Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Litauer erhalten Corona-Hilfe aus Visbek

Insgesamt 40.000 Euro hat die Seniorengemeinschaft St. Vitus schon für das Kinderheim St. Kazimier gespendet. Der jüngste Erlös aus dem Adventsbasar soll notleidenden Familien in Litauen zukommen.

Artikel teilen:
Für den guten Zweck: Beim Adventsbasar der Seniorengemeinschaft St. Vitus im Geschäft von Tanja Grave (Mitte) sind 3.500 Euro zusammengekommen. Die Leiterin der Seniorengemeinschaft, Walburga Ostermann, und Alfons Hoping freuen sich sehr über das Geld für das Kinderheim St. Kazimier in Litauen. Foto: Meyer

Für den guten Zweck: Beim Adventsbasar der Seniorengemeinschaft St. Vitus im Geschäft von Tanja Grave (Mitte) sind 3.500 Euro zusammengekommen. Die Leiterin der Seniorengemeinschaft, Walburga Ostermann, und Alfons Hoping freuen sich sehr über das Geld für das Kinderheim St. Kazimier in Litauen. Foto: Meyer

Auch wenn wegen der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr alles anders war: Der Adventsbasar der Seniorengemeinschaft St. Vitus Visbek fand statt – wenn auch in ungewohnter Form.

Normalerweise findet der Basar zugunsten des Kinderheims St. Kazimier in Litauen im Pfarrheim St. Vitus statt. Da das aber wegen der Corona-Einschränkungen nicht möglich war, ist der Adventsbasar in der vergangenen Vorweihnachtszeit in das Schuhgeschäft von Tanja Grave verlegt worden. Der Verkauf von Handarbeitserzeugnissen wie Decken und Strümpfen sowie von Neujahrskuchen hat einen Reinerlös von 3.500 Euro erbracht.

Sehr viele Corona-Infizierte in Litauen

„Wir sind stolz, dass wir das erreicht haben“, sagt Walburga Ostermann, Leiterin der Seniorengemeinschaft. „In der Kürze der Zeit haben wir viel verkauft“, ergänzt Tanja Grave. Denn: Geplant war, den Adventsbasar, der am ersten Advent startete, bis Heiligabend zu veranstalten. Wegen des Shutdowns musste Grave aber ihr Geschäft ab dem 16. Dezember schließen, der Basar war vorbei.

Jeder Euro der Spende der Seniorengemeinschaft – 3.500 Euro – fließt in ein neues Projekt in Litauen rund um das Kinderheim St. Kazimier in Alvitas, erklärt Alfons Hoping, der sich seit 25 Jahren für das Heim an der Grenze zu Russland engagiert. Es sei eine Art Corona-Hilfe für notleidende Familien geplant, führt er weiter aus. „Wir möchten die armen Familien von den Kindern des Kinderheims, aber auch die Familien in der Umgebung unterstützen“, sagt er. Die Corona-Pandemie habe die ohnehin schon armen Menschen hart getroffen.

In Litauen sind die Zahlen der Corona-Neuinfektionen pro Tag sehr hoch. „Anfang Dezember gab es fast 3.000 Neuinfizierte. Rechnen wir das auf Deutschland um, ergibt das fast 85.000. Das können wir uns gar nicht vorstellen“, sagt Hoping. Litauen könne seine Mitbürger aber nicht so unterstützen wie das in Deutschland der Fall ist. Deshalb soll es nun dieses neue Projekt geben.

„Besonders die Neujahrskuchen waren der Renner“

Ganz spruchreif, was en détail mit dem Geld geschehen soll, ist es noch nicht, gibt der 69-Jährige zu. Bislang sei die Überlegung, im Kinderheim Lebensmittelpakete packen zu lassen, die dann verteilt werden. Vielleicht werden auch Medikamente, die in Litauen sehr teuer seien, verteilt. „Das ist auch wiederum eine gute Werbung für das Kinderheim, wenn die Hilfe von dort kommt“, sagt Hoping. Etwa 5.000 Euro sollen dafür zur Verfügung gestellt werden. 3.500 Euro davon werden die Spende der Seniorengemeinschaft sein.

„Wir sind Tanja Grave sehr dankbar dafür, dass sie uns die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt hat“, sagen Walburga Ostermann und Alfons Hoping fast unisono. Die Mitarbeitenden des Schuhgeschäfts hätten sich zudem um den Verkauf gekümmert. „Es hat aber auch viel Spaß gemacht“, entgegnet Grave. Der Basar sei von den Kunden gut angenommen worden. „Besonders die Neujahrskuchen waren der Renner“, sagt sie und lacht. Die positive Resonanz zeige, dass den Leuten das Projekt von Alfons Hoping und seinen Mitstreitern wichtig sei.

Seniorengemeinschaft weiß, wohin das Geld fließt

Die Seniorengemeinschaft St. Vitus organisiert den Adventsbasar seit 2012. Insgesamt 40.000 Euro sind seitdem für das Kinderheim St. Kazimier eingenommen worden. Walburga Ostermann war schon selbst 2 Mal vor Ort in Litauen und weiß deshalb, wo das Geld hinfließt. Es ist ihr durchaus anzumerken, wie sehr ihr das Projekt am Herzen liegt.

Durch einen Zufall ist das Engagement der Senioren zusammengekommen, gibt Ostermann zu. „Ich hatte damals eine Ausstellung mit Fotos aus Litauen im Pfarrheim. Beim Abbau war zufällig die Seniorengemeinschaft vor Ort“, erzählt Alfons Hoping. Die Mitglieder der Seniorengemeinschaft haben sich von Hoping viel über das Kinderheim erzählen lassen. Das hat sie daraufhin nicht mehr losgelassen und sie initiierten den Adventsbasar.

Zuletzt im vergangenen Sommer persönlich vor Ort

Alfons Hoping organisiert sonst Hilfstransporte nach Litauen. Insgesamt 27 hat es schon gegeben. Das Kinderheim St. Kazimier dient dabei sozusagen als Dreh- und Angelpunkt für die Unterstützung vor Ort, sagt Hoping. Derzeit leben dort 11 Kinder. Sie kommen aus armen wie zerrütteten Familien, erzählt der Visbeker.

Insgesamt war Hoping bislang 35 Mal vor Ort. Zuletzt war er im Juli 2020 anlässlich der Einweihung einer Kirche in Litauen. Ende des vergangenen Jahres vermittelten Hoping und seine Mitstreiter noch ein Feuerwehrauto in das osteuropäische Land.

Kontakt hält Hoping überwiegend über Telefon, E-Mail oder Messenger-Dienste. Er hat durchaus vor, in diesem Jahr noch einmal hinzufliegen. Welchen Zeitraum peilt er an? „Ohne Impfung fahr ich nicht“, sagt er.

Jetzt OM-Plus für 0,99€ im ersten Monat testen. Erfahren Sie alles Relevante aus beiden Landkreisen im OM. Auf dem Desktop, mobil und in der News-App! Hier geht es entlang.

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Litauer erhalten Corona-Hilfe aus Visbek - OM online