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Nach Hin und Her: Cloppenburger Weihnachtsmarkt ist abgesagt

Die Organisatoren sahen sich nach der Entscheidung des Verwaltungausschusses vom Montag zu diesem Schritt gezwungen. Sie üben dabei deutliche Kritik an den Lokalpolitikern.

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Das Kühlaggregat kann wieder abgeholt werden. Foto: Hermes

Das Kühlaggregat kann wieder abgeholt werden. Foto: Hermes

Nach der Entscheidung des Verwaltungsausschusses, den Weihnachtsmarkt unter erhöhten Sicherheitsmaßnahmen (2G+) auf den Platz vor der Roten Schule zu verlegen, haben die Organisatoren die Veranstaltung samt Eisbahn am Dienstag komplett abgesagt. Dabei brachten sie auch ihren Unmut über die Lokalpolitiker zum Ausdruck.

"Sie haben uns damit den schwarzen Peter einer Absage zugeschoben. Denn unter diesen Bedingungen macht es keinen Sinn", erklärte Hubert Kulgemeyer am Dienstagmittag. Der Geschäftsführer von Cloppenburg Marketing meinte weiter, dass man es mit 3G oder 2G und Armbändchen in der Stadtmitte hätte durchführen können. Dies sahen auch die Schausteller und Verwaltung so, die noch am Montagmittag ihr Okay für den Aufbau gegeben hatte. 

Mitarbeiter müssten sich täglich testen lassen

Niemand gehe mal eben zum Marktplatz, um dort eine Bratwurst zu essen. Schon gar nicht, wenn er sich vorher testen lassen muss. Die Laufkundschaft wie in der Fußgängerzone würde demnach komplett fehlen. "Zudem müssten sich die Mitarbeiter der Schausteller und der Eisbahn täglich testen lassen. Wer würde das zum Beispiel bezahlen", fragt Kulgemeyer.

"Wir hätten uns gewünscht, dass wir überhaupt mal angehört werden", sagte Schausteller Michael Friedrich. Man sei sich natürlich der Situation mit steigenden Zahlen bewusst. Allerdings sei man die gesamte Zeit an der frischen Luft und es seien auch keine unbeherrschbaren Menschenmassen zu erwarten gewesen. "Oldenburg und Osnabrück eröffnen in diesen Tagen auch ihre Märkte unter 2G", ergänzte Kulgemeyer. Deshalb sei es nicht verständlich, warum hier härtere Regeln gelten sollen. 

Schausteller fühlen sich von Politik übergangen

Wie Friedrich weiter erklärte, hätte man auch immer wieder auf Verschärfungen des Landes reagieren können. So sei schon jetzt das Sicherheitspersonal aufgestockt worden, Getränke hätte man nur einzeln an die Besucher mit Bändchen ausgeben können. "Wir hätten auch die Stände wie in anderen Orten abtrennen und dann nochmal kontrollieren können", so Friedrich weiter.

Er könne nicht nachvollziehen, warum sie als Experten nicht einbezogen wurden und unter freiem Himmel strengere Auflagen als zum Beispiel Diskotheken oder Restaurants in Innenräumen bekommen. "Das soll aber nicht falsch verstanden werden, ich gönne jedem alles. Nur wir hätten auch gerne etwas gemacht". Unterstützung kam von Adolf Wimmert: "Wir leben schließlich davon und haben uns dementsprechend Gedanken gemacht". 

Kosten sind durch die bisherigen Planungen schon entstanden

Durch die bisherigen Planungen seien auch bereits Kosten entstanden. Wimmert hatte für 5000 Euro Glühwein bestellt. Kulgemeyer sprach von rund 10.000 Euro für Auf- und Abbau. Der Boden ist schon wieder weg, das große Kühlaggregat muss wieder abgeholt werden. Andere Schausteller hatten in ihre Hütten investiert. Zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer bietet die Stadtverwaltung den Cloppenburger Schaustellern, vier Buden dürfen in der Fußgängerzone mit Abstand aufgebaut werden.

Ob es die ein oder andere Einzelaktion in der Adventszeit geben wird, konnte Kulgemeyer noch nicht sagen. Möglicherweise könne der Nikolaus durch die Innenstadt gehe, dieser sei schließlich auch schon gebucht worden. Der Geschäftsführer sprach allerdings auch davon, dass die Nachfrage nach Schulstunden auf dem Eis noch sehr verhalten war. Im Zuge der Absage appellierte Kulgemeyer jedenfalls an die Menschen: „Bitte lassen Sie sich impfen, das ist der einzige Weg aus der Pandemie“.

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