Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Licht, Farbe, Glas – Molberger Kinder lernen, wie man Frieden schafft

Molbergens Grundschulleiter Gustav Müller bietet seinen Schülern Anstöße, um Frieden zu stiften.

Artikel teilen:
Leuchtende Friedensbotschaften: Wege zum Frieden symbolisieren die Stelen in der Molberger Grundschule. Foto: Bernd Götting

Leuchtende Friedensbotschaften: Wege zum Frieden symbolisieren die Stelen in der Molberger Grundschule. Foto: Bernd Götting

Der Traum vom Frieden ist so alt wie die Menschheit – und ebenso lange scheitert dieser Traum permanent. Und so groß der Wunsch nach Frieden im Allgemeinen ist – es braucht immer wieder Anstöße und Initiativen, damit Frieden gestiftet und Frieden gelebt werden kann. Gemeinsam mit seinem langjährigen Freund und Mentor Fiti Hillen aus Brokstreek hat Gustav Müller, der Leiter der Molberger Grundschule, nun eine Wanderausstellung installiert, in der Frieden buchstäblich zum Leuchten gebracht wird.

„Frieden“ leuchtet in sechs verschiedenen Sprachen

Müller holte in der vergangenen Woche sieben Metallkuben oder Stelen in die Schule, die zur Meditation und zu Friedensarbeit einladen. Die Ausstellungsgegenstände werden von der Pfarreiengemeinschaft im Artland kostenlos verliehen und aufgebaut. In sechs verschiedenen Sprachen leuchtet hier nicht nur das Wort Frieden. Auch die künstlerisch gefertigten Glasabdeckungen bringen durch ihre bunte und intensive Farbgebung eine besondere Leuchtkraft und strahlende Effekte hervor. Shalom (jüdisch), Mir (russisch), Salam (arabisch), Paix (französisch), Peace (englisch) und das deutsche Wort Frieden sind auf den Metallstelen zu lesen. Die Scheiben bestehen aus zusammengeschmolzenen Scherben, Kanten, Farben und Bruchstücken und zeigen Wege und Möglichkeiten auf, zum individuellen Frieden zu finden. Sie stehen einerseits für die Aussage, dass Frieden so zerbrechlich ist wie Glas. Andererseits erinnern die verschiedenen Farbgebungen und Muster daran, dass Unterschiede und Anderssein nicht unbedingt Entzweiung und Gegensatz bedeuten, sondern auch reiche und bunte Vielfalt.

Frieden in allen Bereichen des Lebens suchen

„Frieden hat viele Gesichter“, sagt Gustav Müller und fordert dazu auf, Frieden in allen Bereichen des Lebens zu suchen und zu praktizieren. Frieden müsse ein politisches Ziel sein auf der Grundlage von Gerechtigkeit. Gemeint sei aber auch der soziale Frieden, der Frieden zwischen Völkern, Religionen und Kulturen, aber auch in der Familie oder auf dem Schulhof. Den Lehrern, Eltern und Schülern diente die Ausstellung in den vergangenen Tagen auch als Quelle für ein Kraftpotential und als Anstoß zur Meditation.

Geschmolzenes Glas zeigt Friedens- oder Fluchtwege

Dabei helfen laut Gustav Müller auch die Motive der beleuchteten Glasplatten. Sie wirken wie Ausschnitte aus einer Landkarte und zeigen kompakte Wege mit unterschiedlicher Gestaltung, Form und Farbe. Sie symbolisieren die Friedenswege, die so unterschiedliche Menschen wie Martin Luther King, Jesus oder Nelson Mandela schon gegangen sind. Gleichzeitig stehen sie aber auch für das Gegenteil – Fluchtwege, die auf der ganzen Welt von Menschen gegangen werden, die ihr Leben vor Krieg und Gewalt in Sicherheit bringen mussten. Und so bedeutet für Gustav Müller Frieden stete Arbeit und Aufgabe, denn Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg.

Unser neuer Podcast: "OM-Kompakt. Der Tag." Der tägliche Nachrichtenüberblick aus dem Oldenburger Münsterland. Klar, verständlich und auf den Punkt beleuchten wir, was unsere Region heute bewegt hat. Jetzt hier anhören!

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Licht, Farbe, Glas – Molberger Kinder lernen, wie man Frieden schafft - OM online