Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Mitarbeiter leisten in Corona-Pandemie über 8000 Überstunden

Die Personalabteilung der Kreisverwaltung Cloppenburg zieht ein Fazit nach 1,5 Jahren Pandemie-Einsatz. Der durchschnittliche Einsatz jedes einzelnen Mitarbeiters betrug demnach 10 Monate.

Artikel teilen:
Die Mitarbeiter in der Kreisverwaltung Cloppenburg wurden durch die Corona-Pandemie stark gebeutelt. Sie mussten Mehrarbeit leisten. Auch externe Kräfte wurden eingestellt.    Foto: Archiv

Die Mitarbeiter in der Kreisverwaltung Cloppenburg wurden durch die Corona-Pandemie stark gebeutelt. Sie mussten Mehrarbeit leisten. Auch externe Kräfte wurden eingestellt.    Foto: Archiv

Die Corona-Pandemie hatte die Mitarbeiter der Cloppenburger Kreisverwaltung bisher fest im Griff. Das wird aus dem vorläufigen Fazit deutlich, das die Personalabteilung der Kreisverwaltung nach 1,5 Jahren gezogen hat, die auf die Bekämpfung der Pandemie ausgerichtet waren. Weit mehr als 8000 Überstunden wurden pandemiebedingt in der Zeit von März 2020 bis August 2021 geleistet. Darüber informiert die Kreisverwaltung in einer Presseerklärung.

Eine ganz genaue Zahl darüber hinaus lasse sich aus technischen Gründen nicht ohne Weiteres berechnen. „Um der Lage Herr werden zu können, musste von vielen Wochenend- und Nachtarbeit geleistet werden, egal ob im Büro oder im Homeoffice. Für viele unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat die Pandemie einen großen Einschnitt in das Privat- und Familienleben bedeutet“, betont Landrat Johann Wimberg in der Mitteilung. Anlass der Zählung war eine Anfrage des Niedersächsischen Landkreistages.

29,9 Prozent des Personals waren mit der Pandemie-Bekämpfung beschäftigt

Für die Eindämmung von Covid-19 war ein hoher personeller Aufwand nötig. In den vergangenen 18 Monaten waren 186 Beschäftigte der 622 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der zentralen Kernverwaltung zur Pandemie-Bekämpfung eingesetzt. Das entspricht 29,9 Prozent des Personals. Zusätzlich wurden 87 externe Kräfte eingesetzt und weitere 46 Personen eingestellt oder von Dienstleistern und Hilfsorganisationen beauftragt.

Der durchschnittliche Einsatz jedes einzelnen Mitarbeiters betrug 10 Monate. „Das waren 10 Monate, in denen das jeweilige Sachgebiet nicht bearbeitet werden konnte. In vielen Bereichen musste dieselbe Arbeit von weniger Personal geleistet werden, weil Abteilungen durch den Corona-Einsatz ausgedünnt waren. So hat am Ende jede und jeder in der Kreisverwaltung einen gewaltigen Beitrag geleistet“, lobt der Landrat die Leistungen seiner Angestellten und Beamten.

Einige Bereiche konnten wegen fehlendem Personal nur eingeschränkt arbeiten

Es mussten oft von heute auf morgen neue Abteilungen geschaffen werden, heißt es in der Mitteilung weiter, ohne dass zusätzliches Personal dazu bereitstand. Darunter fallen das Impfzentrum, das Bürgertelefon, Durchführung von täglichen und nächtlichen Corona-Kontrollen sowie das Testzentrum – jedes dieser Instrumente hat maßgeblich an der Eindämmung der Pandemie mitgewirkt. Das Impfzentrum musste mit Gebäude sowie technischer und personeller Ausstattung innerhalb weniger Wochen einsatzbereit sein. Das Testzentrum wurde immer wieder neu strukturiert. Und die Feuertaufe des Bürgertelefons kam plötzlich und mit Telefonen, die niemals still standen.

Um diese Abteilungen in kürzester Zeit zu aktivieren, wurden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorübergehend oder langfristig auf neue Posten versetzt, sodass an anderen Stellen wiederum Arbeitskraft fehlte. Manche Tätigkeiten wurden demnach auch zusätzlich zum normalen Arbeitsfeld geleistet. „Da auch das oft nicht reichte, sind wir sehr dankbar, dass von Stellen wie dem Deutschen Roten Kreuz, der Bundeswehr, der Arbeitsagentur oder dem Robert Koch-Institut regelmäßig eine Personalspritze zu bekommen war“, erklärte Landrat Johann Wimberg.

Viele Sachbearbeiter seien auf ihren Posten unersetzbar und hätten daher eine Mischung aus Corona und ihrem Sachgebiet bearbeiten müssen. Doch trotz erheblicher Verstärkung haben Bereiche durch fehlendes Personal nur eingeschränkt arbeiten können: die Jugendsozialarbeit, Schuleingangsuntersuchungen, Neuerdenbürgerbesuche, Baugenehmigungsverfahren oder die Öffentlichkeitsarbeit mussten heruntergefahren werden. Auch die Begutachtungen nach dem Bundesteilhabegesetz im Gesundheitsamt und die damit verbundene Sachbearbeitung im Sozialamt waren betroffen.

"Ohne den Willen zur erheblichen Mehrarbeit, oft im ungewohnten Arbeitsumfeld, hätten wir als Kreisverwaltung diese Krise nicht abarbeiten können."Landrat Johann Wimberg

Das Gesundheitsamt arbeitete im Winter 2020/21 zeitweise mit mehr als der dreifachen Mannschaft. Doch unter den Engpässen litten natürlich auch die Bürgerinnen und Bürger, die von den nur eingeschränkt angebotenen Dienstleistungen abhängig sind.

„Es wurde viel geopfert, viel Geld investiert und manche haben, wenn es hart auf hart kam, wochenlang kaum Zeit zu Hause verbracht, wenn es die Pflicht erforderte. Ich weiß von Mitarbeitern mit über 350 Überstunden innerhalb eines halben Jahres. Das sind über 40 Tage, die in dieser Zeit mehr gearbeitet worden sind, zusätzlich zur 40-Stunden-Woche“, zählt Landrat Johann Wimberg auf. „Ohne den Willen zur erheblichen Mehrarbeit, oft im ungewohnten Arbeitsumfeld, hätten wir als Kreisverwaltung diese Krise nicht abarbeiten können. Dafür danke ich jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter und allen weiteren Kräften, die die Kreisverwaltung in dieser Pandemie unterstützt haben“, so der Landrat abschließend.

OM-hilft -  Helfen Sie mit! Das Oldenburger Münsterland hilft den Geflüchteten aus der Ukraine. Hilfsinitiativen, Wohlfahrtsorganisationen und viele mittelständische Unternehmen sind bereits dabei, die Hilfe vor Ort zu koordinieren. Und auch Sie können sich beteiligen. Wie und Wo? Das sagt Ihnen  die Webseite om- hilft.org

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Mitarbeiter leisten in Corona-Pandemie über 8000 Überstunden - OM online