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Miriam Schmitz ist Schulsozialarbeiterin am Clemens-August-Gymnasium

Gemeinsam mit André Saborowski und Ramona Ewald kümmert sie sich um rund 1300 Schüler. Das Beratungsteam hat festgestellt, dass während der Pandemie der Gesprächsbedarf gestiegen ist.

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Das Beratungsteam des CAG: Ramona Ewald (von links), Miriam Schmitz und André Saborowski. Foto: Heinzel

Das Beratungsteam des CAG: Ramona Ewald (von links), Miriam Schmitz und André Saborowski. Foto: Heinzel

Blackouts bei Klassenarbeiten, Schwierigkeiten mit Lehrern, Mobbing, familiäre Probleme und häusliche Gewalt, aber auch psychische Belastungen sind Aufgabenbereiche von Miriam Schmitz. Die 27-Jährige ist seit 2,5 Jahren Schulsozialarbeiterin am Clemens-August-Gymnasium (CAG) in Cloppenburg. „Es wäre schön, wenn es allen gut geht, aber das ist nicht die Realität“, sagt Miriam Schmitz. Sie arbeitet eng mit den Beratungslehrern André Saborowski und Ramona Ewald zusammen, wobei die 44-Jährige aktuell noch in der Weiterbildung ist. Die Drei sehen die Beratung der rund 1300 Schüler am CAG als gemeinsame Aufgabe an.

Schulsozialarbeit ist "Hilfe zur Selbsthilfe"

Die Anzahl von Schülern mit psychischen Belastungen habe während der Pandemie zugenommen, stellt Miriam Schmitz fest. Kinder- und Jugendpsychologen seien „total überlaufen“. In den entsprechend langen Wartezeiten verfestige sich oft das eigentliche Problem. Sollten Schüler mit Problemen zu ihr kommen, gehe es darum, „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu leisten. „Man erarbeitet gemeinsam Schritte und Lösungswege für ein Problem“, sagt die 27-Jährige. „Wir geben keine Ratschläge“, ergänzt André Saborowski. „Wir können nicht therapieren.“ Um helfen zu können, steht die Schulsozialarbeit auf zwei essenziellen Grundpfeilern: Das Angebot beruht komplett auf Freiwilligkeit und alle unterliegen der Schweigepflicht. „Meine wichtigste Aufgabe ist, dass die Schüler einen Ansprechpartner haben“, sagt Miriam Schmitz.

Wie bereits erwähnt, sind dem Team am CAG durchaus Grenzen gesetzt, daher sind sie Teil eines Netzwerks. Miriam Schmitz hält den Kontakt zu vielen außerschulischen Einrichtungen, wie dem Jugendamt, der psychologischen Erziehungsberatungsstelle, der Beratungsstelle für häusliche Gewalt und dem Schulpsychologen des Landkreises Cloppenburg. „Für uns ein sehr wertvoller Ansprechpartner, da er eine andere Perspektive einbringen kann“, sagt Miriam Schmitz. Der Psychologe ist allerdings für den gesamten Landkreis zuständig, so dass sie bei ihm einen Termin anfragen muss. „Er kann nicht intensive, wöchentliche Gespräche führen, wie es in manchen Fällen nötig wäre.“

„Ich kann die Person in den Fokus nehmen.“Miriam Schmitz

Es gebe gute Gründe für den Einsatz einer Schulsozialarbeiterin, erläutert Miriam Schmitz. Lehrer seien primär für die „Vermittlung von Wissen und die Bewertung von Leistungen“ zuständig. Da bleibe kaum noch Zeit, auf die individuellen und sozialen Probleme von Schülern einzugehen, auch wenn diese das gerne würden. Genau diese Lücke schließe die Schulsozialarbeit. Die sozialpädagogische Fachkraft sei praktisch eine „neutrale Vertrauensperson“ für Schüler, aber auch Lehrer und Erziehungsberechtigte.

„Ich kann die Person in den Fokus nehmen“, sagt Miriam Schmitz. Sie sei nicht starr eingebunden in die schulischen Strukturen und könne sich die notwendige Zeit nehmen. Neben Beratungsgesprächen gehörten auch das soziale Kompetenztraining und die Unterstützung bei der Durchführung schulischer Konzepte, wie beispielsweise das Inklusionskonzept oder das Nachmittagsangebot, zu ihren Aufgaben. Als Schulsozialarbeiterin arbeitet sie in den Klassen und fördert dort die Sozialkompetenz der Schüler.

Themen verlangen unterschiedlich viel Zeit

„Es ist eine Mischung, bei der durchaus harte Fälle darunter sind“, sagt Ramona Ewald. Ähnlich unterschiedlich ist der Zeitraum, in dem Schüler das Angebot wahrnehmen – manche Themen sind mit einem Gespräch erledigt und andere beschäftigen einen Beratungslehrer ein ganzes Schuljahr. Entscheidend sei, dass die Schüler von dem Angebot wissen. Dazu stellt sich das Team in den neuen Klassen vor.

Ein Problem nach der langen Zeit des Homeschoolings sei bei einigen Schülern das Zurückfinden in den Alltag. Für viele Probleme oder „soziale Ängste“ sei Corona der Auslöser, meint Ramona Ewald – aber nicht die Ursache. Die Pandemie wirke wie ein Katalysator. Auch der „Leistungsdruck und die Angst vor der Zukunft hat zugenommen“, meint André Saborowski.

"Viele Kinder und Jugendliche haben in der Zeit gemerkt, dass sie jemanden zum Reden brauchen."André Saborowski

„Viele Kinder und Jugendliche haben in der Zeit gemerkt, dass sie jemanden zum Reden brauchen“, berichtet der 42-Jährige. „Für die Kinder muss es selbstverständlich sein, sich Hilfe zu suchen“, meint Ramona Ewald, und Miriam Schmitz ergänzt: „Wir sind da – und auch verlässlich da.“ 

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