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Jahresbilanz der Feuerwehr Lohne: Zahl der Brände steigt um 11 Prozent

56 Mal rückten die Brandbekämpfer 2020 wegen eines Feuers aus. Die Corona-Pandemie vermieste den Ehrenamtlichen das Jubiläumsjahr. 11.207 Dienststunden sind in der Statistik notiert.

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Immer da, wenn's brennt: Anfang Dezember 2020 war die Lohner Feuerwehr bei einem Pkw-Brand auf dem Bergweg im Einsatz. Foto: Theilen

Immer da, wenn's brennt: Anfang Dezember 2020 war die Lohner Feuerwehr bei einem Pkw-Brand auf dem Bergweg im Einsatz. Foto: Theilen

Ein ungewöhnlicher Rahmen für einen Rückblick auf ein ungewöhnliches Jahr: Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Lohne haben sich am vergangenen Freitag zu einer digitalen Jahreshauptversammlung getroffen. Per Videokonferenz verfolgten 87 Kameraden die Ausführungen von Ortsbrandmeister Thorsten Heseding. Der blickte gemeinsam mit den Fachwarten der Wehr auf ein Jahr zurück, das wegen der Corona-Pandemie unvergleichbar war, schreiben die Brandbekämpfer in einer Pressemitteilung.

Das vergangene Jahr nimmt auch ohne Pandemie einen wichtigen Platz in den Geschichtsbüchern der Lohner Feuerwehr ein. Denn 2020 wurde die Vereinigung 125 Jahre alt. Dieses Jubiläum wollten die rund 100 Mitglieder im Mai mit einem Festakt und einem Tag der offenen Tür feiern. Die Vorbereitungen waren abgeschlossen – da kam der erste Lockdown.

Was aber bleibt ist eine umfangreiche Chronik über die Vergangenheit und Gegenwart der Feuerwehr. "Unser Redaktionsteam um Ludger und Aloys gr. Holthaus sowie Gert Hohmann hat ein erstklassiges Werk abgeliefert", lobte Heseding. Mit dem Verkauf – sowohl über den Buchhandel als auch über den Online-Shop der Wehr – sei er zufrieden, auch wenn ein Tag der offenen Tür den Absatz sicherlich in die Höhe getrieben hätte. Aber dank der zahlreichen Sponsoren sei die Chronik bereits refinanziert. Jeder Euro aus dem Verkauf gehe nun direkt in die Kameradschaftskasse.

Premiere in Corona-Zeiten: 87 Kameraden nahmen an der ersten Online-Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Lohne teil. Screenshot: TombrägelPremiere in Corona-Zeiten: 87 Kameraden nahmen an der ersten Online-Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Lohne teil. Screenshot: Tombrägel

Weitere Höhepunkte des Jahres: Zwei neue Großfahrzeuge ergänzen den Fuhrpark der Feuerwehr. Im Juli erhielten die Kameraden die 3. Drehleiter des Landkreises Vechta. Wenige Tage später traf das neue Tanklöschfahrzeug (TLF 4000) im Gerätehaus am Adenauerring ein. Es ersetzt das alte TLF 24/50, das nach über 31 Jahren treuer Dienste ausgemustert wurde.

Und so stand der Sommer 2020 ganz im Zeichen der Ausbildung auf den neuen Fahrzeugen. Vor allem die komplexe Technik der Drehleiter musste der Mannschaft vermittelt werden. Ausbildet wurde – ganz den damaligen Corona-Regeln entsprechend – in Kleingruppen. "Ich habe mich noch nie so intensiv mit Vorschriften und Regeln auseinandergesetzt, die zudem ständig gewechselt und erneuert wurden", erklärte Heseding.

Trotz Corona: Brandbekämpfer stets einsatzbereit

So konnten 2020 immerhin 20 Dienstabende in Präsenz und 5 Online-Dienste stattfinden. Insgesamt investierten die Feuerwehrleute 1.129 Stunden in Aus- und Weiterbildung.

Der Ortsbrandmeister blickte voller Sorge auf die Situation an den niedersächsischen Akademien für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) in Loy und Celle. Hier konnten bis März nur 4 Feuerwehrleute ihre Weiterbildung zu Fach- und Führungskräften abschließen. Dabei sei der Ausbildungsbedarf nach wie vor hoch, so Heseding.

Glücklich ist er über die Einsatzbereitschaft der Lohner Wehr. 2020 waren die Brandbekämpfer an allen 366 Tagen und rund um die Uhr einsatzbereit. "Eine große Welle an Erkrankungen und Quarantänefällen blieb uns erspart", freute sich Heseding.

Brandmeldeanlagen sorgen häufig für Fehlalarme

183 Mal rückte die Feuerwehr zu Einsätzen aus. Das waren zwar im Vergleich weniger als 2019 (246 Einsätze), aber: Es brannte häufiger in Lohne. Die Zahl der Feueralarme stieg 2020 um 11 Prozent auf 56 Einsätze. Besonders der Großbrand der ehemaligen Gaststätte „Zur Linde“ im März sowie ein mehrtägiger Moorbrand im April waren für Mensch und Material eine starke Herausforderung.

Auffällig an der Statistik ist auch: 41 Mal wurde die Lohner Feuerwehr fehlerhaft alarmiert – fast alle Fehlalarme (40) wurden durch automatische Brandmeldeanlagen in Unternehmen verursacht.

Anbau an Feuerwehrhaus soll 2021 kommen

Insgesamt 5008 Stunden waren die Feuerwehrleute in Lohne im Einsatz. Summiert mit Stunden für die Aus- und Weiterbildung sowie der Zeit für die Dienstvorbereitung, Wartung der Technik und Verwaltung verbucht die Feuerwehr insgesamt 11.207 Dienststunden – und das alles ehrenamtlich.

Dafür dankte Lohnes Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer, der ebenfalls an der Online-Versammlung teilnahm: "Die Stadt Lohne steht an der Seite ihrer Feuerwehr." Im Laufe des Jahres solle der dringend notwendige Anbau an das Feuerwehrhaus umgesetzt werden.

Der Vechtaer Kreisbrandmeister Matthias Trumme betonte: "Trotz Corona haben viele aktive Feuerwehren im vergangenen Jahr sogar mehr geleistet als sonst."

Brandbekämpfer wenden Blick nach vorne

Regierungsbrandmeister Udo Schwarz erklärte mit Blick auf die zahlreichen Online-Dienste und digitalen Angebote der Feuerwehr: "Das schnelle Internet ist zum Einsatzmittel geworden."

Lohnes Stadtbrandmeister Franz-Josef Theilen setzte den Schlusspunkt unter die gut zweistündige Versammlung: "In der Corona-Krise bringt es nichts, auf Schuldige zu blicken. Wir müssen nach vorne schauen auf die Zeit nach Corona." Da waren sich alle Teilnehmer an ihren Bildschirmen einig.

  • Info: Sobald die Corona-Lage es wieder zulässt, wird die Freiwillige Feuerwehr Lohne die Tagesordnungspunkte Wahlen, Ehrungen und Beförderungen in einer Präsenzsitzung nachholen.

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