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In Steinfeld entsteht eine "Containerschule"

Die St.-Johannes-Schule muss kernsaniert werden. Im Januar 2021 steht deshalb für etwa 300 Schüler sowie 35 Mitarbeiter der Umzug in ein Ausweichquartier an.

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69 Einzelmodule in 4 Sektionen: An der St.-Johannes-Schule in Steinfeld entsteht ein "Containerdorf", weil die Grundschule nach Schadstofffunden in mehreren Gebäudeteilen in den kommenden Monaten kernsaniert werden muss. Foto: Timphaus

69 Einzelmodule in 4 Sektionen: An der St.-Johannes-Schule in Steinfeld entsteht ein "Containerdorf", weil die Grundschule nach Schadstofffunden in mehreren Gebäudeteilen in den kommenden Monaten kernsaniert werden muss. Foto: Timphaus

Viel Betrieb herrscht momentan vor der St.-Johannes-Schule in Steinfeld. Auf dem Parkplatz der Bildungseinrichtung entsteht sukzessive eine "Containerschule". Am Dienstag stellte die Firma Ungrund aus dem nordrhein-westfälischen Neuenkirchen die ersten von 69 Einzelmodulen auf, die in 4 Sektionen aufgeteilt werden. Zusätzlich stehen 6 Seecontainer für die Aufbewahrung von Schulmaterialien zur Verfügung.

Zum Hintergrund: Ein Gutachter hatte im Zuge der seit 2019 laufenden Erweiterung der Bildungseinrichtung und dem Neubau einer Mensa Schadstoffe in mehreren Gebäudeteilen festgestellt. Laut dem erstellten Kataster handelt es sich um krebserregende künstliche Mineralfasern (KMF) in der Dämmung im Deckenbereich des Erdgeschosses, festgebundenes Asbest im Material der alten Lüftungskanäle und im Kleber unter den Teppichböden in einigen Klassenräumen im Erdgeschoss und Obergeschoss.

Grundschule kann Umzug entspannt angehen

Die Funde machen eine Kernsanierung der Grundschule notwendig. Die etwa 300 Schüler sowie 35 Mitarbeiter müssen deshalb voraussichtlich für ein Jahr ein Ausweichquartier beziehen. Nach den Weihnachtsferien, im Januar 2021, soll nach Angaben von Schulleiterin Mareike Kuper der Umzug der 15 Klassen plus Verwaltung erfolgen.

Neugierige Blicke aus dem Klassenzimmer: Die Steinfelder Grundschüler drücken sich an den Fenstern die Nasen platt, um den Aufbau der Container verfolgen zu können. Foto: TimphausNeugierige Blicke aus dem Klassenzimmer: Die Steinfelder Grundschüler drücken sich an den Fenstern die Nasen platt, um den Aufbau der Container verfolgen zu können. Foto: Timphaus

Kuper berichtet, dass die Grundschule den Wechsel, der seit Juli feststeht, in das Provisorium entspannt angehen könne. Bereits während der Sommerferien hatte das Kollegium viel aus- und umgeräumt. "Die Klassen sind soweit vorbereitet." Die Schulleiterin erläutert, dass der Umzug selbst vom Hausmeister, Thomas Hausfeld, sowie dem Steinfelder Bauhof bewerkstelligt werde.

Befürchtetes Verkehrschaos bleibt bisher aus

Stichwort "Corona": Da die Container mit Fenstern ausgestattet sind, geht Kuper davon aus, dass das regelmäßige Lüften gewährleistet werden kann. "Auch die Kohorten-Regelung können wir einhalten."

Hinsichtlich der Verkehrssituation im Umfeld der St.-Johannes-Schule hatte die Schulleitung aufgrund des Wegfalls des Parkplatzes zunächst "Schlimmes befürchtet". Doch bisher seien laut Kuper keine Probleme aufgetreten. "Die Eltern weichen auf den Parkplatz am Freibad aus." Zudem hätten Schulleitung und Polizei zuletzt während der morgendlichen Hauptverkehrszeit verstärkt Präsenz gezeigt. 

Container vorerst für ein Jahr angemietet

Der aktuell laufende Aufbau der "Containerschule" dauert etwa 3 Wochen. Das teilte die Steinfelder Gemeindeverwaltung auf Anfrage mit. Im Vorfeld seien Grundleitungen für Schmutzwasser, Trinkwasserleitungen, Elektrokabel und Datenkabel verlegt worden. 

Die Gemeinde hat die speziell für dieses Projekt angefertigten Container vorerst für ein Jahr angemietet, mit der Option auf eine Verlängerung. Die Mietkosten liegen bei 385.000 Euro, zuzüglich der Lagercontainer, die mit 20.000 Euro zu Buche schlagen.

Gemeinde investiert 3,45 Millionen Euro

Die Investitionen für das Projekt "St.-Johannes-Schule" belaufen sich nunmehr auf insgesamt 3,45 Millionen Euro. Die Kernsanierung inklusive Anmietung der Container kostet 1,3 Millionen Euro. Weitere 2,15 Millionen Euro werden für den Umbau und die Erweiterung der Grundschule fällig.

Ursprünglich sollten die Container bereits im Oktober aufgestellt werden. Doch es kam zu Verzögerungen, die sich laut Gemeindeverwaltung wie folgt begründen: Der Hersteller der Container hatte  Lieferschwierigkeiten, da Arbeitskräfte aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen waren. Weiter hätten zunächst die Tiefbauarbeiten durchgeführt werden müssen. Außerdem habe die Baugenehmigung für die Module erst seit der vergangenen Woche vorgelegen, heißt es aus dem Steinfelder Rathaus. 

Arbeiten sollen Ende 2021 abgeschlossen sein

Der verspätete Aufbau wirkt sich auf das gesamte Projekt aus. War die Gemeinde anfangs davon ausgegangen, dass im Spätsommer 2021 alle Arbeiten abgeschlossen sind, so rechnen die Verantwortlichen nun mit einer Fertigstellung des Bauvorhabens für Ende 2021.

So sah es am Freitagvormittag aus: Nach und nach werden die Container für das Ausweichquartier der St.-Johannes-Schule angeliefert. Der Aufbau dauert 3 Wochen. Foto: TimphausSo sah es am Freitagvormittag aus: Nach und nach werden die Container für das Ausweichquartier der St.-Johannes-Schule angeliefert. Der Aufbau dauert 3 Wochen. Foto: Timphaus

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