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Integrationsthron Lohne besteht seit 25 Jahren – und feiert einen Ball

Der Integrationsthron ist ein fester Bestandteil des Lohner Schützenfestes. Die jeweiligen Majestäten zelebrieren ihre Regentschaft – da darf auch die Anrede "Eure Majestät" nicht fehlen.

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Die Majestäten und das Vorbereitungsteam: (hinten von links) Susanne Haskamp, Guido Möhlmann, Markus Nordlohne, Hannes Bredehöft, Julia Gündel, Maike Lübken, Lena Fabrewitz und Martin Nordlohne; (vorne von links) Christian Klumpe und Britta Schmidt. Foto: A. Nordlohne

Die Majestäten und das Vorbereitungsteam: (hinten von links) Susanne Haskamp, Guido Möhlmann, Markus Nordlohne, Hannes Bredehöft, Julia Gündel, Maike Lübken, Lena Fabrewitz und Martin Nordlohne; (vorne von links) Christian Klumpe und Britta Schmidt. Foto: A. Nordlohne

Die Integrationsgruppe ist in Lohne eine Institution. Seit 39 Jahren holt sie Menschen mit Behinderung in die Mitte der Gesellschaft. Eine wichtige Rolle spielt dabei der Integrationsthron, der am 19. November (Samstag) mit einem Ball sein 25-jähriges Bestehen feiert – "weil sich unsere Leute gerne mal schick anziehen", sagt Martin Nordlohne, der die Integrationsgruppe seit 37 Jahren leitet. Beginn des Festes ist um 19.30 Uhr auf dem Saal Römann.

Der Integrationsthron ist seit 1996 ein fester Bestandteil des Lohner Schützenfestes. Die Initiative ging von Burkhard Krapp aus, dem damaligen Präsidenten des Schützenvereins. Die Aktion sollte den integrativen Charakter des Schützenfestes betonen und stärken, sagt Nordlohne. Die Königskette und das Diadem spendeten der Schützenverein.

Nach der Premiere, bei der Mark Medzech und Dagmar Meyer zum ersten Königspaar des Integrationsthrons gekürt wurden, etablierte sich eine Reihe von Traditionen, wie das Schmücken bei den Regenten, die Teilnahme am großen Schützenball, das Treffen mit dem „großen“ Königsthron oder das Kotelettessen bei Nordlohnes nach dem Rathausempfang. Selbstverständlich nimmt die Gruppe – auch die Frauen – an den Festumzügen teil; samstags in voller Mannschaftsstärke und sonntags der Integrationsthron. Die standesgemäße Kutschfahrt darf ebenfalls nicht fehlen.

Proklamation hätte mehr Publikum verdient

Für die jeweiligen Majestäten ist der Titel laut Nordlohne wirklich etwas Besonderes. Er berichtet von Stefan Ballmann, der 2 Tage nach dem Schützenfest 2018 mit einem Thronfoto durch die Stadt zog und mitteilte: "Ich bin König von Lohne." Christine Riegner ließ sich nach ihrem Schuss ins Glück 2011 ein Jahr lang von ihren Eltern nur noch mit "Eure Majestät" ansprechen. Und der aktuelle Regent Christian Klumpe beendet seine Sprachnachrichten an Nordlohne stets mit "Dein Christian, Dein König". Nordlohne konstatiert deshalb: "Unsere Leute zelebrieren die Regentschaft."

Am Schützenfestsamstag ist stets um 18 Uhr die Proklamation. Der Wettkampf beginnt um 16 Uhr. Es schießen immer abwechselnd Behinderte und nicht Behinderte. Die Proklamation selbst ist oft ein recht spontaner, dafür aber sehr emotionaler Akt – der aus Sicht von Nordlohne gerne noch etwas mehr Publikum verdient hätte. "Die Mitglieder freuen sich von Herzen. Das ist einfach toll."

Ehrentanz: Der erste König des Integrationsthrons, Mark Medzech, führt seine Königin Dagmar Meyer galant über die Tanzfläche. Archivfoto: Integrationsgruppe LohneEhrentanz: Der erste König des Integrationsthrons, Mark Medzech, führt seine Königin Dagmar Meyer galant über die Tanzfläche. Archivfoto: Integrationsgruppe Lohne

Laut dem Gruppenleiter gelingt dem Integrationsthron genau das, wofür er vor 2,5 Jahrzehnten – die Corona-Zwangspause rausgerechnet – gegründet wurde: das Miteinander zwischen Behinderten und nicht Behinderten zu fördern. Nordlohne berichtet über die Kontakte mit vielen Kompanien, ja sogar anderen Schützenvereinen aus Mühlen oder Bokern-Märschendorf. Er dankt allen Schützen und dem Verein für die wertschätzende und zugewandte Haltung. Ausdruck dieses Zeichens für Integration sei nach seinen Worten auch die kontinuierliche finanzielle Hilfe durch die Aloys-Diekstall-Stiftung.

Das Jubiläum feiert die Integrationsgruppe also mit einem Ball. Der Spielmannszug Lohne soll laut Nordlohne spielen, während die Königspaare der vergangenen Jahrzehnte in festlicher Robe einmarschieren. "Wir haben alle eingeladen", sagt der Leiter der etwa 40 Mitglieder starken Integrationsgruppe.

Geplant sind nach seinen Angaben weiter ein kleines Spiel und eine „Überraschungs-Playbackshow". Außerdem werde es eine Fotobox geben, sagt er – und dankt Andre Wilke, der die Integrationsgruppe mit Bildmaterial aus seinem umfangreichen Schützenarchiv unterstützt. Ein weiterer Dank geht an André Menke-Zumbrägel, der eigens für den Ball ein Video erstellt.

  • Info: Wer am Festball des Integrationsthrons Lohne teilnehmen möchte, ist gerne gesehen. Ein kurzer Hinweis an Martin Nordlohne (Telefon 0160/7881227) genügt.

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