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Land vereinheitlicht Quarantäne-Regeln

Die Niedersächsische "Absonderungsverordnung" verpflichtet Corona-Infizierte jetzt, sich eigenständig in Quarantäne zu begeben. Die Betroffenen müssen selbst Kontakte ermitteln und diese informieren.

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Ein positiver Test hat die "Absonderung" zur Folge. Das gilt auch für enge Kontaktpersonen, wenn sie nicht vollständig geimpft oder genesen sind. Symbolfoto: dpa

Ein positiver Test hat die "Absonderung" zur Folge. Das gilt auch für enge Kontaktpersonen, wenn sie nicht vollständig geimpft oder genesen sind. Symbolfoto: dpa

Für das Gesundheitsamt Vechta sind die neuen Vorgaben der "Absonderungsverordnung" eine Erleichterung. Denn die Regeln seien jetzt landesweit einheitlich und rechtsverbindlich, heißt es aus dem Kreishaus. Und: Die bisher strengen Vorschriften auch für die engen Kontaktpersonen gelten für Genesene und Geimpfte nicht mehr. Das betreffe etwa 70 bis 80 Prozent der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Vechta. Sie seien mittlerweile gegen Corona geimpft, sagt der Erste Kreisrat Hartmut Heinen. Eine genauere Angabe sei indes nicht möglich, weil die Impfungen etwa über Betriebsärzte dem Landkreis nicht bekannt seien.

Für alle gleich sei: Eine Person müsse sich sofort in Quarantäne begeben, wenn ein positiver Test vorliege. War dies ein Schnelltest, sei der Betroffene verpflichtet, auch einen PCR-Test durchzuführen. Falle dieser PCR-Test negativ aus, ende die Quarantäne, die das Land jetzt als "Absonderung" bezeichnet.

Kontaktpersonen sind selbst zu informieren

Sei aber der PCR-Test positiv und die Person habe Symptome, ende die Quarantäne 14 Tage nach den ersten Krankheitszeichen. Voraussetzung: Der Patient habe seit mindestens 48 Stunden keine Symptome mehr. Sei er zwar positiv, ansonsten aber fit, ende die Pflicht zur Absonderung zwei Wochen nach dem PCR-Test, erklärt das Vechtaer Gesundheitsamt.  Es sei zudem über die Ansteckung zu informieren; auch, wenn das Ergebnis zunächst nur auf einem Selbsttest beruhe. Und: Es müsse eine Kontaktliste angelegt werden.

Auch wenn beispielsweise eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich sein sollte, müsse die Quarantäne laut der neuen Regeln selbstständig zu Hause weitergeführt werden. Betroffene müssen dabei zudem sicherstellen, dass alle Schutz- und Hygieneanforderungen im Haushalt beachtetet werden, um weitere Infektionen zu vermeiden.

Wie Sandra Guhe als Leiterin des Vechtaer Gesundheitsamtes mitteilt, ermittelt in solchen Fälle grundsätzlich nicht mehr das Gesundheitsamt die Kontakte der Infizierten. Betroffene seien dazu jetzt selbst verpflichtet. Wichtig sei dabei: Zu wem hatte der Betroffene in den letzten 2 Tagen vor oder seit der Durchführung des Tests Kontakt? Wann traten Symptome auf? Die Liste mit Adressen und Telefonnummern zu engeren Kontakten müsse mit Angaben zu Ort und Zeit auf Verlagen den Behörden vorgelegt werden können. Schüler und Kinder in Kinderbetreuungsstätten oder Schulen müssten die Einrichtungsleitung informieren.

Die Absonderungspflicht betreffe auch Personen, bei denen typische Symptome wie Husten, Fieber, Schnupfen, Geruchs- und Geschmacksverlust vorliegen und bei denen einen PCR-Test durchgeführt werde. Das Ende der Quarantäne ende dann mit einem negativen PCR-Testergebnis. Lebe man jedoch mit einer infizierten Person in einem Haushalt oder sei Kontaktperson, ende die Absonderung erst nach 10 Tagen ab dem letzten Kontakt. Auch symptomatische Personen müssten entsprechende Kontaktlisten erstellen und diese unverzüglich benachrichtigen, erklärt die Behörde

Kontaktpersonen, die geimpft oder genesen sind, müssen sich nicht absondern

Und die Kontaktpersonen müssen sich ebenfalls absondern, wenn sie mit einer positiv getesteten Person in einem Haushalt leben oder als enge Kontaktperson eingestuft wurde. Ausgenommen seien hier  Genesene oder Geimpfte. Das Ende dieser Absonderung trete grundsätzlich 10 Tage nach letztem Kontakt ein oder wenn keine Symptome aufgetreten seien, der letzte engere Kontakt mindestens 5 Tage zurückliege und ein PCR-Test danach negativ ausfalle. Alternativ könne der letzte enge Kontakt auch mindestens 7 Tage zurückliegen, wenn ein negativer Schnelltest vorliege. Bei Kindern und Schülern werde das Ende der Absonderung durch das Übersenden der Befunde erreicht. Die Schnelltests von Schulen und Kitas werden hier anerkannt.

Selbst durchgeführte Tests indes seien nicht gültig. Hier sei ein Ergebnis aus einem anerkannten Bürger-Testzentrum nötig. Ab dem 11. Oktober werde dieser Dienst kostenpflichtig.

Verwaltung arbeitet an einer eigenen Übersetzung der neuen Verordnung

Die Bürger seien jetzt verpflichtet, selbst aktiv zu werden, heißt es aus dem Kreishaus. Der Erste Kreisrat Hartmut Heinen und die Gesundheitsamtsleiterin Sandra Guhe begrüßen das grundsätzlich. Beide räumen aber ein, dass die neue Landesverordnung für Laien schwer verständlich gefasst sei. "Sie ist erklärungsbedürftig", sagt Guhe. Beide befürchten, dass die Regelungen nicht von allen Bevölkerungsgruppen verstanden und gelebt werden. Der Landkreis will daher jetzt auf seiner Webseite die Absonderungsverordnung verständlicher darstellen. 

Das Impfzentrum sei inzwischen geschlossen. Ab Anfang Oktober solle ein mobiles Impfteam Senioreneinrichtungen für Auffrischungsimpfungen ansteuern. Wer aus den Reihen der Senioren mobil sei, solle sich die Auffrischung über den Hausarzt holen. Es würde aber auch weiterhin verschiedene Möglichkeiten geben, sich ohne vorherige Anmeldung impfen zu lassen, versichert Heinen.

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