Das Nachrichtenportal vonMünsterländische Tageszeitung MT undOldenburgische Volkszeitung OV

Junge Franzosen fühlen sich in Löningen pudelwohl

Der internationale Jugendaustausch hat unter der Corona-Pandemie besonders gelitten. Das Copernicus-Gymnasium wird ihn kommendes Jahr wieder beleben.

Artikel teilen:
Austauschschüler und ihre deutschen Paten (von links): Ferdinand Bluteau-Welter, Lennard Bruns, Laura Blanke, Elodi Lorint, Till Friesen und Omar Ayari. Foto: G. Meyer

Austauschschüler und ihre deutschen Paten (von links): Ferdinand Bluteau-Welter, Lennard Bruns, Laura Blanke, Elodi Lorint, Till Friesen und Omar Ayari. Foto: G. Meyer

Für Frankreich läuft es bei der Fußball-WM richtig rund. Zweimal gespielt, zweimal gewonnen. Anders als die deutsche Elf sind "Les Bleus" damit voll im Plan. Omar Ayari guckt die Spiele zusammen mit seinem Freund Till Friesen. Der junge Franzose lebt seit Ende September in der Familie des Löningers und besucht auch dessen Klasse im Copernicus-Gymnasium.

Zusammen mit Omar haben Ferdinand Bluteau-Welter und Elodi Lorint den Weg in die Hasestadt gefunden. Die Neuntklässler stammen aus der etwa eine Autostunde von Les Mans entfernten Gemeinde Meslay-du-Maine. Dort besuchen die drei dasselbe Gymnasium. Ihre Schule sei allerdings deutlich kleiner als das CGL, sagen sie. Von Deutschland wussten die Jugendlichen bis zu ihrer Ankunft in Löningen nur das, was sie im Unterricht gelernt hatten. In den vergangenen Wochen ist aber einiges dazugekommen.

Dass die Franzosen überhaupt in Löningen sein können, liegt vor allem an Laura Blanke. Auf der Homepage des Deutsch-Französischen Jugendwerks stieß die 14-Jährige auf eine Anzeige der gleichaltrigen Elodi. Diese wollte ihre Sprachkenntnisse verbessern und da ihre Schule keinen Austausch mit einer deutschen Schule pflegt, musste sie sich selbst darum kümmern. Laura lud sie ein und auch das CGL spielte sofort mit. Die beiden Jungen schlossen sich an. Während Omar mit Till einen ebenfalls fußballaffinen "Paten" fand, kam Ferdinand in der Familie von Lennard Bruns unter. Die Chemie stimmt, wobei es sprachlich oft durcheinandergeht. "Wir sprechen Deutsch und Französisch, aber auch Englisch miteinander", berichtet Lennard.

CGL schickt 2023 wieder Schüler nach Frankreich

Die EU-Kommission hat das Jahr 2022 zum Europäischen Jahr der Jugend erklärt, da junge Menschen besonders unter den Folgen der Pandemie zu leiden hätten. Französischlehrerin Marie-Luise Brinkhaus kann das bestätigen. Wegen der unterschiedlichen Corona-Politik in Frankreich und Deutschland seien viele langjährige Kontakte zum Erliegen gekommen. Das CGL unterhält eine Partnerschaft mit dem Collège Louis Bouilhet in Cany-Barville (Normandie). Viel passiert sei in den vergangenen Jahren nicht, aber das solle sich 2023 ändern. "Dann werden auch wieder Schüleraustausche stattfinden", kündigt Brinkhaus an. 

Elodi, Ferdinand und Omar nehmen noch bis kurz vor Weihnachten am Unterricht teil. Deutsche Lehrer würden nach einem klaren Lehrplan arbeiten, hat Omar festgestellt. Das Niveau sei vergleichbar, Mathematik sei allerdings etwas schwerer als zu Hause. Und anders als in seiner Schule würde im Englischunterricht  ausschließlich Englisch gesprochen. Omar findet das gut. An der deutschen Sprache wiederum sind Elodi die manchmal superlangen Wörter aufgefallen. Die gebe es im Französischen nicht. Trotzdem hätten alle Fortschritte gemacht, lobt Brinkhaus.

Das Leben in Deutschland haben die Schüler vor allem durch ihre Gastfamilien kennengelernt. Ausgiebig zu frühstücken, gehört dazu – Franzosen begnügen sich zumeist mit einem Croissant. Elodi langt inzwischen morgens beherzter zu, ein Schinkenbrot müsse es dann aber doch nicht sein. Ausflüge führten sie bereits nach Hamburg, Hannover und Osnabrück. In ihrer Familie fühlt sie sich gut aufgehoben und so soll es ihrer deutschen Freundin ab Februar auch gehen.

Denn dann werden Laura, Till und Lennard zum  Gegenbesuch erwartet. Er dauert ebenfalls 3 Monate. Ob die Löninger in das Land des amtierenden Welt- oder nur des Ex-Weltmeisters reisen werden, wird sich zeigen, spielt für die Schüler aber eigentlich auch keine Rolle. Denn die große Fußball-Euphorie ist bei ihnen bisher nicht ausgebrochen.

  • Info: Der Austausch läuft unter dem Programm Brigitte Sauzay des Deutsch-Französischen Jugendwerks (dfjw.org). Die Organisation hat nach eigenen Angaben seit 1963  fast 9,5 Millionen jungen Menschen die Teilnahme an über 382.000 Austauschprogrammen ermöglicht.

So verpassen sie nichts mehr. Mit unseren kostenlosen Newslettern informieren wir Sie über das Wichtigste aus dem Oldenburger Münsterland. Jetzt einfach für einen Newsletter anmelden!

Das könnte Sie auch interessieren

Hier klicken und om-online zum Start-Bildschirm hinzufügen

Junge Franzosen fühlen sich in Löningen pudelwohl - OM online