Nach einem Verkehrsunfall am Freitagnachmittag in Bramsche hat die Polizei etwa ein halbes Dutzend Ermittlungsverfahren gegen einen 24-jährigen Motorradfahrer eingeleitet – obwohl er eigentlich das Opfer war.
Gegen 16 Uhr wollte eine 61-jährige Autofahrerin von der Heywinkelstraße aus abbiegen und übersah dabei den von links kommenden, vorfahrtsberechtigten Motorradfahrer, wie die Polizei mitteilte. Es kam zum Zusammenstoß, bei dem der Motorradfahrer in die Windschutzscheibe des Autos einschlug. Zeugen zufolge war der Motorradfahrer möglicherweise mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs.
Mann flieht umgehend von der Unfallstelle
Der Motorradfahrer flüchtete, noch bevor der Notruf abgesetzt wurde. Die Autofahrerin blieb unverletzt. Das Motorrad war nach dem Zusammenstoß nicht mehr fahrbereit.
Erste Ermittlungen ergaben, dass das Kennzeichen, das am Motorrad angebracht war, eigentlich auf ein anderes Fahrzeug zugelassen war. Zudem war das verunfallte Motorrad außer Betrieb gesetzt. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der flüchtige Fahrer verletzt war, leitete die Polizei umfangreiche Suchmaßnahmen ein. Hierbei kamen mehrere Streifenwagen, Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie eine Drohne zum Einsatz.
Parallel dazu erlangten die Beamten bei ihren Ermittlungen Hinweise auf den Motorradfahrer. Dieser wurde wenig später an seiner Wohnanschrift in Bramsche angetroffen. Beim Eintreffen der Polizeibeamten versuchte er noch, über den Balkon zu flüchten – allerdings ohne Erfolg.
Die Polizei führte einen Drogenvortest bei ihm durch, der positiv auf THC ausfiel. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen. Darüber hinaus besitzt der 24-Jährige keine gültige Fahrerlaubnis. Das Motorrad wurde beschlagnahmt.