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Kreßmann sieht Corona-Erfolge gefährdet

1300 genähte Masken werden an die örtlichen Schulen und Kindergärten verteilt. Der Verwaltungschef appelliert auch an die Eigenverantwortlichkeit der Eltern.

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Maskenpflicht auch in der Oberschule: Die Schutztücher stammen aus dem Ort. Essens Verwaltung sorgt für die Verteilung. Foto: Scherbring

Maskenpflicht auch in der Oberschule: Die Schutztücher stammen aus dem Ort. Essens Verwaltung sorgt für die Verteilung. Foto: Scherbring

Heiner Kreßmann macht sich Sorgen. Stirnrunzelnd beobachtet Essens Bürgermeister, wie die Menschen um ihn herum mit den neuen Freiheiten umgehen, die seit Montag das Leben in Corona-Zeiten wieder ein wenig normalisieren sollen. „Ein wenig“ - diese Einschränkung scheinen nicht alle so genau zu nehmen, stellt der ehemalige Polizeibeamte fest. Er fürchtet, dass die Fortschritte, die Deutschland im Kampf gegen das Virus gemacht hat, schnell wieder verspielt werden könnten.

Das gilt auch für Essen, wo die Zahl der nachgewiesenen Corona-Fälle bislang sehr niedrig ist. Wenn er auf den Straßen Gruppen von fünf bis sieben Jugendlichen sehe, die verwandtschaftlich ganz sicher nicht zusammengehörten, zweifele er aber daran, ob das so bleibt, sagt Kreßmann. Er mahnt eindringlich zur Einhaltung der Abstandsregeln. Das Virus sei ja nicht verschwunden und wenn die Menschen in ihren Bemühungen nachließen, könne es in kurzer Zeit mit der Freizügigkeit schon wieder vorbei sein.

Die Gemeinde stellt sich inzwischen auf die Öffnung der Schulen ein. Sie erhalten in diesen Tagen rund 1300 Schutztücher, einige davon gehen auch an die Kindergärten. Diese bleiben allerdings vorerst noch geschlossen. Die Tücher werden an Lehrer und Schüler verteilt. Woher sie stammen, will Kreßmann nicht verraten. Nur so viel: Die Verwaltung habe im Ort eine gute Quelle gefunden.

Oberschulleiter Alexander Scherbring freut sich über die Hilfe. Seine Schule macht am Montag den Anfang, zunächst nur mit den zehnten Klassen und mit den Hauptschulabsolventen. Erst am 18. Mai sollen die Neuner folgen. Darüber hinaus mag Scherbring aber keine Prognosen abgeben. „Wir planen von Woche zu Woche.“ Unterrichtet wird täglich fünf bis sechs Stunden lang. Die Klassen werden dafür geteilt. „Am Montag ist also die eine Hälfte der 10 a dran, am Dienstag dann die andere“, erläutert der Rektor. Er ist stolz auf seine Kollegen, die unter den schwierigen Bedingungen arbeiten möchten. Das sei nicht selbstverständlich. Auch in Essen gehören Lehrer einer der verschiedenen Risikogruppen an. Eine Hygieneexpertin wird das Kollegium im Vorfeld noch über das richtige Anlegen der Masken und alle anderen Vorsorgemaßnahmen aufklären. Danach sind die Pädagogen auf sich gestellt.

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