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Mikro-Hotels neue Sparte für Löninger Unternehmen Imbusch

Auf ein Stück vom Kuchen der neuen Übernachtungs-Kapazitäten an den Autobahnen hoffen der Löninger Unternehmer Imbusch und seine Partner mit ihren Acht-Quadratmeter-Zimmern in Containern.

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Prototyp im Bau: Peter Imbusch und Hendrik Diekmann in dem bereits sehr weit fortgeschrittenen Prototypen.           Foto: Willi Siemer

Prototyp im Bau: Peter Imbusch und Hendrik Diekmann in dem bereits sehr weit fortgeschrittenen Prototypen.           Foto: Willi Siemer

Auf eine positive Entwicklung seiner neuen Geschäftssparte hofft das Löninger Unternehmen Imbusch Einrichtungen. Der Tischlermeister Peter Imbuch und sein Team sind zurzeit dabei, die ersten Prototypen einer neuartigen Übernachtungsmöglichkeit für Laster-Fahrer zu bauen. Jeweils vier Hotelzimmer werden unter dem Begriff „Roatel“ mit großem Aufwand in bietende Überseecontainer eingebaut.

Einzelzimmer zum Preis von 49 Euro

„Auf einer Fläche von acht Quadratmetern wird den Truckern, aber auch anderen Interessierten an Autobahnraststätten die Möglichkeit geboten, in einem Einzelzimmer zum Preis von 49 Euro mit Anmeldung und Eintritt über eine App auf dem Handy zu übernachten“, erläutert Imbusch.

Die Zimmer bieten ein Bett, Dusche, WC, eine Klimaanlage einen Fernseher und Wifi. Das Konzept sieht vor, dass die Zimmer täglich vom auf den Raststätten ohnehin arbeitenden Personal gereinigt wird. Die Verantwortlichen verhandeln mit mehreren deutschlandweit tätigen Raststätten- und Tankstellenbetreibern über eine vieljährige Partnerschaft.  Eines der ersten „Roatels“ soll noch in diesem Jahr am Europaring in Löningen aufgestellt werden.

Geplant seien in den kommenden Jahren 600 Container mit insgesamt 2400 Zimmern, die zunächst in Deutschland an den Autobahnen aufgestellt werden. Die Verantwortlichen hoffen darauf, dass sie sich auch in den europäischen Transitländern Marktanteile mit ihrem Geschäftsmodell sichern können.

Gemeinsam mit seinen Partnern eines Start-up-Unternehmens verfolgt Imbusch dieses Projekt seit Anfang 2019. Dafür soll in den kommenden Monaten eine neue Produktionshalle auf der anderen Straßenseite des Firmensitzes am Europaring gebaut werden.

Neue EU-Regelung löst den Boom aus

Bürgermeister Marcus Willen freut sich über diese vielversprechende Innovation in einem spannenden Markt und damit Wachstum für ein Löninger Unternehmen und sicherte die Unterstützung von Rat und Verwaltung für den neuen Produktionsstandort zu. Hintergrund des Booms von Übernachtungsmöglichkeiten an Autobahnen sind die inzwischen unumstößlichen Neuregelungen von Übernachtungen der Lasterfahrer in der EU. Danach darf die reguläre wöchentliche Ruhezeit sowie jede andere wöchentliche Ruhezeit von mehr als 45 Stunden, die als Ausgleich eingelegt wird, nicht in Fahrzeugen oder auf Parkplätzen verbracht werden. Damit soll dem menschenunwürdigen Kampieren auf den Parkplätzen Einhalt geboten werden.

Imbusch setzt große Hoffnungen auf diese neue Sparte seines Unternehmens. Im Wettlauf um den neuen großen Markt sei dieses Projekt eines der am weitesten fortgeschrittenen. Es sei mit den schnellen Aufstellmöglichkeiten, durch die Größe und leichte Ausbaubarkeit nur mit Anschlüssen für Wasser, Abwasser und Strom und durch den Preis attraktiv für Partner und Nutzer. Denn eine Übernachtung in einem Hotel koste derzeit rund 89 Euro, auch in der Frage der Akzeptanz ist der Unternehmer hoffnungsvoll. Es werde für die Trucker alles vor Ort schnell und unkompliziert in guter Qualität geboten. 

Um welche Dimensionen es in diesem neuen Markt geht, zeigen die Prognosen des Experten Prof. Peter Klaus von der Uni Erlangen. Er schätzt den Bedarf heute auf 75.000 Hotelbetten pro Jahr. Alle Beteiligten gehen davon aus, dass der Bedarf in den kommenden zehn Jahren weiter steigt. Lob und die Zusage bei den bundesweit notwendigen Muster-Genehmigungen zu unterstützen, kommt auch von Landrat Johann Wimberg. Dieses vielversprechende Start-up mit Peter Imbusch als Partner sichert Produktion und Wertschöpfung hier bei uns im Oldenburger Münsterland und damit auch Arbeitsplätze“. Das Konzept sei vielversprechend, kompakt und flexibel für einen wachsenden Markt.

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