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Marienbildnis schmückt bald Bakumer Pfarrkirche

Am Samstag wird die Ikone ausgestellt. An der Raumgestaltung hat die katholische Kirchengemeinde auch sonst ein paar Änderungen vornehmen lassen.

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Neuzugang: Am Samstag zieht das Marienbildnis in die Bakumer Pfarrkirche. Pastor Bernd Holtkamp freut sich schon darauf. Foto: C. Meyer

Neuzugang: Am Samstag zieht das Marienbildnis in die Bakumer Pfarrkirche. Pastor Bernd Holtkamp freut sich schon darauf. Foto: C. Meyer

Wer in den vergangenen Wochen die Bakumer Pfarrkirche besucht hat, wird festgestellt haben, dass sich etwas verändert. Pastor Bernd Holtkamp, der vor rund 2 Jahren in die Kirchengemeinde eingeführt wurde, habe schon vernommen, dass einige Bakumerinnen und Bakumer scherzten, der Pastor wolle sich ein Denkmal setzen. Er winkt ab, lacht und setzt selbst zum Scherz an: "Ich bin mir schon Denkmal genug." Nichtsdestoweniger hatte er sich ein paar Änderungen in der Raumgestaltung der Kirche gewünscht, die nach Absprache mit dem Kirchenausschuss nun in Angriff genommen wurden.

Die Künstlerin: Maria Theresia von Fürstenberg hat die Ikone angefertigt. Foto: HoltkampDie Künstlerin: Maria Theresia von Fürstenberg hat die Ikone angefertigt. Foto: Holtkamp

Besonders aufgefallen seien Holtkamp die vielen Passionsbildnisse in der Kirche, also Leiddarstellungen. Er habe sich gefragt, wie der Kirchenraum auf Fremde, oder insbesondere auf Kinder wirkt. Deshalb regte er bereits Ende 2020 an, ein neues Bildnis für die Kirche anzuschaffen. Beauftragt wurde schließlich die Künstlerin Maria Theresia von Fürstenberg, eine Ikone zu schaffen, die das "Geheimnis der Menschwerdung", wie Holtkamp es nennt, thematisiert. Zu sehen ist darauf ein Marienbildnis, fast konträr mit seiner liebevollen Ausstrahlung zu den vielen Passionsdarstellungen in der Kirche. Sie soll die Betrachterinnen und Betrachter zu mehr Aufmerksamkeit inspirieren. Finanziert wurde die Ikone mithilfe von Spenden, sagt der Geistliche.

Ikone wird am 18. Dezember geweiht

Den passenden Rahmen fand Bernd Holtkamp im Heizungskeller der Kirche. Auf alten Fotos sei zu sehen, dass der gotische Bilderrahmen bis in die 1950er Jahre an der linken Sandsteinsäule des Altarraums hing, erzählt er. Einen neuen Platz finden der Rahmen mitsamt der neu geschaffenen Ikone künftig rechts im ebenfalls neu geschaffenen Taufraum im Eingangsbereich der Kirche. Bislang ist dort eine große, leere Wand zu sehen, denn auch das kleine Beichtzimmer wurde entfernt. Am Samstag (18. Dezember) wird die Marienikone während des Gottesdiensts ab 18.30 Uhr geweiht und schließlich in der Kirche ausgestellt.

Besonders auffällig für Besucherinnen und Besucher ist bereits der schon erwähnte, neu geschaffene Taufraum im Eingangsbereich der Kirche. Der Taufbrunnen wurde dafür in die Mitte dieses Bereichs verlegt. Kirchenbesucherinnen und -besucher laufen geradewegs darauf zu. Der Taufstein habe sich schon an vielen Stellen in der Kirche befunden, berichtet Bernd Holtkamp. Zuletzt in der rechten Seitenkapelle. Dort sei es nicht nur schon zu Zeiten der Corona-Pandemie zu eng für Tauffeiern gewesen, findet der Pastor.

Im Eingangsbereich ist nun genügend Platz für die Tauffeiern geschaffen worden, auch dadurch, dass die letzten sechs Bänke entfernt wurden. Holtkamp vergleicht den neuen, großen Raum mit einem Baptisterium in antiken Kirchen. Um das Ganze auch optisch abzuschließen, bilden historische Kommunionbänke, die zuletzt in der linken Seitenkapelle standen, mit ihren kunstvollen Rückenlehnen die letzte Reihe der Kirchenbänke.

Neue Schale für Taufbrunnen

In den Taufbrunnen wird überdies eine neue, aus Messing geschlagene Schale eingelassen, die vom Goldschmied Norbert van Ooyen angefertigt wurde. Auch dies wurde mit Spenden finanziert, sagt Holtkamp. Versehen ist diese Schale mit dem Schriftzug "Ich will, dass du bist" – in freier Anlehnung an "Du bist mein geliebter Sohn", erklärt der Bakumer Pastor. Dies soll eine Begrüßung für alle darstellen, die die Kirche betreten.

Der Goldschmied: Norbert van Ooyen hat die Schale für den Taufbrunnen angefertigt. Foto: HoltkampDer Goldschmied: Norbert van Ooyen hat die Schale für den Taufbrunnen angefertigt. Foto: Holtkamp

Bislang sei übrigens davon ausgegangen worden, dass der Taufstein aus dem 15. Jahrhundert stamme, lässt Holtkamp wissen. Seinen Nachforschungen zufolge gibt es allerdings die Hypothese, dass er bereits aus dem 13. Jahrhundert stammen könnte. Auch die Annahme, dass am Stein die acht Apostel zu sehen seien, sei wahrscheinlich so nicht mehr haltbar, sagt Holtkamp. Es sei eher davon auszugehen, dass die Taufe Jesu durch Johannes zu sehen ist. Die weiteren Personen stellen vermutlich die vier Evangelisten sowie den Apostel Paulus dar. Die achte Person könnte eine Art "Assistenz-Engel" sein, lässt Holtkamp an seinen Nachforschungen teilhaben, der dem Getauften ein Handtuch zum Trocknen reicht. Die Messdienerinnen und Messdiener in Bakum sind dazu aufgerufen worden, einen Namen für diese Person zu finden. Die Vorschläge werden derzeit gesammelt, sagt Holtkamp.

Da das kleine Beichtzimmer zugunsten der Marienikone entfernt und auch der Taufstein verlegt wurden, wird die rechte Seitenkapelle künftig für die Beichte genutzt werden, verrät Bernd Holtkamp. Im Rahmen der Erstkommunion- und auch der Firmvorbereitung werde das schon so gehandhabt und damit seien gute Erfahrungen gemacht worden.

Für den Altarraum wünschte sich der Pastor ein harmonischeres Bild, auch eine gewisse Klarheit. Der Teppich ist unter anderem bereits 2020 entfernt worden. Die bronzenen Sedilien – die Sitzhocker – für Priester sowie Messdienerinnen und Messdiener sind durch schlichtere Hocker aus Eichenholz ersetzt worden. Für die Fertigung wurden ausrangierte Kirchenbänke verwendet.

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