das schlüsselfertige Bauen nach dem "Lego-Prinzip" spezialisiert.
  • Goldbeck realisierte im Geschäftsjahr 2019/2020 mehr als 500 Projekte bei einer Gesamtleistung von rund 3,5 Milliarden Euro.
  • Aktuell beschäftigt das Unternehmen mehr als 7800 Mitarbeiter an über 70 Standorten.
  • Die Niederlassung Münster betreut die Regionen Münster/Münsterland, Osnabrück sowie das Emsland und die Grafschaft Bentheim.

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