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Jesus kommt

Weihnachtsbotschaft von Weihbischof Wilfried Theising: Die Pandemie ist zu einer Geduldsprobe geworden. Unser Kontakt zu Jesus aber ist nicht von Einschränkungen betroffen – wenn wir ihn zulassen.

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Liebe Leserinnen und Leser! Wie lange noch? Eine Frage, die sich viele von uns in diesen Tagen stellen. Wie lange noch wird das Virus uns bedrohen und werden Menschen daran sterben? Wie lange noch müssen wir Maske tragen, Abstand halten, Tests machen und zu Hause bleiben? Wie lange noch, bis auch der letzte Skeptiker endlich begreift, dass die Impfung der Weg aus der Krise ist? Wie lange noch wird es dauern, bis wir wieder ein halbwegs normales Leben führen können?

Wie lange? Eine Frage voller Sorge und Ungeduld, Ungewissheit und mitunter Angst.

Durch Corona muss andauernd neu geplant werden

"Von Einschränkungen nicht betroffen ist der Kontakt zu Jesus. Er steht an der Tür und klopft an. Die einzige Klinke dieser Tür ist auf unserer Seite."Wilfried Theising

Nun leben wir bereits seit fast zwei Jahren in einer Dauergeduldsprobe. Corona hat dazu geführt, dass sich alles verlangsamt, verschoben wird, ausfällt oder neu geplant werden muss. Schier endloses Warten, die Geduld wird auf eine harte Probe gestellt.

Erinnern wir uns an unsere Kindheit und die Frage: wie lange noch? Sie hatte Adressaten. Mama, Papa, wie lange noch? Was immer die Eltern geantwortet haben, entscheidend war nicht so sehr, was sie gesagt haben, entscheidend war, dass sie da waren, uns zuhörten und zugewandt waren.

Wann kommt er – darüber zerbreche ich mir nicht den Kopf

Warten ist nach landläufiger Meinung der Hauptinhalt des Advents. Warten auf den Nikolaus, warten aufs Christkind. Aber weit gefehlt, darum geht es nicht wirklich. Das Kommen Jesu steht im Zentrum, sein Ankommen bei uns. Jedoch, wie lange dauert das denn noch? Kommt er wieder? Wann? Und wie? Darüber zerbreche ich mir nicht den Kopf. Für mich ist Jesus gar nicht weg, er ist da, hier und jetzt steht er vor der Tür. Als Glaubende sind wir ja in seinem Namen versammelt und nach biblischer Überlieferung ist er bei uns „bis ans Ende der Welt“.

Und dennoch kann ich angesichts der aktuellen Situation nachvollziehen, dass einem die Geduld mit der Zeit abhanden kommt. Kann Geduld gestärkt werden? Was mir in dieser Krise hilft: in Kontakt sein mit anderen, telefonieren, schreiben, reden. Wie geht es dir? Kann ich helfen? Trotz Kontaktbeschränkung wird mir klar, ich bin nicht allein. Wir stärken und ermutigen uns gegenseitig und tun, was wir können.

Von Einschränkungen nicht betroffen ist der Kontakt zu Jesus. Er steht an der Tür und klopft an. Die einzige Klinke dieser Tür ist auf unserer Seite. Er möchte unser Beten, Klagen und unsere Ungeduld entgegennehmen. Ihm können wir das Herz ausschütten und ehrlich sein. Und ich weiß, viele beten so. Wir sind nicht allein. Jesus kommt. Frohe Weihnachten!


Zur Person:

  • Wilfried Theising ist Weihbischof im Bistum Münster.
  • Er leitet das Bischöflich-Münstersche Offizialat in Vechta, die Oberbehörde der katholischen Kirche im Oldenburger Land.

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