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"Kreide muss man im Lehrerzimmer suchen"

Die Heinrich-von-Oytha-Oberschule in Altenoythe wurde als "Digitale Schule" ausgezeichnet. Für die nächsten 3 Jahre darf sich die Schule jetzt "Professional" in der Digitalisierung nennen.

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Treibende Kraft: Das Digitalisierungsteam der HvO mit (von rechts) Sandra von Höfen, Lena Pape, Tomke Tappert, Tobias Plagemann und Sascha Oellerich freut sich mit Schulleiter Rasmus Braun über die Auszeichnung als "Digitale Schule". Foto: Stix

Treibende Kraft: Das Digitalisierungsteam der HvO mit (von rechts) Sandra von Höfen, Lena Pape, Tomke Tappert, Tobias Plagemann und Sascha Oellerich freut sich mit Schulleiter Rasmus Braun über die Auszeichnung als "Digitale Schule". Foto: Stix

"Früher", sagt Rasmus Braun, der Leiter der Heinrich-von-Oytha-Oberschule (HvO) in Altenoythe, "früher hätte man dazu Streber gesagt." Anhand von 20 Indikatoren in 5 Kategorien bewerteten die Juroren des bundesweiten Projekts "Digitale Schule" den Stand der Digitalisierung an der HvO. Herausgekommen ist eine glatte 1 und eine Eingruppierung in das höchste Level "Professional". 

Untersucht und mit je maximal 5 Punkten bewertet wurden die Kategorien "Pädagogik und Lernkulturen", "Qualifizierung der Lehrkräfte", "Vernetzung mit außerschulischen Akteuren", "Dauerhafte Implementierung von Konzepten zur digitalen Bildung" sowie "Technik und Ausstattung der Schule". 4,5 Punkte hat die HvO hier erhalten. Vollkommen zu Recht, findet Schulleiter Braun. "Wir sind mit der Digitalisierung relativ weit und hatten schon früh, auch ohne Hilfe des Digitalpaktes, viel Infrastruktur", sagt er. Vor 9 Jahren wurden die ersten Smartboards angeschafft, im Januar 2019 hielten die ersten iPads Einzug in das Schulgebäude. "Wir arbeiten nicht mehr mit Kreidetafeln", sagt Lena Pape vom Digitalisierungsteam der HvO. "Kreide muss man im Lehrerzimmer suchen."

Die iPads sind vom nächsten Schuljahr an in allen 8. Klassen der HvO das wichtigste Arbeitsgerät. Bücher, Lexika, Wörterbücher und Atlanten gehören dann der Vergangenheit an. "Natürlich sind die Jugendlichen alle in der Lage, ihre Smartphones zu benutzen und sich YouTube-Videos anzuschauen", sagt Sandra von Höfen, die ebenfalls zum Digitalisierungsteam der HvO gehört. "Es geht aber darum aufzuzeigen, wie man digitale Medien anders nutzbar macht, wie man sich damit organisiert und wie man zu verschiedenen Themen recherchiert." Kompetenzen also, die man für den Berufseinstieg benötigt.

Grundlegende Ausstattung: Tobias Plagemann (rechts), der Leiter des Digitalisierungsteams der HvO, und Sascha Oellerich, didaktischer Leiter der Schule, erläutern den Nutzen der iPads für Lehrer und Schüler.   Foto: StixGrundlegende Ausstattung: Tobias Plagemann (rechts), der Leiter des Digitalisierungsteams der HvO, und Sascha Oellerich, didaktischer Leiter der Schule, erläutern den Nutzen der iPads für Lehrer und Schüler.   Foto: Stix

Die Geräte wurden von den Schülerinnen und Schülern beziehungsweise von den Eltern privat angeschafft, sind also Privateigentum. "Das war in den Gesprächen mit den Eltern auch gar kein Problem", versichert Braun. "Letztlich sparen sie dadurch sogar etwas Geld, weil sie keine Atlanten, Wörterbücher oder Taschenrechner mehr kaufen müssen." Künftig sollen alle Klassen ab der Jahrgangsstufe 8 mit iPads arbeiten.

Insgesamt 21,5 von 25 möglichen Punkten

Mindestens ebenso wichtig wie die Hardware sind für eine erfolgreiche Digitalisierung die didaktischen Kompetenzen der Lehrkräfte. 4 Punkte hat die HvO hier in der Bewertung erhalten. "Wir machen da ganz viel schulintern", sagt von Höfen. "Etwa durch interne Kollegiumfortbildung, Workshops oder kollegiale Besuche zu bestimmten Themen." Die Schule sei, so Braun, dadurch nicht auf externe Schulungen angewiesen und könne gezielt auf die Situation vor Ort eingehen.

Insgesamt 21,5 von 25 möglichen Punkten hat die HvO in der Begutachtung, die von der Initiative "MINT Zukunft schaffen" durchgeführt wurde, erhalten. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, das Projekt "Digitale Schule" wird unter anderem getragen von der Gesellschaft für Informatik, dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme IAIS und dem Verein Deutscher Ingenieure. Schirmherrin ist die Beauftragte der Bundesregierung für Digitalisierung, Staatsministerin Dorothee Bär. Die Auszeichnung "Digitale Schule", die bislang 450 Schulen in Deutschland erhalten haben, gilt für zunächst 3 Jahre. Danach muss man sich einer erneuten Bewertung stellen.

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