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Neuenkirchen-Vördens Oberschule differenziert zukünftig früher

Die Oberschule betritt Neuland. Lange haben die Lehrkräfte, Eltern und  Schüler beraten. Dann gab eine große Mehrheit grünes Licht dafür, zukünftig schon in den Jahrgängen 7 und 8 zu differenzieren.

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Für neue Wege: Michael Imsieke und sein Kollegium haben eine hohe Zustimmung für die veränderte Schulzweigaufteilung von Eltern und Schülern erfahren.   Foto: Lammert

Für neue Wege: Michael Imsieke und sein Kollegium haben eine hohe Zustimmung für die veränderte Schulzweigaufteilung von Eltern und Schülern erfahren.   Foto: Lammert

Die Oberschule Neuenkirchen-Vörden ändert mit Beginn des kommenden Schuljahres die Schulzweigaufteilung. Dann werden die Jugendlichen nicht erst ab der Klasse 9, sondern bereits ab dem 7. Jahrgang den Oberschul-Hauptschul- beziehungsweise den Oberschul-Realschulzweig besuchen.

Nach Worten des Rektors Michael Imsieke und der Didaktischen Leiterin Daniela Feldhaus wird es zwar wie jetzt schon in den Jahrgängen 9 und 10 auch in den Jahrgängen 7 und 8 schulformübergreifende Unterrichtsstunden geben. Aber das gilt dann eben nicht mehr für die Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik sowie in den naturwissenschaftlichen Fächern, den geisteswissenschaftlichen Fächern Erdkunde, Geschichte und Politik sowie im Fach Wirtschaft.

Aufteilung mit Beginn von Klasse 9 ist nicht optimal

Schulformübergreifend bleibt der Unterricht jeweils in den Jahrgängen 7 und 8 in den Pflichtfächern Religion beziehungsweise Werte und Normen sowie Sport; bei den Wahlpflichtkursen im Bereich Musik, Kunst, Textiles Gestalten und Gestaltendes Werken; in Französisch sowie dem Ganztagsunterricht an einem Nachmittag. Schülerinnen und Schüler, die sich für Französisch entschieden haben, seien vom Wahlpflichtunterricht befreit, erklärte Michael Imsieke.

Als Grund für die Veränderung zum nächsten Schuljahr führte Daniela Feldhaus an, das Konzept mit der Schulzweigaufteilung erst ab dem 9. Jahrgang habe sich als nicht optimal herausgestellt. So hätten sich die Jugendlichen zu einem Zeitpunkt neu in Klassenverbänden zusammenfinden müssen, an dem viele von ihnen sich bereits mit dem Ende der Schullaufbahn und den entsprechend wichtigen Prüfungen befassen. Zudem verließen Jugendliche die Schule bereits nach der 9. Klasse, sodass die Klassen teilweise zu Beginn des 10. Jahrganges wieder neu zusammengesetzt werden mussten.

Siebt- und Achtklässler brauchen Klassenverbund

Weiter habe die Erfahrung gezeigt, dass für die Siebt- und Achtklässler wegen der Pubertät die Sicherheit durch einen Klassenverband sinnvoller sei, als das Kurssystem mit den wechselnden Teilnehmern, sagte Michael Imsieke. Das Ziel der geänderten Schulzweigaufteilung ist es deswegen, zum einen eine möglichst hohe Stundenzahl in 7 und 8 durch den Klassenlehrer als wichtige Bezugsperson und zum anderen so viele Unterrichtsstunden wie möglich im Klassenverband erteilen zu lassen.

Das sei auch die Grundlage für eine wesentlich gezieltere Förderung und Forderung der Jugendlichen, um sie so noch besser auf ihren zukünftigen Lebensweg vorzubereiten. So könnte der Unterricht im Realschulzweig dann auch schon in den Jahrgängen 7 und 8 mehr theoretisch und im Hauptschulzweig mehr praktisch ausgerichtet sein, sagte Daniela Feldhaus in dem Zusammenhang.

Klassengemeinschaften bleiben länger zusammen

Zudem könnten sich Klassengemeinschaften ab dem nächsten Schuljahr über einen Zeitraum von 4 Jahren bis zum Schulabschluss bilden. Bislang sind auch die Siebt- und die Achtklässler, so wie die Mädchen und Jungen in den Jahrgangsstufen 5 und 6, auch in den Haupt- und in den Sachfächern im jahrgangsbezogenen Kurssystem unterwegs.

Es gibt in Mathematik, Deutsch und Englisch G-Kurse auf Hauptschul- und E-Kurse auf Realschulniveau. Derzeit können die Schülerinnen und Schüler sowohl in G- als auch in E-Kursen sitzen.

Wechsel des Schulzweiges ist nach vier Kriterien möglich

Festgelegt sind inzwischen die Kriterien, nach welchen die Sechstklässler nach ihrer Versetzung in eine Realschul- oder eine Hauptschulklasse wechseln. Es gibt für den Realschulzweig vier Möglichkeiten:

1.) Der Jugendliche erreicht in drei E-Kursen mindestens eine 4 oder eine bessere Note.

2.) Zwei E-Kurse enden mindestens mit einer 4 und ein G-Kurs mit einer 3.

3.) In einem E-Kurs erreicht der Jugendliche mindestens eine 3 und der Durchschnitt seiner beiden G-Kurse liegt bei mindestens 2,5.

4.) Der Jugendliche schließt 3 G-Kurse mit einem Notendurchschnitt von 2,4 ab.

Für alle vier Möglichkeiten gilt: Der Notendurchschnitt der übrigen Fächer und Wahlpflichtkurse muss bei mindestens 3,5. liegen. Wer diese Mindestleistungen nicht erfülle, werde ab dem Schuljahr 2022/23 den 7. Jahrgang des Hauptschulzweiges besuchen, sagte Michael Imsieke.

Allerdings gibt es später die Möglichkeit, vom Hauptschul- zum Realschulzweig zu wechseln. Dafür ist nach Angaben Daniela Feldhaus' in den Fächern Deutsch, Englisch und Mathematik eine Durchschnittsnote von mindestens 2,4 und in den übrigen Fächern von mindestens 3,0 erforderlich. Die Noten 5 und 6 dürfen sich nicht auf dem Zeugnis finden. Auch umgekehrt ist ein Wechsel möglich.

Bei Abschlüssen gibt es keine Veränderung

Nichts ändern wird sich bei den Abschlüssen, die die Schülerinnen und Schüler erwerben können: Möglich sind der Hauptschulabschluss nach Klasse 9, der Hauptschul-, der Realschul- und der Erweiterte Realschulabschluss.

Die Zustimmung zur vorgezogenen Schulzweigaufteilung sei sehr hoch gewesen, erklärte Michael Imsieke. Der Schülerrat, der Schulelternrat, die Gesamtkonferenz und der Schulvorstand hätten das nach vielen Überlegungen mit großer Mehrheit befürwortet.

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