Lohne freut sich über Neupriester
Jan Tasler feierte am Sonntag seine Primiz. Der Kaplan geht nun nach Haltern am See.
Dr. Philipp Ebert | 07.06.2020
Jan Tasler feierte am Sonntag seine Primiz. Der Kaplan geht nun nach Haltern am See.
Dr. Philipp Ebert | 07.06.2020

Feierten einen besonderen Gottesdienst: Pfarrer Rudolf Büscher, Pater Jos Houben SDS, Jan Tasler und Dr. Michael Höffner. Foto: Ebert
Ein seltenes Fest: Am Sonntag hat mit Jan Tasler ein frisch geweihter Priester in Lohne seinen ersten Sonntagsgottesdienst, die Primiz, gefeiert. Aufgrund der Corona-Beschränkungen konnte es nicht einen zentralen Festgottesdienst geben. Stattdessen feierte Tasler in St. Gertrud und St. Josef jeweils eine Messe. Am Abend spendete er im Rahmen einer Andacht den Primizsegen als Einzelsegen. Für den 27-jährigen Tasler schließt sich damit ein Kreis. Seit 2018 hatte er zunächst als pastoraler Mitarbeiter, dann als Diakon in Lohne gewirkt. Am Sonntag "viele bekannte Gesichter" in der Kirche gesehen zu haben, war für ihn eine große Freude, sagte Tasler. Im August zieht er nach Haltern am See im westfälischen Teil des Bistums Münster, wo er seine erste Kaplansstation absolvieren wird. Bis dahin bleibt er in Lohne, um den Dienst als Priester einzuüben. In seiner Predigt hatte Dr. Michael Höffner vom Priesterseminar aus Münster kenntnisreich den Charakter Taslers beschrieben und skizziert, wie der Neupriester seinen Dienst versehen werde. Tasler werde "da sein, für die Menschen, die keinen Zugang mehr zum Glauben haben", sagte Höffner. Glauben sei "keine Versicherung" gegen Unheil, predigte Höffner, sondern gebe in schwierigen Situationen in Halt. Dieses Verständnis werde Taslers Dienst prägen. Aus Gesprächen mit Tasler zog Höffner auch die Zuversicht, dass Tasler in seinem Wirken einen "sensiblen Blick für notleidende Menschen haben werde". Als Priester am Altar zu stehen, fühle sich zwar noch "ungewohnt, aber richtig“ an, sagte Tasler zuvor auf Anfrage. Auf seine Arbeit in Haltern freut er sich: Nach seiner Heimat Coesfeld im Münsterland und der Arbeit im stark katholisch geprägten Lohne geht er gespannt in den Ort, auf den der Individualismus des Ruhrgebietes schon stärker abfärbe, wie Tasler meint. Das werde für ihn eine "andere Lernerfahrung" als die Arbeit in Lohne sein, glaubt er. Bis der neue Dienst startet, freut Tasler sich, noch für einige Wochen in Südoldenburg bleiben zu können und sich von den Gruppen und Menschen in der Lohner Pfarrei verabschieden zu können. Er habe hier "viel gelernt und viel Spaß gehabt", sagt er. Die Gemeinde habe "viele engagierte Mitglieder", deshalb gehe er "mit einem lachenden und einem weinenden Auge". Wer mit Tasler spricht, erlebt einen reflektierten und souveränen jungen Mann. In der Kirche zu dienen ist für ihn kein Selbstzweck, ebenso wenig wie hierarchische Strukturen. Vielmehr gehe es darum, "das Reich Gottes in dieser Welt anbrechen zu lassen", wie Tasler sagt. Die Kirche sei dafür "ein Instrument". Wichtig ist ihm, wie er bei der Weihe versprochen hat, "Arme und Kranke, Heimatlose und Notleidende" im Blick zu behalten. Die Katholiken in Haltern können sich also auf einen engagierten und offenen Kaplan freuen, meinte gestern ein Gottesdienstbesucher.Umzu nach Haltern am See
Arbeit am Altar noch ungewohnt
Arme, Kranke, Heimatlose und Notleidende im Blick
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