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"Mein Corona-Jahr": Eigene Baustelle lenkt von der Pandemie ab

Maike Böckmann und Christian Kellermann blicken auf die Zeit der Schwangerschaft und Geburt ihrer Tochter während der Coronazeit zurück. Der Winter war eine Herausforderung.

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Familienzuwachs während der Pandemie: Maike Böckmann und Christian Kellermann mit Rika. Foto: Hermes

Familienzuwachs während der Pandemie: Maike Böckmann und Christian Kellermann mit Rika. Foto: Hermes

„Wir waren ganz gut abgelenkt, weil wir gleichzeitig gebaut haben“, sagt Maike Böckmann beim Blick zurück auf ihr Coronajahr. Die 26-Jährige war während der Pandemie schwanger, im September 2020 brachte sie Tochter Rika zur Welt.

Als Erzieherin in einer Wohngruppe für Kinder und Jugendliche bekam sie gleich zu Beginn ein Beschäftigungsverbot, so wäre es ohne den Bau womöglich langweilig geworden. „Ich hatte zu der Zeit schon vor, mich mit Freundinnen zu treffen. Das war aber leider nicht mehr möglich“, erzählt Böckmann.

Über den Sommer hinweg entspannte sich die Lage, der zuvor ausgefallene Geburtsvorbereitungskurs konnte als Wochenendveranstaltung dann doch noch in Präsenz stattfinden. Auch die werdenden Väter durften zumindest am Ende mit dabei sein. „Es war gut, dass man sich da noch persönlich mit den anderen Teilnehmerinnen treffen konnte“.

Licht der Welt erblickt Rika in Cloppenburg

Das Licht der Welt erblickte Rika schließlich im Cloppenburger Krankenhaus. Weil sie sich im Vorfeld für ein Familienzimmer entschieden haben, durfte Christian Kellermann vor und nach der Geburt dabei bleiben. „Andere Väter wurden kurz vorher angerufen“, weiß er von Bekannten zu berichten. Für die folgenden Tage konnten sie 2 feste Besucher nennen, die jeweils maximal eine Stunde am Tag bleiben durften.

Schärfere Vorkehrungen gab es im November, als Mutter und Tochter für kurzfristige Untersuchungen einige Tage im Vechtaer Krankenhaus bleiben mussten. „Wir mussten die gesamte Zeit im Zimmer bleiben und konnten auch nicht mal kurz auf den Flur. Christian durfte uns nicht besuchen“, erinnert sich Böckmann.

Ob und wie sich die Coronazeit auf die gemeinsame Tochter auswirkt, können sie nicht einschätzen. „Wir haben ja keinen Vergleich“, sagen beide mit einem Augenzwinkern. Für die Anfangszeit sei es allerdings schön gewesen, dass kein großer Trubel herrschen durfte. Lange Zeit waren nur Treffen mit einer weiteren Person erlaubt.

"Irgendwann schlägt das aber um. Man möchte ja auch, dass Freunde und Familie die Kleine kennenlernen und umgekehrt" Christian Kellermann

„Irgendwann schlägt das aber um. Man möchte ja auch, dass Freunde und Familie die Kleine kennenlernen und umgekehrt“, sagt Kellermann. Es werde sich jetzt zeigen, wenn sie mit Rika immer mal wieder auf mehrere „fremde“ Menschen treffen. Gefehlt haben auch einige Bräuche wie das gemeinsame Anstoßen mit Freunden nach der Geburt. Der traditionelle Kilmerstuten soll demnächst aber noch entgegengenommen werden.

Gerne hätte die Familie auch Angebote wie Babyschwimmen genutzt, doch dies sei alles nicht möglich gewesen. Dazu kam der Winter, der nicht immer zwingend zum Spazierengehen einlädt. Da wurde der wöchentliche Einkauf zum Höhepunkt. „Manchmal haben wir schon Scherze gemacht. Was muss Rika denken, wie langweilig wir sind. Wir waren ja nur zu Hause“, sagt Böckmann und lacht.

Die ersten 6 Monate war die Mama zu Hause, nun hat der Papa übernommen. „Ich habe mich auf das Arbeiten gefreut. Man erlebt wieder etwas“, so Böckmann. Im Juli ist ein Besuch bei Verwandten in Freiburg geplant, die erste lange Autofahrt und erste Übernachtung „außer Haus“ mit Baby. Alle 3 müssten sich nun erst einmal an die Lockerungen gewöhnen. „Wir sind guter Dinge, dass das funktioniert“, sagen beide abschließend.

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