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"Moin Vechta" verliert eine Ideengeberin

Birgit Beuse gibt ihren Posten als Geschäftsführerin der Stadtmarketinggesellschaft auf. Auf Nachfolgerin Maleen Kordes kommen viele neue Aufgaben zu.

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Hier dreht sich nicht nur das Glücksrad, sondern auch das Personalkarussell: Maleen Kordes (links) tritt die Nachfolge von Birgit Beuse (rechts) an. Unterstützt wird die neue Geschäftsführerin der Moin Vechta GmbH von Mitarbeiterin Sophie Sibbus. Foto: Speckmann

Hier dreht sich nicht nur das Glücksrad, sondern auch das Personalkarussell: Maleen Kordes (links) tritt die Nachfolge von Birgit Beuse (rechts) an. Unterstützt wird die neue Geschäftsführerin der Moin Vechta GmbH von Mitarbeiterin Sophie Sibbus. Foto: Speckmann

Als Geschäftsführerin von „Moin Vechta“ hat Birgit Beuse drei Jahre an vorderster Front gearbeitet, um den Einzelhandel zu unterstützen und damit die Entwicklung der Innenstadt voranzutreiben. Doch Ende dieses Monats ist Schluss. Die Geschäftsführerin gibt ihre hauptamtliche Tätigkeit auf. Für eine Nachfolge ist gesorgt. Maleen Kordes übernimmt den Posten in der Stadtmarketinggesellschaft.

Der Abschied fällt Birgit Beuse nicht gerade leicht. Aber die steigenden Herausforderungen an die Arbeit bei „Moin Vechta“ seien mit ihrer aktuellen Halbtagsstelle einfach nicht mehr leistbar, berichtet die 44-jährige Vechtaerin. Eine Aufstockung der Stundenzahl komme für sie nicht in Betracht, denn sie wolle auch ihrer zunehmenden Verantwortung als Mutter eines fünfjährigen Sohnes gerecht werden.

"Wir haben aus der Idee eine große Organisation geschaffen.“Birgit Beuse, scheidende Geschäftsführerin der Stadtmarketinggesellschaft "Moin Vechta"

Vorstandsvorsitzender Peter gr. Beilage zeigt Verständnis für die Entscheidung und würdigt das Engagement der scheidenden Mitarbeiterin. „Bereits vor der Gründung der Moin Vechta GmbH im Jahr 2018 hat sie uns mit konstruktiven Ideen und frischen Konzepten unterstützt und so das Projekt auf den richtigen Weg gebracht und überhaupt erst ermöglicht“, betont gr. Beilage in einem Rundschreiben an die Mitglieder.

Moin Vechta will die Attraktivität der Innenstadt mit weiteren Aktionen fördern. Beim jüngsten verkaufsoffenen Sonntag haben die akrobatischen Tänzerinnen von In Motion für Leben auf dem Europaplatz gesorgt. Foto: M. Niehues"Moin Vechta" will die Attraktivität der Innenstadt mit weiteren Aktionen fördern. Beim jüngsten verkaufsoffenen Sonntag haben die akrobatischen Tänzerinnen von "In Motion" für Leben auf dem Europaplatz gesorgt. Foto: M. Niehues

Beuse erinnert sich noch gut an die Anfänge des gemeinsamen Weges: Aus dem Personenkreis des früheren Handels- und Gewerbevereins Vechta kommt die Anfrage, ob sie den Gewerbetreibenden bei der Neuausrichtung des Stadtmarketings weiterhelfen könnte. Die gelernte Bankkauffrau, seit 16 Jahren in Diensten des City-Managements Oldenburg (CMO), nimmt die Herausforderung in ihrer Heimatstadt an.

„Wir haben aus der Idee eine große Organisation geschaffen“, sagt die Geschäftsführerin rückblickend. Ihre langjährige Praxiserfahrung zahlt sich aus, als es darum geht, Mitstreiter für die neuen Pläne zu gewinnen, ein Netzwerk aufzubauen und auch ganz sichtbar für die Öffentlichkeit erste Aktivitäten auf den Weg zu bringen. „Wir wollten gleich Veranstaltungen machen und damit zeigen, dass wir etwas können.“

Auf Kordes kommen eine neue Herausforderung zu

In erster Linie sei es darum gegangen, die Attraktivität der Innenstadt zu erhöhen und das Miteinander der Betriebe zu stärken, berichtet Beuse. Diese Schwerpunkte haben auch heute noch Bestand. Aber es sind neue Herausforderungen hinzugekommen. Durch die Corona-Krise hat sich der Druck auf den Einzelhandel in Deutschland erhöht. Das bekommen auch die Vertreter von „Moin Vechta“ zu spüren.

Vor diesem Hintergrund kommen auf ihre Nachfolgerin Maleen Kordes zusätzliche Aufgaben zu. Ihr Vorteil ist, dass sie mit den örtlichen Verhältnissen bestens vertraut ist. Die gebürtige Sulingerin hat Kulturwissenschaften an der hiesigen Uni studiert, ihre Masterarbeit im Bereich Stadtmarketing geschrieben und schon als Werkstudentin für „Moin Vechta“ gearbeitet, bevor sie im September 2020 ihre Vollzeitstelle antrat.

„Ich freue mich, dass ich jetzt die Möglichkeit habe, die Arbeit fortzuführen, noch tiefer einsteigen und eigene Ideen einbringen kann.“Maleen Kordes, künftige Geschäftsführerin der Stadtmarketinggesellschaft „Moin Vechta“

Als Projektkoordinatorin hat sich Kordes bisher um zahlreiche Veranstaltungen wie verkaufsoffene Sonntage, Apfel- und Erdbeertage gekümmert sowie an der Entwicklung des Kartensystems für den Einzelhandel mitgewirkt. „Ich freue mich, dass ich jetzt die Möglichkeit habe, die Arbeit fortzuführen, noch tiefer einsteigen und eigene Ideen einbringen kann“, erklärt die 27-jährige Kulturwissenschaftlerin.

Während Maleen Kordes in die Fußstapfen von Birgit Beuse tritt, wird die frei gewordene Halbtagesstelle von Sophie Sibbus eingenommen. Die 25-Jährige aus Zetel will sich neben ihrem Studium in Kulturwissenschaften für das Stadtmarketing engagieren. Sie gehört schon seit einem Jahr zum Team, hat zunächst ein Praktikum absolviert und dann als Werkstudentin gearbeitet. Das dürfte ihre Einarbeitung erleichtern.

Vorbereitungen für „Pferdival“ am 26. September

Ganz aktuell geht es für das Team darum, die Vorbereitungen für nächste Veranstaltung zu stellen. Am 26. September, eine Woche vor der traditionellen Herbstauktion des Oldenburger Pferdezuchtverbandes, lockt das „Pferdival“, verbunden mit einem verkaufsoffenen Sonntag und diversen Aktionen. In das Wochenende eingebettet ist ein Streedfoodfestival. Dazu haben sich bereits 15 Trucks angemeldet.

Nachdem der jüngste verkaufsoffene Sonntag von der Gewerkschaft Verdi beklagt wurde und sich auf die Geschäfte in der Innenstadt beschränken musste, hoffen die Organisatoren nun durch eine gezielte Verteilung der Aktionspunkte auf die Genehmigung eines größeres Bereiches. „Wir haben die Außenbezirke in das Konzept eingebunden und einen Antrag für das gesamte Stadtgebiet gestellt“, berichtet Kordes.

Fördermittel bieten Chancen für die Innenstadt

Publikumswirksame Veranstaltungen und vor allem auch kleinere, kurzweilige Aktionen sind für „Moin Vechta“ enorm wichtig, um die Lebendigkeit des Zentrums zu fördern. Dazu soll mittelfristig auch das Förderprogramm "Perspektive Innenstadt" beitragen. Laut Mitteilung der Landesregierung kann die Stadt Vechta insgesamt 775.000 Euro aus einem Fördertopf abrufen. Die Corona-Hilfen der Europäischen Union bieten neue Chancen für die Kommunen.

Die Stadtmarketinggesellschaft hat bereits eine Reihe von Vorschlägen erarbeitet, die sich in Abstimmung mit Verwaltung, Politik und Wirtschaft umsetzen ließen, etwa die Schaffung von Frequenzzählungen, digitale Informationstafeln, Aufenthaltsmöglichkeiten und Begrünungen. An möglichen Projekten mangelt es nicht, wie Kordes feststellt : „Es ist eine Menge Arbeit, die auf uns zukommt, aber es ist eine schöne Arbeit.“

Maleen Kordes hat schon an vielen Veranstaltungen und Projekten der Stadtmarketingesellschaft mitgewirkt, etwa an der Einführung der neuen Einkaufstauschen. Foto: SpeckmannMaleen Kordes hat schon an vielen Veranstaltungen und Projekten der Stadtmarketingesellschaft mitgewirkt, etwa an der Einführung der neuen Einkaufstauschen. Foto: Speckmann

Birgit Beuse hat vieler dieser Pläne mitentwickelt, wird an deren Umsetzung aber nicht mehr aktiv mitwirken. Und dennoch dürfte es künftig durch ihre neue berufliche Tätigkeit immer wieder Berührungspunkte mit der Stadtmarketinggesellschaft und der heimischen Wirtschaft geben. „Ich werde eine Aufgabe beim Verbund Oldenburger Münsterland übernehmen“, kündigt die Vechtaerin an.

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