Impfpflicht: Eltern reagieren überwiegend positiv
Bei der Masern-Impfung wird Eltern die Entscheidung jetzt vom Bundestag, abgenommen. Ab dem 1. März tritt die Impfpflicht gegen die Kinderkrankheit in Kraft.
Redaktion | 17.04.2020
Bei der Masern-Impfung wird Eltern die Entscheidung jetzt vom Bundestag, abgenommen. Ab dem 1. März tritt die Impfpflicht gegen die Kinderkrankheit in Kraft.
Redaktion | 17.04.2020

Abgehakt: Eine Masern-Impfung ist ab dem 1. März für Kinder in Schulen, Kindergärten und Krippen sowie den Mitarbeitern dieser Einrichtungen verpflichtend. Foto: dpa
Auch die Leiterin des St. Elisabeth-Kindergartens in Löningen, Sandra Hoppe, weiß über den Gesetzesbeschluss Bescheid. Am Montag wird sie zwei Neuankömmlinge in ihrer Kita begrüßen. Sie haben bereits die Pflicht, einen Impfpass vorzulegen. Eltern, deren Kinder schon länger im Kindergarten angemeldet sind, hätten noch bis zum 31. Juli 2021 Zeit, den Pass nachzureichen, sagt Hoppe. Eine allgemeine Impfpflicht gibt es bislang aber noch nicht. Sandra Hoppe trifft gerade deshalb Schutzmaßnahmen. „Wir fordern schon länger von jedem Kind einen Impfberatungsnachweis, der über das U-Heft oder den Impfausweis erfolgen kann“, erklärt die Erzieherin. Es läge in der Pflicht der Eltern, diesen bei Anmeldung vorzulegen. Die allgemeine Aufklärung der Eltern über Impfungen gehöre aber nicht zu den Aufgaben der Tagesstätte, sagt die Leiterin. Auch ihre Kolleginnen müssten jetzt für ihren ausreichenden Impfschutz sorgen. Die Reaktion der Eltern auf die Impflicht sei durchweg positiv, hieß es auf Nachfrage aus dem Löninger Kindergarten St. Marien. Auch Marion Riehemann, Leiterin der Kindertagesstätte „Regenbogen“ in Essen, hat bislang keine Erfahrungen mit Impfgegnern gemacht. „Gerade wegen des Corona Virus, gehen die Eltern viel sensibler mit dem Thema Krankheiten um“, erzählt sie. Die Eltern würden es sogar begrüßen, dass eine Vorsorgepflicht eingeführt wird. Ähnlich wie bei den Kindergärten handhabt es auch die Gelbrink Grundschule in Löningen. Auch die Lehrerinnen und Lehrer müssen den Pieks bei Bedarf über sich ergehen lassen. Über die Frist ist die Direktorin froh. „Es fordert eine gewisse Zeit, bis überhaupt jeder einen Termin beim Arzt gemacht und ihn wahrgenommen hat“, sagt Schulleiterin Andrea Schüler. Mit Gegenwind von Impfgegnern rechnet die Rektorin ebenfalls nicht. Die künftigen Schüler unterziehen sich standardmäßig einer Voruntersuchung. Dabei wird auch der Impfschutz überprüft. Ärztinnen und Ärzte empfehlen die Masern-Impfung schon im Alter von elf bis 23 Monaten. Schwere Nebenwirkungen seien sehr selten, vor allem im Vergleich zu den Folgen der Erkrankung.
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