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Kinder der Kita "Unterm Regenbogen" können Rechte ausleben und Demokratie erleben

Die Einrichtung im Saterland bietet ihren Schützlingen und Erziehern spezielle Konferenzen an. Es darf diskutiert, gezweifelt und fachlich kommentiert werden.

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Gespräche sind auch für Kinder sehr wichtig: (von links) Maximilian Grest und Milan Warnkens unterhalten sich mit der Kindergartenleiterin Anni Eikens. Foto: Hornick

Gespräche sind auch für Kinder sehr wichtig: (von links) Maximilian Grest und Milan Warnkens unterhalten sich mit der Kindergartenleiterin Anni Eikens. Foto: Hornick

Mehrere Wochen lang haben sich die Erzieher und Erzieherinnen aus dem Kindergarten „Unterm Regenbogen“ in Saterland mit dem Thema Kinderrechte beschäftigt. Sie haben diskutiert, gezweifelt, fachlich kommentiert, überlegt und sich entschieden: „Wir möchten Entscheidungs- und Mitbestimmungsrechte der Kinder fest in unserem Konzept durch eine eigene Verfassung verankern.“

Und so gibt es dort jetzt unter anderem die Kinderkonferenz. Einmal in der Woche treffen sich alle Kinder einer jeweiligen Stammgruppe – in freiwilliger Teilnahme – zum gemeinsamen Kreis. Es werden die Punkte, Anliegen und Beschwerden, die die Kinder und Erzieher in der Woche gesammelt haben, besprochen und gemeinsam nach Lösungen gesucht. Inhalte der Kinderkonferenz können sein: Wochenrückblick, Beschwerden, Planungen, Regeln, Fragen, Kritik, Sorgen, Probleme und Ideen. Alles was die Erzieher und Erzieherinnen aber vorrangig die Kinder beschäftigt und ihnen auf dem Herzen liegt. Ein weiteres unterstützendes System, um die Rechte der Kinder umzusetzen, ist die Kindersprechstunde bei der Leitung. Sie findet ein- bis zweimal im Monat, bei Bedarf auch häufiger statt. Die Kita-Leitung empfängt alle Kinder, die ihr etwas mitteilen, Wünsche äußern oder Beschwerden vorbringen möchten.

Mit diesen Systemen zur Gestaltung von Partizipation wird jedes Kind in seiner Persönlichkeit angenommen, wertschätzend und respektvoll behandelt, heißt es seitens der Einrichtung. Die eigenen Bedürfnisse sowie die der anderen Kinder werden demnach wahrgenommen und sie erhalten so ein tieferes Verständnis für die Entwicklung von Gefühlen. Können die Kinder Entscheidungen mitgestalten, wirken sie im Kindergartenalltag mit und erleben eine Stärkung ihres Selbstbewusstseins und ihrer Sozialkompetenz, sind die Erzieherinnen überzeugt: „Sie erhalten eine Idee davon, wie Demokratie funktioniert.“

Dass die stetige Ausführung der Kinderkonferenzen und Kindersprechstunden bereits in den Alltag und in das Gedächtnis der Kindergartenkinder integriert ist, lasse sich sehr gut an dem nachfolgenden Beispiel erkennen: Ein 6-jähriger Junge, der sehr viel vom Krieg in der Ukraine mitbekommen hat, fragte: „Warum machen die beiden Präsidenten es nicht so wie bei uns im Kindergarten? Da gibt es die Kinderkonferenz. Dort besprechen wir miteinander Probleme und finden Lösungen. Das könnten die beiden doch auch machen. Dann wäre der Krieg schnell vorbei.“

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