Maria Hülk war fast 50 Jahre lang im Pfarreirat
Die Goldenstedterin blickt auf ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement zurück. Gänzlich aus dem Ortsleben zurückziehen, wird sie sich aber nicht.
Redaktion | 26.12.2025
Die Goldenstedterin blickt auf ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement zurück. Gänzlich aus dem Ortsleben zurückziehen, wird sie sich aber nicht.
Redaktion | 26.12.2025

Fast 50 Jahre lang engagierte sich Maria Hülk ehrenamtlich im Pfarreirat der Kirchengemeinde St. Gorgonius Goldenstedt. Foto: Offizialat Vechta / Johannes Hörnemann
„Ich bin damals über die Ferienfreizeit in den Pfarreirat gerutscht. Wir wurden gefragt und haben uns dann eben engagiert“, erzählt Maria Hülk. Pfarrer Ulrich Westendorf berief sie 1977 als junge Erwachsene, damals trug sie noch den Familiennamen Schlarmann. Das ist jetzt 48 Jahre her. Seitdem hat die heute 71-Jährige sich bei zwölf Wahlen immer wieder aufstellen lassen, mehr als 20 Jahre war sie die ehrenamtliche Vorsitzende des Pfarreirates in St. Gorgonius Goldenstedt. Zu den Wahlen im November 2025 ist Maria Hülk nicht wieder angetreten, wie aus einer Pressemitteilung des Bischöflich Münstersches Offizialats hervorgeht. Mitte Dezember hat sich das neue Gremium konstituiert. Hülk hat sich verabschiedet. Eine gute Seele der Pfarrei, wie Pfarrer Martin Knipper sie bezeichnet. „Das geht auch ohne mich, ihr müsst nur miteinander reden“, wird sie in der Mitteilung zitiert. Und: „Macht das, was möglich ist, erwartet keine Wunder!“ Sie freue sich, wenn der Pfarreirat jetzt mit Schwung loslegen und die vielen guten Ideen, die sie haben, umsetzen könne, betont das ehemalige Mitglied. Zu Beginn ihres Engagements studierte sie auf Lehramt, bekam die kirchliche Unterrichtserlaubnis, die Missio Canonica. 4 Jahre nach Berufseinstieg verhängte das Land dann einen Einstellungsstopp für Lehrkräfte. „Wenn ich schon nicht als Religionslehrerin arbeiten konnte, engagiere ich mich anders in der Kirche“, sagte sie sich und blieb verlässlich dabei. Über 30 Jahre führte sie in Goldenstedt mit ihrem Ehemann eine Tankstelle und ein Taxiunternehmen. Nach dessen Tod 2010 wird der Familienbetrieb durch ihre älteste Tochter ergänzt. Vieles habe sie auf die Beine gestellt, berichtet Pfarrer Knipper. Auf vier besondere Themen blickt die langjährig Engagierte exemplarisch zurück: „Am Anfang war das Thema Ökumene ganz neu und ganz groß in unserer Gemeinde“, erzählt Hülk. Es seien erste gemeinsame Gottesdienste gefeiert worden, „da war damals viel aufzubauen. Als junge Leute hatten wir viel Energie.“ Sichtbar gerne denkt sie auch an die Erstkommunionkatechese in Goldenstedt. Über die Jahre sei die Vorbereitung für die Kinder immer weiter reformiert worden. „Erst gab es feste Gruppen mit Katechetinnen, dann kamen die Mütter der aktuellen Jahrgänge dazu und engagierten sich.“ „Ich habe immer gesagt, wir sind keine Politik, wir sind eine christliche Gemeinschaft.“ Strukturell hat sich die Kirchengemeinde über die Jahre verändert. Zunächst wurde eine Pfarreiengemeinschaft mit Ellenstedt gegründet. Schließlich wurden drei Kirchengemeinden – Ellenstedt, Lutten und Goldenstedt – zu einer Pfarrei fusioniert. „Ich habe immer gesagt, wir sind keine Politik, wir sind eine christliche Gemeinschaft“, erzählt die mehrfache Großmutter. Ihr sei es deshalb immer wichtig gewesen, dass sich alle Gemeindeteile gut aufgehoben fühlten. Der Weg sei steinig gewesen, aber „am Ende hat es gut geklappt“, resümiert sie. Aus dem Kirchengebäude herauszugehen, war immer eins ihrer Herzensanliegen. „Wenn die Gläubigen nicht kommen, müssen wir zu ihnen gehen“, begründet sie das. Hier habe die Pfarrei immer viel auf die Beine gestellt, wie Maiandachten, Bilderbuchkino, Sommergottesdienste, Bauerschaftsgottesdienste und Erntedankfeste auf den Höfen. „Als Pfarreirat haben wir viele Andachten auch selbst durchgeführt, das war ein guter Schritt, dass wir das machen durften“, erzählt Hülk. Maria Hülk lebt zeitlebens im Schatten der Kirche und hat sich immer für ihre Glaubensgemeinschaft engagiert. „Zwischendurch war ich mal Küsterin“, erzählt sie, auch in der Pastoral habe sie sich engagiert. „Ich bin immer da eingesprungen, wo grad keiner da war“, erzählt sie. Auch im Pfarreiratsruhestand geht ihr Einsatz für das Gemeindeleben weiter. „Als Ortsengelchen mache ich weiter“, sagte sie. So nennt sich eine Gruppe von Frauen, die sich zu außergewöhnlichen Anlässen trifft und dort anpackt, wo etwas anfällt. „Es ist immer etwas, uns fällt ja immer etwas Neues ein“, erzählt sie lachend.Gerne denkt Hülk an die Erstkommunionkatechese
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