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„Kleiner Stern“ leuchtet hell für MT-Aktion

Das Benefiz-Fußballturnier muss wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal ausfallen. Die Münsterländische Tageszeitung ruft in ihrer Weihnachtsaktion zu Spenden auf.

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Hilfe für schwerstkranke Kinder: Maria Thien und Chefredakteur Julius Höffmann starten die MT-Weihnachtsaktion 2020. Foto: Hermes

Hilfe für schwerstkranke Kinder: Maria Thien und Chefredakteur Julius Höffmann starten die MT-Weihnachtsaktion 2020. Foto: Hermes

Der erste Stern leuchtet seit 21 Jahren und heißt Ilona. Bei dem kleinen Mädchen wurde ein Gehirntumor diagnostiziert - da war sie zwei Jahre alt. Nach zweieinhalb Jahren zwischen Hoffnung und Bangen verlor sie den Kampf gegen den Krebs. Ilona starb im Dezember 1998. Das Schicksal des Mädchens ließ Maria Thien aus Cloppenburg nie wieder los. Ilona war die Tochter „meiner besten Freundin, die ich seit Kindestagen kenne“, erzählt sie.   Einen Monat nach Ilonas Tod rief Maria Thien ihre Cloppenburger Initiative „Kleiner Stern“ ins Leben.

Jahr für Jahr veranstaltet sie seitdem gemeinsam mit einem engagierten Team am 3. Adventssonntag ein Benefiz-Fußballturnier in der Kreisstadt. Den Erlös, der sich aus Kuchen- und Kaffeespenden, einer Tombola und anderen Angeboten zusammensetzt, spendet sie den beiden Fördervereinen „Kinderkrebshilfe Münster e.V.“ und „Herzkranke Kinder e.V.“. Denn auch das Schicksal von David, einem zehnjährigen Jungen aus Cloppenburg, ließ Maria Thien aktiv werden. Er wurde mit einem Herzfehler geboren, spielte als Torwart in seiner Fußballmannschaft und konnte zweimal am Turnier teilnehmen. Eine erforderliche Herz-OP hatte er zunächst gut überstanden. Doch dann gab es Komplikationen, David starb 2000.

Seitdem werden beide Fördervereine mit dem Geld aus dem Turniererlös unterstützt. Doch zum ersten Mal in den zwei Jahrzehnten muss die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie ausfallen. Darum hat sich die Münsterländische Tageszeitung entschieden, die Spenden aus der diesjährigen MT-Weihnachtsaktion dem „Kleinen Stern“ zur Verfügung zu stellen. „Darf ich es schon erzählen“, freute sich Maria Thien in dieser Woche, als MT-Chefredakteur Julius Höffmann ihr die Nachricht überbrachte. „Das ist wirklich toll, diese Hilfe können wir so gut gebrauchen.“

Damals, als Ilona in der Onkologie der Uni-Klinik Münster lag, besuchte Maria Thien das kleine Mädchen regelmäßig und brachte jedes Mal einen Stern aus gelbem Tonpapier mit, den ihr Sohn Jakob als Sechsjähriger gebastelt hatte. „Ich erzählte dazu eine kleine Geschichte über diesen Stern, der am Ende immer Ilona hieß“, berichtet die Initiatorin, die im Alltag als Museumspädagogin im Cloppenburger Museumsdorf tätig ist. Die kleine Patientin habe sich immer sehr darüber gefreut. Die letzte Geschichte erzählte Maria Thien am Krankenbett im November 1998 mit der Überschrift: Kleiner Stern leuchte...

„Ich musste etwas tun“, erinnert sie sich heute. Zu stark waren die Eindrücke, um zu vergessen, um zu verdrängen. Gemeinsam mit Günter Malcherek, damals Trainer der F-Jugend beim BVC, stellte sie das erste Benefizturnier innerhalb von 14 Tagen auf die Beine. Bereits zur Premiere kamen rund zweihundert Gäste. Der Erlös: 1428 D-Mark. „Wir waren so überrascht von dem Ergebnis, wir wussten nicht, was passiert“, beschreibt Maria Thien ihre Gefühle.


Spendenkonto:

Inhaber: Münsterländische Tageszeitung
IBAN: DE10 2806 1501 0034 3005 01
Stichwort: Kleiner Stern


Genauso wie damals werden die Spenden auch heute noch am Abend gezählt und öffentlich verkündet. Rund 16000 Euro sind es inzwischen, die jährlich von den rund 250 teilnehmenden Kickern zwischen vier und sechs Jahren eingespielt werden. „Da sind viele Einzelspenden von Firmen und Privatpersonen dabei“, berichtet die Turnierchefin.

Auch der Austragungsort hat sich vergrößert: Die St.-Andreas-Turnhalle wurde schnell zu klein, inzwischen bietet die Halle an der Leharstraße die besten Voraussetzungen, „weil wir drumherum viele Angebote vom Kaffee bis zur Kinderbetreuung präsentieren können.“ Alleine für die Tombola mit 600 Preisen benötige man viel Platz. Rund 1000 Besucher sind im Laufe des Tages dabei und feuern die verschiedenen Teams an.

Zum festen Vorbereitungsteam gehören sechs Personen, während der Veranstaltung sind rund 35 Helferinnen und Helfer im Einsatz. „Viele sind schon ewig an unserer Seite, wir sind eine ganz tolle Truppe“, schwärmt die Initiatorin, die auch auf die Unterstützung von außen verweist: Sie erhalte von der Stadt sehr viel Hilfe, andere Gruppen engagierten sich, um den Tag zu gestalten. Seit 17 Jahren schon dabei: Die „Dancing Diamonds“ aus Bunnen, die für rhythmische Einsätze sorgen. Die kleinen und großen Hilfen einzelner Personen oder ganzer Gruppen „tragen unser Projekt“.

Am Ende des Turniers gibt es keine Medaillen oder Pokale, sondern für alle Teilnehmer einen gelben Stern, „einen Mutmachstern“, der bei den Kindern sehr begehrt ist und zum Teil jahrelang das Zimmer zu Hause schmückt. Und es gibt diesen einen ganz besonderen Moment: Für erkrankte und verstorbene Kinder des Jahres wird eine Kerze angesteckt. Und es gibt einen großen Applaus, der allen Betroffenen Mut und Hoffnung spenden soll.


Fakten:

  • Jeder gespendete Euro kommt direkt bei den beiden Fördervereinen „Kinderkrebshilfe Münster e.V.“ und „Herzkranke Kinder e.V.“ an
  • Spendenquittungen werden auf Wunsch ausgestellt (Bitte dafür Adresse im Verwendungszweck angeben).
  • Ob Firmen, Vereine, Gruppen oder einzelne Personen - alle können mitmachen und die gute Sache unterstützen.
  • Die Initiative „Kleiner Stern“ wurde 1999 von Maria Thien aus Cloppenburg gegründet.
  • Seitdem organisiert sie gemeinsam mit vielen Helferinnen und Helfern ein Benefiz-Fußballturnier für Kinder. Der gesamten Erlös aus Losverkauf, Kaffee und Kuchen sowie weiteren Spenden stellt sie den Fördervereinen zur Verfügung.
  • Die Initiative möchte „den Schwächsten in unserer Gesellschaft, den kranken Kindern, helfen“.
  • Mit den Spenden werden medizinische Behandlungen und Forschung unterstützt.
  • Musik- und Kunsttherapien werden gefördert, aber auch Elternhäuser mitfinanziert, in denen die betroffenen Familien kostengünstig untergebracht werden können.
  • Die Fördervereine kümmern sich um Aktivitäten und Begegnungen für die kleinen Kranken und ihre Familien.

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