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Kreis Vechta: 105-jährige Maria von Wahlde wird als Erste geimpft

Die Impfung gegen das Coronavirus kommt ihr gerade recht, denn: Im Februar möchte die 105-Jährige ihren 106. Geburtstag feiern. Seit Montagmorgen wird im Kreis Vechta geimpft (Update).

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Als erste Bürgerin des Landkreis Vechta ist Maria von Wahlde (105) am Montag mit dem Covid-19-Vakzin geimpft worden. Foto: M. Niehues

Als erste Bürgerin des Landkreis Vechta ist Maria von Wahlde (105) am Montag mit dem Covid-19-Vakzin geimpft worden. Foto: M. Niehues

Maria von Wahlde (105) erhält als erste Person im Landkreis Vechta die Corona-Impfung. Sie ist wirklich glücklich darüber: Denn am 14. Februar möchte sie ihren 106. Geburtstag feiern.

Im vergangenen Jahr habe sie ihren Geburtstag mit über 30 Personen feiern können. Sie hofft, dass es jetzt auch wieder geht. Bis vor 2 Jahren hat sie sich zu Hause noch komplett selbst versorgt. Maria von Wahlde ist trotz ihres hohen Alters noch sehr vital und geistig auf voller Höhe.

3 mobile Impfteams des Landkreises Vechta haben am Montag begonnen, die ersten 975 Dosen gegen eine Covid-19-Erkrankung zu verabreichen. Nach 3 Wochen erhält jeder Geimpfte eine zweite. Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeeinrichtungen werden zuerst berücksichtigt. Denn dort verbreiteten sich die Infektionen zuletzt am stärksten. Landrat Herbert Winkel, der gestern beim Auftakt dabei war, hofft mit den Impfungen das Infektionsgeschehen eindämmen zu können.

Freut sich auf die Impfung: Elisabeth Decker (92) in Damme. Foto: M. NiehuesFreut sich auf die Impfung: Elisabeth Decker (92) in Damme. Foto: M. Niehues

Wie Werner Westerkamp als Vorstand der Stiftung Maria Rast gestern sagte, haben sich im "Haus am Ohlkenberg" 95 Prozent der Bewohner und 71 Prozent der Mitarbeiter bereit erklärt, sich impfen zu lassen. Bewohnerin Elisabeth Decker aus Rüschendorf war gestern als zweite Kandidatin dran, streckte Betriebsärztin Dr. Birgit Krzemien bereitwillig den Arm entgegen. Impfen sei eine Selbstverständlichkeit, sagte sie: "Ich bin so besser geschützt."

Mit einem Malteser-Fahrzeug des Katastrophenschutzes erreichten am Montag die ersten Impfdosen die Senioreneinrichtung. Vorsichtig und genau temperiert brachten die Helfer in einer speziellen Kühlbox die Ampullen ins Haus. Dann musste der Impfstoff von Biontech/Pfizer 30 Minuten lang auf Temperatur gebracht werden. In jeder Ampulle stecken 5 Impfdosen, die mit Kochsalzlösung vermischt und mit Spritzen aufgezogen werden müssen. Jeder Impfvorgang wird genau dokumentiert, ebenso das Einverständnis des Empfängers.

Vorsichtiger Transport: Helfer tragen den Impfstoff in einer Kühlbox in die Senioreneinrichtung. Foto: M. NiehuesVorsichtiger Transport: Helfer tragen den Impfstoff in einer Kühlbox in die Senioreneinrichtung. Foto: M. Niehues

Die 3 Teams haben auf diese Weise begonnen, die erste Personengruppe von 2100 Bewohnern und Mitarbeitern von Pflegeeinrichtungen im Landkreis zu impfen. Jedes Impfteam soll künftig 80 Personen am Tag versorgen, sofern ausreichend Impfstoff vorhanden ist. Fraglich ist aber, wann der nächste kommt. Auch Landrat Herbert Winkel weiß das nicht, ist aber froh, im Gegensatz zu anderen Landkreisen gleich zu Beginn dabei zu sein. Alles andere steuere das Land zentral, betonte er.

Aber auch Niedersachsens Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann konnte am Montag hochbetagte Menschen in den Alten- und Pflegeheimen nur um Geduld bitten. "Ich habe großes Verständnis für den Wunsch nach einer zügigen Impfung", sagte sie. Allein in Niedersachsen würden 800.000 Menschen leben, die nach der Priorisierung schon heute impfberechtigt seien. "Knapp die Hälfte aller Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus sind jedoch in den Alten- und Pflegeheimen zu beklagen", betonte sie.

"Angesichts der massiven Knappheit des Impfstoffs legen wir unseren Schwerpunkt deshalb ganz bewusst auf die Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Beschäftigten in diesen Einrichtungen", erklärte sie weiter und beklagte ein bundes- und europaweites Problem mit der verfügbaren Menge des Impfstoffs. Es sei kein Problem der Infrastruktur. Das Land könne deutlich mehr verimpfen.

Wie Jochen Steinkamp als Sprecher des Landkreises bestätigte, kann zum jetzigen Zeitpunkt daher auch noch gar nicht gesagt werden, wann alle Pflegeeinrichtungen des Landkreises durchgeimpft sind. Erst danach sollen individuelle Impfungen von Einzelpersonen möglich sein, die ebenfalls zentral über das Land gesteuert werden. Sobald dies möglich ist, will der Landkreis Vechta hier die Bevölkerung entsprechend informieren. Wie der Erste Kreisrat Hartmut Heinen versicherte, wollen Landkreis und Kommunen insbesondere älteren Leuten bis dahin eine Lösung bieten, um Impftermine des Landes einfacher zu erhalten.

Begehrte Ampulle: Eine reicht für fünf Impfdosen. Foto: M. NiehuesBegehrte Ampulle: Eine reicht für fünf Impfdosen. Foto: M. Niehues

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