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Neue Autobahnauffahrt Rieste: Planfeststellungsbeschluss liegt vor

Damit ist ein großer Schritt getan. Die Anschlussstelle soll unter anderem zur besseren Anbindung des Industrie- und Gewerbegebietes "Niedersachsenpark" dienen. Wann gebaut wird, ist aber noch offen.

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Hier wird bald gebaut: Im Bereich des Riester Damms in Vörden entstehen die neue Anschlussstelle Rieste und die Ortsumgehung. Foto: Lammert  

Hier wird bald gebaut: Im Bereich des Riester Damms in Vörden entstehen die neue Anschlussstelle Rieste und die Ortsumgehung. Foto: Lammert  

Der Planfeststellungsbeschluss für die neue Autobahnanschlussstelle Rieste ist am 23. September 2022 ergangen und wird gerade für die öffentliche Bekanntmachung vorbereitet. Das hat die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover als zuständige Behörde an diesem Donnerstag mitgeteilt. 

Die Anschlussstelle soll unter anderem dazu beitragen, das interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet "Niedersachsenpark" auf Riester und Neuenkirchen-Vördener Gebiet verkehrlich besser zu erschließen.

Im Verfahren gab es 12 Einwendungen gegen den Bau

Der Beschluss werde 2 Wochen lang in den Verwaltungen in Bramsche, der Samtgemeinde Bersenbrück, Neuenkirchen-Vörden, Holdorf und Visbek ausgelegt. Die Auslegung soll voraussichtlich im Oktober stattfinden, werde aber derzeit noch – auch mit Blick auf die Herbstferien – abgestimmt, heißt es in dem Schreiben der Behörde. Klagen der Einwenderinnen und Einwender könnten bis zu einem Monat nach Ende der Auslegungsfrist erhoben werden.

"Insgesamt hatten wir im Planfeststellungsverfahren 12 Einwendungen. Die beziehen sich insbesondere auf die Inanspruchnahme von Flächen, die Höhe der Entschädigungszahlungen, Erschwernisse für die Zufahrt auf Grundstücke, Abstände zur Wohnbebauung und die Verkehrsprognose", heißt es in der Mitteilung der Behörde.

Zeitpunkt der Erteilung der Baugenehmigung ist noch offen

Wann genau mit einem unanfechtbaren Planfeststellungsbeschluss – also der Baugenehmigung für die Anschlussstelle Rieste – gerechnet werden könne, sei derzeit noch offen. Das sei davon abhängig, ob Bürger noch Klagen erheben werden. 

In diesem Zusammenhang ist auch der Beschluss für die geplante Vördener Ortsumgehung von der neuen Anschlussstelle bis zur Landesstraße von Vörden nach Engter geplant. Die rund einen Kilometer lange Ortsumgehung soll auf Höhe der Einmündung der Schützenstraße auf die Landesstraße treffen.

Landkreise hoffen auf Fördermittel für die Ortsumgehung

Zur Finanzierung des Projektes, das auch einen Kreisverkehr im Einmündungsbereich vorsieht, hoffen die beiden Landkreise Vechta und Osnabrück als Bauherrinnen auf Zuschüsse nach dem niedersächsischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz.

Burkhard Pott, der Leiter der Außenstelle Osnabrück bei der Autobahn Westfalen, die für den Bau der Anschlussstelle zuständig ist, sagte, wenn der Planfeststellungsbeschluss vorliegt, könne der Bau der Anschlussstelle beginnen.

Burkhard Pott von Autobahn Westfalen rechnet mit Bauzeit von 2 Jahren

Die Autobahn Westfalen wird die Arbeiten zunächst ausschreiben. Er rechnet mit einer Bauzeit von 2 Jahren, wobei der Schwerpunkt der Arbeiten in 2024 liegen wird. Die Fertigstellung werde 2025 erfolgen.

Das Geld für die Anschlussstelle sei vorhanden, sagte Burkhard Pott weiter. Das heißt: Die Arbeitsgemeinschaft Strabag und Bunte, die den Zuschlag für den 6-spurigen A1-Ausbau zwischen Lohne und Bramsche bekommen hat, wird nicht zwangsläufig auch die neue Anschlussstelle bauen.

Kosten lassen sich heute nicht vorhersagen

Mit Blick auf die Kosten der Anschlussstelle Rieste samt der neuen Brücke in dem Bereich sagte der Leiter der Außenstelle, sie ließen sich heute nicht vorhersagen. "So viel Bewegung bei den Preisen hatten wir noch nie."  Ursprünglich waren mal 8 Millionen Euro veranschlagt gewesen. Doch diese Summe ist längst überholt.

Erfreut über den Planfeststellungsbeschluss zeigte sich Neuenkirchen-Vördens Bauamtsleiter Jürgen Rolfsen auch mit Blick auf den Bau der Ortsumgehung. Derzeit wälze sich viel Verkehr durch Vörden; die Belastung drohe weiter zuzunehmen. Aber auch im Bereich des Kreisverkehrs zum Niedersachsenpark komme es gerade beim Schichtwechsel in den Betrieben zu einem sehr hohen Verkehrsaufkommen.

Uwe Schumacher, Geschäftsführer der Gesellschaft Niedersachsenpark, sprach von einem sehr guten Beschluss. Allerdings bleibe nun abzuwarten, ob es noch Klagen geben werde.

Hintergrund: Für den Bau der Anschlussstelle A 1 Rieste ist die Autobahngesellschaft des Bundes zuständig. Die Planfeststellung ist in Deutschland ein besonderes Verwaltungsverfahren, auf dessen Basis unter anderem Projekte zur Verbesserung der Infrastruktur beurteilt, geprüft und zugelassen werden. Der Beschluss ist die Genehmigung; Klagen beim Oberverwaltungsgericht bzw. dem Bundesverwaltungsgericht sind zunächst möglich.

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