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In der Kirche ist Natalie Schwarz Mädchen für alles

Eigentlich kommt sie eher aus dem Einzelhandel. Doch die 2-fache Mutter hat mit der Aufgabe der Küsterin der evangelischen Kirchengemeinde in Damme etwas gefunden, von dem sie sagt: "Das ist meins."

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Blumen und viel mehr: Natalie Schwarz kümmert sich als Küsterin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Damme auch um deren  beide Gotteshäuser. Foto: Lammert

Blumen und viel mehr: Natalie Schwarz kümmert sich als Küsterin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Damme auch um deren  beide Gotteshäuser. Foto: Lammert

"Ich bin Mädchen für alles." Natalie Schwarz umreißt so knapp und präzise ihre Aufgabe als Küsterin der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Damme. Seit etwas mehr als 150 Tagen ist sie im Amt.

Dass sie jetzt eine erste Bilanz als Küsterin ziehen würde, war der heute 45-Jährigen nicht unbedingt in die Wiege gelegt. Denn beruflich kommt sie, die eigentlich mal Lehrerin werden wollte, eher aus dem Einzelhandel. In diesem Bereich war sie nach einer Ausbildung zur Kauffrau zunächst von 1999 bis 2007 in einem Edeka-Markt tätig, ehe sie bis 2012 die Leitung des K+K-Marktes in Steinfeld übernahm.

"Die Arbeit machte mir von Beginn an Freude."Natalie Schwarz, Küsterin

Die ersten Erfahrungen als Aushilfsküsterin sammelte die Mutter zweier Kinder im Jahr 2018, als sie für die seinerzeitige, inzwischen in den Ruhestand getretene Küsterin Anni Wagner Urlaubs- und Krankheitsvertretungen übernahm.

"Die Arbeit machte mir von Beginn an Freude", erklärt die in Kasachstan geborene Schwarz, die 1994 nach Nordrhein-Westfalen übersiedelte und nur 2 Jahre später nach Steinfeld kam. 2011 zog sie nach Damme.

Vertretungen brachten Schwarz auf den Geschmack

Dort sollte es nur noch ein Jahr dauern, bis sie sich in der evangelischen Kirchengemeinde engagierte. 2012 wurde sie Mitglied des Gemeindekirchenrates. Das blieb sie 6 Jahre lang und lernte die Gemeinschaft der evangelischen Christinnen und Christen so sehr genau kennen.

Doch letztlich waren es die Vertretungen Anni Wagners, die ihr deutlich machten, dass ihr die Tätigkeit als Küsterin Spaß macht. Und darum reifte recht schnell die Erkenntnis: "Das ist meins." So bewarb sie sich, als ein Wagner-Nachfolger gesucht wurde. Nun hat Natalie Schwarz nach eigenen Worten nicht nur eine sie erfüllende Aufgabe, sondern auch einen guten Arbeitsplatz und familienfreundliche Arbeitszeiten.

Ihre wöchentliche Arbeitszeit beträgt laut Vertrag 15 Stunden. 5 weitere Küster-Stunden übernimmt Tatjana Gorst. Zu den ganz klassischen Aufgaben einer Küsterin gehört die Vorbereitung der Gottesdienste. "Dabei fahre ich runter, mein Geist entspannt sich", sagt Natalie Schwarz.

"Das Auspusten der Kerzen geht schnell."Natalie Schwarz, Küsterin

Etwa 1 Stunde vor dem Gottesdienstbeginn sei sie in der Kirche. Dann kümmert sie sich zum Beispiel um den Altar, um die Paramente, entzündet die Kerzen und prüft, ob alle Voraussetzungen für das Einhalten des gültigen Hygienekonzeptes erfüllt sind.

Nach dem Gottesdienst ist die Arbeit flotter erledigt. "Das Auspusten der Kerzen geht schnell", erklärt die Küsterin, die mit Blick auf die Gottesdienste über sich sagt: "Ich komme als Erste und gehe als Letzte."

Während der Gottesdienste selbst hält sie sich im Hintergrund, um reagieren zu können, wenn das notwendig ist. Dazu gehört etwa das Läuten der in der Kirche Zum guten Hirten ferngesteuerten und in der Laurentiuskapelle per Hand gezogenen Glocke zum Vaterunser.

Auch Putzen und Aufräumen gehören zu den Aufgaben

Doch allein die Gottesdienstvor- und -nachbereitung füllten nicht die Dienststunden der Küsterin. Da die beiden Küsterinnen keinen festen Aufgabenkatalog haben, fallen auch die Assistenz bei Beerdigungen und Taufen sowie beim Konfirmandenunterricht, aber auch schon mal das Aufräumen des Dachbodens des Gemeindehauses und das Wischen der Böden im Gemeindehaus, in dem Natalie Schwarz montags bis mittwochs und freitags jeweils von 9 bis 12 Uhr anwesend ist, unter ihre Tätigkeiten.

Das zeigt, wie Recht die Küsterin damit hat, wenn sie sich als "Mädchen für alles" bezeichnet.

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