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Löschroboter aus Vechta retten den Berliner Grunewald

Der Einsatzzug "Spezielle Fähigkeiten" der Kreisfeuerwehr hilft in der Hauptstadt einen in Brand geratenen Sprengplatz der Bundeswehr zu löschen. Eingesetzt werden Löschroboter von Alpha Robotics.

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Einsatz des Löschroboters "Wolf R1" im Berliner Grunewald. Foto: Feuerwehr

Einsatz des Löschroboters "Wolf R1" im Berliner Grunewald. Foto: Feuerwehr

Er ist einzigartig in Deutschland, kommt aus Vechta und ist bei extremen Einsatzlagen so begehrt, dass er sogar aus Berlin angefordert wird, wenn keine anderen Mittel mehr helfen – der Löschroboter Wolf R1 von Alpha Robotics. Bereits am vergangenen Wochenende waren mehrere ferngesteuerte Roboter diesen Typs mit der Kreisfeuerwehr Vechta in der Hauptstadt im Einsatz. Am Dienstag ist erneut eine Löschgruppe mit einem Wolf R1 nach Berlin gefahren.

Denn seit vergangener Woche brennt es im Berliner Grunewald, genauer gesagt geht das Feuer von einem Sprengplatz der Bundeswehr aus. Das Feuer breitete sich insgesamt auf einer 42 Hektar großen Fläche aus. Die Berliner Avus und der Zugverkehr mussten gesperrt werden. Ständig kam es auf der Bundeswehrfläche zu Detonationen. Die Hitze war enorm, wegen der Explosionsgefahr konnten die Berliner Feuerwehrkräfte nicht in das Kerngebiet vordringen.

Die Kreisfeuerwehr des Landkreises Vechta verfügt über einen Einsatzzug "Spezielle Fähigkeiten: ferngeführte Systeme und Robotik". Möglich wird dieser durch eine Kooperation des Landkreises mit der Firma Alpha Robotics mit Sitz in Vechta, die den Löschroboter entwickelt haben. Wie Kreisfeuerwehrsprecher Jens Lindemann berichtet, ist der Zug aufgrund eines Hilfeersuchens durch das Land Berlin über das niedersächsische Innenministerium alarmiert worden. Mehrere Fahrzeuge mit insgesamt 10 Kameraden der Kreisfeuerwehr haben sich daraufhin bereits am Donnerstag auf den Weg in die Hauptstadt gemacht. "An Bord hatten diese 3 Löschroboter 'Wolf R1', den Roboterleitstand sowie 3 Drohnen", so Lindemann.

Die Berliner Feuerwehr beauftragte demnach sogar Carsten Lauterfeld aus Lohne als Zugführer des Einsatzzuges einen Abschnitt mit der Einheit zu übernehmen. Beteiligt daran war auch Oliver Rasche als taktischer Fachberater Rettungsrobotik. "Gemeinsam mit den ebenfalls im Einsatzabschnitt befindlichen privaten Löschpanzern sowie 3 Wasserwerfern der Polizei rückte man ins Einsatzgebiet vor", berichtet Jens Lindemann weiter. Mittels der Drohnen und Wärmebildkameras sei dann die Lage erkundet worden, bevor die Löschroboter gezielt auf dem Sprengplatz zum Einsatz kamen. Um niemanden zu gefährden, sind die Wolf R1-Roboter aus einem Transportpanzer der Bundeswehr heraus ferngesteuert worden.

Der Einsatz der Vechtaer Löschroboter sorgte in der Hauptstadt für ein großes Echo, bei der Feuerwehr und über die Medien auch bei der Bevölkerung. Denn mittels der Technik gelang es, definierte HotSpots herunterzukühlen. Der Sicherheitsabstand konnte nach Schilderung Lindemanns reduziert werden – ein großer Erfolg bei der Brandbekämpfung.

Startete am Dienstag erneut von Vechta aus nach Berlin: Der Wolf R1 von Alpha Robotics. Foto: M. NiehuesStartete am Dienstag erneut von Vechta aus nach Berlin: Der "Wolf R1" von Alpha Robotics. Foto: M. Niehues

"Aufgrund des großen Einsatzerfolges wurden die Maßnahmen am Samstag fortgeführt", so Lindemann. Immer wieder sind demnach die Drohnen mit den Wärmebildkameras in die Luft geschickt worden, um Wärmequellen zu lokalisieren. Die Firma Alpha Robotics übergab sogar einen "Wolf R1" an die Berliner Feuerwehr, um den weiteren Löscherfolg sicherzustellen. Nach einer Einweisung in die Technik und Steuerung des Roboters konnte Zugführer Casten Lauterfeld mit seiner Truppe den Heimweg nach Vechta antreten. Zuvor sollen sich der Landesbranddirektor des Landes Berlin und der diensthabende Einsatzleiter bei der gesamten Vechtaer Einheit für den äußerst erfolgreichen Einsatz bedankt haben.

Aber schon am Dienstag wurde der Einsatzzug ein 2. Mal alarmiert. Die besonderen Fähigkeiten der Kreisfeuerwehr Vechta sind in Berlin offensichtlich sehr gefragt. Am Vormittag setzte sich deshalb erneut eine Einheit auf den Weg Richtung Hauptstadt, um die dortigen Löscharbeiten ein weiteres Mal zu unterstützen. Der Robotereinsatz mit Technik von Alpha Robotics aus Vechta dauert in Berlin also an.

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